50 Jahre DLR-Standort Köln-Porz



Von Hans-Leo Richter

Am 16. Juli 1959 fand auf dem Gelände der wiedererstandenen Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Porz-Wahn ein denkwürdiger erster Spatenstich statt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß setzte mit dem Spaten die ersten Markierungen für das neue Gebäude des Instituts für Luftstrahlantriebe und damit für den ersten tatsächlichen Institutsneubau der traditionsreichen deutschen Luftfahrtforschungsanstalt.

 16. Juli 1959 - Der erste Spatenstich durch Franz-Josef Strauß
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Dabei kann Porz-Wahn nicht einmal für sich in Anspruch nehmen, Wiege der deutschen Luftfahrtforschung zu sein. Genau genommen gab es gleich mehrere "Wiegen", sie standen vor allem in Göttingen und Berlin, wo sich bereits vor dem ersten Weltkrieg die "Aerodynamische Versuchsanstalt" (AVA) sowie die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" (DVL) etabliert hatten, beides Vorgängerorganisationen des heutigen DLR. Die dritte DLR-Vorgängerorganisation, die "Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt" (DFL) in Braunschweig wurde erst 1936 eingerichtet.

Nach dem zweiten Weltkrieg lag die deutsche Luftfahrtforschung zunächst buchstäblich in Trümmern. Erst langsam sammelten sich die weit versprengten Wissenschaftler und Forscher, die in Folge der Kapitulation nicht in die Sowjetunion verbracht worden waren, beziehungsweise sich mehr oder weniger freiwillig für eine Übersiedlung in die USA entschlossen hatten. Ein Schwerpunkt hatte sich dabei an der Technischen Hochschule (TH) Aachen entwickelt, wo – mit Unterstützung durch den früheren DVL-Vorstandsvorsitzenden Professor Dr. Friedrich Seewald – im Zuge des Neuaufbaus der TH nach dem Kriege mehrere Lehrstühle mit ehemaligen Institutsleitern der DVL besetzt worden waren. Diese Wissenschaftler waren schon bald der Überzeugung, dass eine moderne Forschungsanstalt wie die DVL auch im Nachkriegsdeutschland unverzichtbar sei. Sie fanden in Professor Leo Brandt, Staatssekretär für Forschung bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung, einen wichtigen Partner, der diese Idee zum Wohl des Industriestandortes Nordrhein-Westfalen mit großem Engagement förderte.

Als 1953 das Verbot der Siegermächte, Luftfahrtforschung zu betreiben, aufgehoben wurde, entstanden mit Unterstützung durch Staatssekretär Leo Brandt in Aachen an den TH-Lehrstühlen der ehemaligen Luftfahrtforscher erste DVL-Arbeitsgruppen als Keimzelle entsprechender DVL-Institute. Sie deckten die Arbeitsgebiete Überschallaerodynamik, Flugmechanik, Strahlantriebe und Gasturbinen, Thermodynamik und Verbrennung, Maschinendynamik, Hochfrequenztechnik und Werkstoff-Forschung ab. In Bad Godesberg hatte sich zu dieser Zeit das Institut für Flugmedizin etabliert, und im Süden Deutschlands war das ehemalige Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen zur DVL gestoßen.

Der Standort Aachen konnte aber für die DVL keine Dauerlösung sein. Deshalb sahen sich Wissenschaftsmanager und Politiker bald nach einem geeigneten neuen Standort für die DVL um. Diese neue Heimat sollte nach Möglichkeit für die Wiederaufnahme des Forschungsflugbetriebs an einem Flugplatz liegen und genügend Platz für die Ansiedlung aller Institute und Einrichtungen bieten.

 Bescheidener Anfang - Gebäude der DVL am Flugplatz Essen-Mühlheim 1955
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Der Flughafen Essen-Mülheim schien genau diesen Anforderungen zu entsprechen, ein weiterer Vorteil war die weitgehende Nutzungsfreiheit, weder anderweitige deutsche oder alliierte Behörden waren hier ansässig. Zudem bot die Lage eine gute Anbindung an Verkehrsinfrastruktur und die Industrie. 1956 waren die Institute für Thermodynamik und Verbrennung, für Flugfunk und Mikrowellen, für Flugmechanik sowie auch die Verwaltung bereits dort angesiedelt. Das Institut für Festigkeit sowie das Wissenschaftliche Berichtswesen kamen im Laufe der Jahres noch hinzu.


