|
Am 30. Juni 1908 explodierte in etwa zwölf Kilometern Höhe über der sibirischen Taiga ein Asteroid von etwa 30 bis 50 Metern Durchmesser. Die von der Explosion ausgelöste Druckwelle verwüstete ein Gebiet von mehr als 20.000 Quadratkilometern.
Erst 1927 konnte eine Expedition zum Ort des Ereignisses vordringen. In einem Umkreis von etwa 25 Kilometern bot sich den Teilnehmern ein Bild der Zerstörung. Etwa 80 Millionen Bäume wurden entwurzelt oder umgeknickt, eine Fläche von der doppelten Größe Berlins war verwüstet.
Beim Zerplatzen des Asteroiden wurde eine Energie freigesetzt, die etwa der Kraft von 10 bis 15 Megatonnen TNT-Sprengstoff oder der Energie von mehreren hundert Atombomben des Typs Hiroshima entspricht. Weil das Gebiet sehr dünn besiedelt ist, kam vermutlich nur eine Person ums Leben. Die Folgen der Katastrophe sind noch heute, nach hundert Jahren, zu erkennen. Weil der in die Erdatmosphäre eingedrungene Asteroid über der Erdoberfläche explodierte, entstand am Boden kein Einschlagskrater. Jedoch sind noch zahlreich umgeknickte Bäume zu sehen.
Bild: Russ. Akademie der Wissenschaften/L. Kulik.
|