DLR unterstützt mit Satellitenaufnahmen humanitäre Hilfsaktionen im Erdbebengebiet in Pakistan
13. Oktober 2005
Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) stellt hoch aufgelöstes Kartenmaterial bereit
Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist an der Notfallkartierung der Erdbebenregion Kaschmir, Pakistan, beteiligt. Am 11. Oktober 2005 erreichten die Wissenschaftler erste hoch aufgelöste Satellitenbilder aus den Krisenregionen. Sie stammen vom Satelliten Ikonos, dessen Daten das DLR im Auftrag der Firma European Space Imaging (EUSI) in Oberpfaffenhofen empfängt.

Lagekarte für Pakistan, Indien und Afghanistan
Die Mitarbeiter des ZKI haben Karten erstellt, die den Einsatzkräften vor Ort als ergänzende Grundlage für ihre Hilfsmaßnahmen dienen, beispielsweise von der Stadt Muzaffarabad, in der auch eine Schule eingestürzt war, die etliche Kinder unter sich begrub. Zudem bereitet das ZKI weitere Geobasisdaten für die Hilfskräfte vor Ort auf, z.B. für das Technische Hilfswerk. Dazu zählen unter anderem Höhenmodelle in Verbindung mit Informationen zum Wege- und Straßennetz, die den Rettern vor Ort helfen, schneller zu den verletzten und hilfsbedürftigen Menschen vorzudringen.
Ein offizielles Hilfeersuchen, die so genannte "International Charter on Space and Major Disasters", war am vergangenen Wochenende für Indien und Pakistan ausgelöst worden. Indien führt die Notfallkartierung in eigener Regie durch. Die Datenanforderung für Pakistan wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA koordiniert. Im Zuge des ESA/EU-Programms "Global Monitoring for Environment and Security (GMES)" wertet das DLR die Daten zusammen mit internationalen Partnern aus.
Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) ist ein Service des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) des DLR in Oberpfaffenhofen bei München. Seine Aufgabe ist die schnelle Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Satellitendaten bei Natur- und Umweltkatastrophen, für humanitäre Hilfsaktivitäten und für die zivile Sicherheit. Die Auswertungen werden nach den spezifischen Bedürfnissen für nationale und internationale Hilfsorganisationen sowie für die politischen Bedarfsträger durchgeführt. Wichtige Aufgaben erfüllte das ZKI zuletzt auch bei den verheerenden Überflutungen in Rumänien, bei der Tsunami-Katastrophe in Südostasien Ende vergangenen Jahres und bei den Waldbränden in Portugal im vergangenen August.