Schon bald allerdings mehrten sich Zweifel, ob dieser Standort wirklich für die wiedererstandene DVL der am besten geeignete Standort sein würde. Der erforderliche Ausbau der Startbahn stellte sich mit mehreren Millionen DM als weitaus kostspieliger heraus als zunächst angenommen. Ein weiterer, noch weitaus schwerwiegenderer Einwand betraf die räumliche Nähe zum bereits stark expandierenden Verkehrsflughafen Düsseldorf. Der Luftraum über dem Flughafen Mülheim wurde als potenzieller Warteraum für anfliegende Flugzeuge nach Düsseldorf zugewiesen, damit entfiel bereits die Möglichkeit eines kontinuierlichen Versuchsflugbetriebs der DVL. Und vor diesem Hintergrund war mit einer finanziellen Spritze der Öffentlichen Hand für die Startbahn-Sanierung erst recht nicht mehr zu rechnen.

Als Alternative bot sich schließlich 1958 ein Standort südlich des Flughafens Köln-Wahn, der im Laufe des Jahres von den alliierten Behörden wieder für die zivile Nutzung freigegeben worden war. Ein rund 35 Hektar großes Gelände wurde der DVL zur Verfügung gestellt, welches alle Anforderungen erfüllte, nicht zuletzt auch eine sehr gute Verkehrsanbindung an Universitäten und einschlägige Industrie-Unternehmen im Rhein-Ruhr- Raum bot. Die räumliche Nähe zu Bonn als Sitz der Bundesregierung dürfte ebenfalls ein wichtiges Argument für diese Lösung gewesen sein. Im Laufe der folgenden Jahre sollten hier

  • das Institut für Luftstrahlantriebe,
  • das Institut für Angewandte Gasdynamik,
  • das Institut für Raumfahrtforschung,
  • das Instituts für Werkstoff-Forschung sowie
  • das Institut für Festigkeit

angesiedelt und zum Kern des neuen Luftfahrtforschungszentrums der DVL in Porz-Wahn ausgebaut werden. Weitere DVL-Einrichtungen wie beispielsweise das Institut für Flugmechanik entstanden in Oberpfaffenhofen bei München. Von dort aus nahm am dortigen Flugplatz die DVL auch wieder ihren Flugbetrieb auf. Auch am langsam "erwachenden" Flughafen Köln-Bonn wäre ein reibungsloser Forschungsflugbetrieb auf Dauer nicht zu realisieren gewesen.

Der 16. Juli 1959 schließlich wurde zu einem wichtigen und symbolträchtigen Tag für die DVL. In Porz-Wahn traf sich Prominenz aus Politik und Wissenschaft, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß ließ es sich nicht nehmen, im Beisein von Prof. Dr. August Wilhelm Quick, dem geschäftsführenden Vorstand, Staatssekretär Leo Brandt und weiteren hohen Behördenvertretern, den ersten Spatenstich für das neue Gebäude des Instituts für Luftstrahlantriebe selbst durchzuführen. Damit war die Keimzelle für das DVL-Forschungszentrum Porz-Wahn gelegt. Das Institut war unter der Leitung von Dr. Heinrich Kühl erst am 1. März 1959 durch die Zusammenführung der nach dem Krieg gegründeten DVL-Institute für Strahlantriebe und Gasturbinen in Aachen sowie für Thermodynamik und Verbrennung in Mülheim/Ruhr gegründet worden. Ende 1960 konnten die ersten Mitarbeiter das neue Institutsgebäude beziehen.

 Die DVL von oben - Luftaufnahme von 1965
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Am 10. Mai 1962 beging die DVL in Bad Godesberg in einem großen Festakt ihr fünfzigjähriges Bestehen. In Anwesenheit von Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Dr. Franz Meyers und Prof. Dr. Theodore von Kármán, einem der weltweit führenden Aerodynamik-Forscher, ließen führende DVL-Vertreter die Höhepunkte der Forschungseinrichtung noch einmal Revue passieren und zeigten Perspektiven und Ziele für ihre künftigen Arbeiten auf. Zugleich bedeutete dieser Festakt die offizielle Einweihung und Inbetriebnahme des Forschungszentrums in Porz-Wahn. In diesem Rahmen stattete auch Bundespräsident Heinrich Lübke dem neuen Forschungszentrum einen Besuch ab und besichtigte die ersten vorhandenen Versuchseinrichtungen.

In den Folgejahren etablierte sich die DVL mit ihren Instituten und Einrichtungen in Porz und Oberpfaffenhofen erneut zu einer der drei führenden Luftfahrtforschungseinrichtungen, zu deren Geschäftsfeldern mittlerweile auch der Raumfahrtbereich hinzugekommen war. Namentlich aus wirtschaftlichen und vor allem aus forschungspolitischen Erwägungen erfolgte im Frühjahr 1969 die Zusammenführung der drei Vorgängergesellschaften "Deutsche Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt" (DVL) mit Einrichtungen in Porz, Stuttgart und Oberpfaffenhofen, "Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt" (DFL) in Braunschweig sowie "Aerodynamische Versuchsanstalt" (AVA) in Göttingen zur neuen Einheitsgesellschaft "Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt" (DFVLR). Sitz des Vorstandes wurde jetzt das Forschungszentrum Köln-Porz.


Von DFVLR zum DLR - Köln-Porzer Highlights aus 40 Jahren

Die nachfolgende Zusammenstellung kann nicht zuletzt aus Platzgründen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sie lässt aber gleichwohl die wechselvolle Geschichte des DLR-Standortes Köln-Porz nochmals lebendig Revue passieren.

  • im Juni 1972 übernimmt die Gesellschaft für Weltraumforschung (GfW) auf dem DFVLR-Gelände in Porz ihr neues Gebäude, das "Haus der 1000 Fenster" – das heutige "Gebäude 1".
  • im September 1973 informieren sich beim "Tag der offenen Tür" tausende Luft- und Raumfahrtinteressierte aus Köln, Bonn und dem Umland über die Forschungsarbeiten der DFVLR in Porz-Wahn.
  • im August 1975 wird die Gesellschaft für Weltraumforschung (GfW) in die DFVLR integriert.
  • im Juli 1976 unternimmt die NASA zur Vorbereitung auf die europäische SPACELAB-Mission mit ihrem Forschungsflugzeug Convair CV 990 vom Flughafen Köln-Bonn aus Testflüge, in deren Verlauf ESA- und DFVLR-Wissenschaftler geplante Weltraumexperimente simulieren.
  • im Herbst 1976 besucht die Mannschaft des berühmten englischen "Red Arrows"-Kunstflugteams im Rahmen eines Flugtages auf dem Kölner Butzweiler Hof das Porzer Forschungszentrum der DFVLR.
  • im Januar 1978 beginnen die ESA-Astronauten-Kandidaten Ulf Merbold, Wubbo Ockels, Claude Nicollier und Franco Malerba am Institut für Raumsimulation ihr wissenschaftliches Training für die geplante erste SPACELAB-Mission.
  • im Sommer 1978 beginnt die DFVLR mit dem Aufbau des SPACELAB-Simulators am Institut für Raumsimulation.
  • im Januar 1979 besucht Bundespräsident Walter Scheel anlässlich der Grundsteinlegung für das neue Gebäude des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin das Fortschungszentrum Köln-Porz.
  • im Herbst 1979 sind erstmals russische Kosmonauten zu Gast bei der DFVLR in Köln-Porz.
  • im März 1981 entsteht in Köln-Porz eine Erdfunkstelle für den ersten experimentellen, deutsch-französischen Nachrichtensatelliten SYMPHONIE.
  • im Juni 1981 besucht NASA-Astronaut Robert Crippen die DFVLR in Köln-Porz. Vor zahlreichen Medienvertretern und DFVLR-Mitarbeitern berichtet der Astronaut von der ersten Mission des neuen amerikanischen Space Shuttle, die er an Bord der COLUMBIA zusammen mit John Young absolvierte.
  • im Januar 1983 werden in Köln-Porz Ernst Messerschmid und Reinhard Furrer der Öffentlichkeit als Wissenschaftsastronauten für die deutsche Spacelab-Mission D 1 vorgestellt. Zusammen mit dem Niederländer Wubbo Ockels werden sie in den folgenden Monaten in Porz ihr missionsspezifisches Training aufnehmen.
  •  1983: Ungewöhnlicher Besuch in Köln-Wahn
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    im Frühsommer 1983 erlebt Deutschland – und vor allem die Region Köln eine Weltpremiere: zum ersten Mal besucht die NASA mit einem Space Shuttle-Raumtransporter Westeuropa. Auf dem Weg zum Aero Salon in Paris macht die Boeing 747 mit der aufmontierten "ENTERPRISE" Station auf dem Köln-Bonner Flughafen. Die ENTERPRISE hat nie einen Raumflug absolviert, sie wurde hingegen zu einer Reihe aerodynamischer Flugtests in der unteren Atmosphäre eingesetzt. Mehr als 100000 Besucher lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ein Space Shuttle live zu erleben. Gemeinsam mit dem DFVLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hermann L. Jordan gibt die NASA-Delegation eine Pressekonferenz bei der DFVLR in Köln-Porz.
  • im September 1983 besucht die amerikanische NASA-Astronautin Sally Ride das DFVLR-Forschungszentrum Köln-Porz. Im restlos überfüllten Hörsaal des Kasinos berichtet die erste amerikanische Astronautin über ihre Weltraummission STS 7, die sie im Juni des Jahres an Bord der CHALLENGER absolvierte.
  • vom 28. November bis zum 8. Dezember 1983 findet die erste SPACELAB-Mission FSLP statt, als erster Westeuropäer an Bord: Dr. Ulf Merbold, Wissenschaftsastronaut der ESA. Auf dem DLR-Gelände in Porz errichtet die ESA ihr Medienzentrum, mehr als 100 Journalisten aus dem In- und Ausland berichten über die Mission. Auf dem Parkplatz gegenüber dem Kasino können sich DFVLR-Mitarbeiter und Besucher umfassend über diese historische Raumfahrtmission informieren.
  • im August 1985 feiert das Institut für Antriebstechnik Richtfest für den neuen Mehrstufen-2-Wellen Verdichterprüfstand. Diese neue Versuchseinrichtung ermöglicht unter anderem Strömungsanalysen in mehrstufigen Axialverdichtern, Erprobung neuer Beschaufelungskonzepte sowie auch Untersuchungen zweistufiger gegenläufiger Gebläse.
  • die DFVLR nimmt im März 1987 den Kryo-Kanal-Köln in Betrieb, Europas bis dahin modernsten Windkanal. Dieser Niedergeschwindigkeitswindkanal wird eine wichtige Pilotfunktion für den geplanten Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) wahrnehmen, welcher in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungszentrum Köln-Porz entstehen soll.
  • im Sommer 1987 strahlt der WDR aus dem Forschungszentrum Köln-Porz die eineinhalbstündige Live-Sendung "Mittwochs in…" aus. Im Beisein von Bundesforschungsminister Riesenhuber erläutern Vorstand und Wissenschaftler von mehreren Einspielorten aus zahlreiche Forschungsvorhaben der DFVLR.
  •  Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand beim Besuch im DFVLR-Forschungszentrum Köln-Porz
    zum Bild Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand beim Besuch im DFVLR-Forschungszentrum Köln-Porz
    im Oktober 1987 besucht der französische Staatspräsident Francois Mitterrand im Rahmen seines Deutschland-Besuchs das DFVLR-Forschungszentrum Köln-Porz. Der hohe Gast wird von Ministerpräsident Johannes Rau, Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber und dem DFVLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Walter Kröll zu den einzelnen Stationen begleitet. Den Abschluss des Besuchs bildet eine Podiumsdiskussion mit hochrangigen Wissenschaftlern und Politikern zu Perspektiven der deutsch-französischen Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrtforschung.
  • im März 1988 nehmen in Köln Porz die neuen Astronautenkandidaten Renate Brümmer, Hans Schlegel, Heike Walpot, Ulrich Walter und Gerhard Thiele ihr Training für die SPACELAB-Mission D 2 auf.
  • König Carl XVI. Gustav von Schweden besucht im Oktober das DFVLR-Forschungszentrum Köln-Porz. Die schwedische Delegation wird von Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Walter Kröll zu den einzelnen Stationen begleitet.
  • im Frühjahr 1992 nimmt das Nutzerzentrum für Weltraum-Experimente MUSC in Köln-Porz seine Tätigkeit auf. Das Nutzerzentrum der, 1989 umbenannten, Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist ein Projekt der Institute für Raumsimulation, Luft- und Raumfahrtmedizin sowie Werkstoff-Forschung.
  • das Institut für Antriebstechnik nimmt im Sommer 1992 in Köln-Porz einen in Europa einzigartigen Schubdüsenprüfstand in Betrieb. Dieser Prüfstand dient hauptsächlich der experimentellen Untersuchung von Schubdüsen für luftatmende Antriebe von wieder verwendbaren Raumfahrzeugen.
  • im Juni 1994 nimmt die DLR in Köln-Porz im Beisein der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Anke Brunn einen in Europa einzigartigen Hochflussdichte-Sonnenofen in Betrieb. Die Versuchseinrichtung soll für vielfältige Experimente in der solaren Chemie und solaren Materialforschung genutzt werden.
  •  Juli 1996 - Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem DLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Walter Kröll
    zum Bild Juli 1996 - Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem DLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Walter Kröll
    Beim "Tag der Forschung" lassen sich im Sommer 1994 rund 45000 Besucher allein in Köln-Porz die Gelegenheit nicht entgehen, die vielfältigen DLR-Forschungsaktivitäten aus der Nähe kennenzulernen.
  • Bundeskanzler Helmut Kohl besucht im Juli 1996 das Kölner DLR-Forschungszentrum und lässt sich zusammen mit Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers im Rahmen eines mehrstündigen Programms einer Reihe repräsentativ ausgesuchter Beispiele der vielseitigen DLR-Forschungspalette präsentieren. Genau genommen ist dies der zweite Besuch des Bundeskanzlers in Köln-Porz, zwei Jahre zuvor hatte er bereits das Astronautenausbildungszentrum EAC der ESA kennengelernt.
  • im Rahmen einer großen Pressekonferenz präsentiert die DLR auf dem Köln-Bonner Flughafen die weitreichenden Ergebnisse des breit angelegten Verbundprogramms "Schadstoffe in der Luftfahrt". Hierzu stellte die DLR ihr meteorologisches Forschungsflugzeug "Falcon" vor, die Lufthansa demonstriert an einem Airbus A319 Entwicklungspotenziale für umweltfreundlichere Triebwerke.
  • Umweltschutz ist für das DLR kein Fremdwort: im Frühjahr 1997 nimmt die DLR in Köln-Porz ein neues Blockheizkraftwerk sowie eine Hochdruckspeicheranlage für Erdgas in Betrieb.
  • von der Forschungsanstalt zum Zentrum: seit Oktober 1997 besitzt die Bundesrepublik Deutschland ein nationales Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Aus der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt sowie der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) wird jetzt – unter Beibehaltung des Akronyms DLR - das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
  • im August 1998 erster bundesweiter "Tag der Raumfahrt". Allein das DLR in Köln-Porz zählt mehr als 30000 Besucher, darunter rund 1000 Schüler, die den "Tag der Raumfahrt" zum Lernen vor Ort nutzen.
  • im März 1999 besucht NASA-Chefadministrator Daniel Goldin das DLR in Köln-Porz. Im Mittelpunkt des Besuchs steht die Unterzeichnung eines Abkommens über die Zusammenarbeit an den beiden Raumfahrtprojekten TETRA und X 38
  •  Inbetriebnahme des neuen Hochdruck-Brennkammerprüfstands HBK 4
    zum Bild Inbetriebnahme des neuen Hochdruck-Brennkammerprüfstands HBK 4
    im Juni 1999 veranstaltet das DLR in Köln-Porz einen Wissenschaftsgipfel, an dem sechs Nobelpreisträger aus dem In- und Ausland teilnehmen. Vor Gästen aus Wissenschaft, Politik und Industrie berichten sie über ihre interdisziplinären Arbeiten mit direktem oder indirektem Bezug zur Raumfahrt.
  • im Sommer 2000 führt das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin im Rahmen des Projekts "Leiser Flugverkehr" eine in der Öffentlichkeit viel beachtete Schlafstudie durch, bei der während insgesamt 2500 Nächten physiologische und psychische Reaktionen von Probanden auf nächtlichen Fluglärm untersucht werden.
  • im September 2000 findet erneut ein bundesweiter "Tag der Raumfahrt" statt. Allein am Standort DLR-Köln-Porz nutzen mehr als 65000 Enthusiasten die Gelegenheit, Luft- und Raumfahrtforschung buchstäblich hautnah zu erleben.
  • im Februar 2002 besucht Ministerpräsident Wolfgang Clement das DLR in Köln-Porz. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem DLR und dem Land Nordrhein-Westfalen über die Einrichtung eines DLR_School_Lab auch am Standort Köln-Porz. Die erste Einrichtung dieser Art wird bereits mit großem Erfolg beim DLR in Göttingen betrieben.
  • im September 2002 findet der "Tag der Raumfahrt" statt. Allein in Köln nutzen mehr als 85000 Besucher die Möglichkeit, sich über High Tech beim DLR zu informieren.
  • im Herbst 2003 nimmt das Institut für Antriebstechnik gemeinsam mit dem Partner Siemens einen Püfstand für umweltfreundliche Turbinen-Technologien in Betrieb. Der neue Hochdruck-Brennkammerprüfstand HBK 4 bildet eine wichtige Einzelkomponente des in Europa einzigartigen DLR-Zentrums für Verbrennungstechnik.
  • Premiere im September 2004: erstmals findet der schon traditionelle "Tag der Raumfahrt" an einem kompletten Wochenende statt, erstmals auch präsentiert sich das DLR in Köln gemeinsam mit seinen Nachbarn Luftwaffe und Flughafen Köln-Bonn. Mehr als 100000 Zuschauer nehmen begeistert an dem vielfältigen Informations- und Unterhaltungsprogramm teil.
  • im Frühsommer 2005 besucht Günter Verheugen, Vize-Präsident der EU-Kommission, das DLR sowie auch das Astronautenzentrum EAC in Köln-Porz. Im Mittelpunkt stehen dabei ausführliche Diskussionen mit dem DLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Sigmar Wittig und dem ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.
  • im August 2005 zeigt das DLR großes Engagement beim Weltjugendtag in Köln. Eine 76köpfige Jugendgruppe aus Neuseeland findet unbürokratisch Quartier im Standort Köln-Porz, das Berliner Institut für Verkehrsforschung beteiligt sich mit einer echtzeitnahen Verkehrsanalyse und –prognose an Bord des Luftschiffs "Zeppelin NT".
  •  Gut besucht bei bestem Wetter - Tag der Luft- und Raumfahrt 2007
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    im Januar 2007 führen kurz vor Beginn des Projektstarts "Next Generation Train" DLR und Bombardier im Kölner-Kryo-Windkanal eine umfangreiche Messkampagne zur Untersuchung künftiger Hochgeschwindigkeits-Schienenfahrzeugkonzepte durch.
  • das Institut für Werkstoff-Forschung nimmt im Juni 2007 ein neues Beschichtungszentrum als wichtigen Beitrag zur Entwicklung emissions- und verbrauchsarmer Flugzeugtriebwerke in Köln-Porz in Betrieb. Kernstück der neuen Versuchseinrichtung ist eine weltweit einzigartige Multiquellen-Magnetron-Sputter-Anlage (MEGA).
  • Mehr als 80000 Besucher erleben im September 2007 beim erstmals so genannten "Tag der Luft- und Raumfahrt" in Köln-Porz Hightech aus Luft- und Raumfahrt aus nächster Nähe. Auch in diesem Jahr veranstaltet das DLR zeitnah zum "Tag der Luft- und Raumfahrt" vom Köln-Bonner Flughafen aus eine Parabelflugkampagne mit dem Airbus A300 der französischen Einrichtung Novespace. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Johann Dietrich Wörner lässt es sich nicht nehmen, an einem der Parabelflüge selbst teilzunehmen.
  • das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin nimmt im August 2007 in Köln-Porz im Auftrag der ESA eine neuartige Kurzarmzentrifuge zur Untersuchung von Behandlungsmethoden für die bemannte Raumfahrt sowie auch für klinische Forschungsstudien im Bereich der Humanphysiologie in Betrieb. Im Vordergrund sollen Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit von Astronauten im Erdorbit stehen.
  • das Institut für Technische Thermodynamik nimmt im Juni 2009 in Köln-Porz ein neues Test- und Qualifizierungszentrum für konzentrierende Solartechnik (QUARZ) in Betrieb. An den Prüfständen und Großanlagen können von nun an Hersteller und Kunden von solarthermischen Anlagen wichtige Teile, wie zum Beispiel Spiegel oder Absorberrohre, auf ihre Qualität testen.

Historische Beratung: Prof. Dr. Gert Winterfeld, ehemaliger Leiter des Instituts für Luftstrahlantriebe


Contact
Michel Winand
German Aerospace Center

Corporate Communications, Cologne

Tel: +49 2203 601-2144

Fax: +49 2203 601-3249

E-Mail: Michel.Winand@dlr.de
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Texte zu diesem Artikel
DLR-Webcast: Die Treibende Kraft - 50 Jahre Antriebstechnik in Köln (http://www.dlr.de/100Jahre/en/desktopdefault.aspx/tabid-1/86_read-18568/usetemplate-print/)
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50 Jahre DLR-Standort Köln (http://www.dlr.de/100Jahre/en/Portaldata/1/Resources/kommunikation/publikationen/ignition_09/50jahre_dlrkp.pdf)
"Mit der Vision vom freien Flug": Zur Geschichte des Luftfahrtcampus Köln-Porz (Ignition 2007) (http://www.dlr.de/100Jahre/en/Portaldata/1/Resources/Kommunikation/Publikationen/ignition_09/03c_Vision_vom_freien_Flug.pdf)