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Vulkaninsel Stromboli: Die Venus auf Erden?



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Vulkaninsel Stromboli: Die Venus auf Erden?
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Als 1967 erstmals und in den Folgejahren die damalige Sowjetunion mit den Venera-Sonden auf der Venus landete, wurden jeweils für kurze Zeit Messdaten und Bilder von der lebens- und "technikfeindlichen" Planetenoberfläche zur Erde übertragen: Sie zeigen eine heiße, trockene Landschaft, die aus vulkanischen Gesteinen aufgebaut ist (kleines Bild).

Auf der Venusoberfläche herrschen konstant etwa 460 Grad Celsius. Diese Temperatur, bei der sogar Blei schmelzen würde, ist das Ergebnis eines extremen Treibhauseffekts, der einen Großteil der eingestrahlten Sonnenenergie unter der dichten Kohlendioxidatmosphäre des Planeten gefangen hält und ihn aufheizt. Vor etwa einer halben Milliarde Jahre kam es auf der Venus zu einer globalen, vulkanischen Katastrophe, bei der die gesamte Oberfläche neu gestaltet wurde. Hierzu nimmt sich der irdische Vulkanismus vergleichsweise bescheiden aus. Dennoch lassen sich, wie beispielsweise auf der Vulkaninsel Stromboli im Tyrrhenischen Meer (Süditalien) Vergleiche mit der Venus anstellen – beispielsweise, indem man vulkanische Gesteine und Minerale hinsichtlich ihres Reflexions- und Abstrahlungsverhalten bei den hohen Temperaturen vergleicht, wie sie auf der Venus herrschen.

Auch untersuchen Planetologen die Rolle von vulkanischen Gasen, beispielsweise Kohlen- oder Schwefeldioxid, und deren Auswirkung auf Dynamik und Prozesse in der Venusatmosphäre und den dadurch ausgelösten Treibhauseffekt, um Rückschlüsse für die Klimaentwicklung auf der Erde zu gewinnen.

Bild: DLR; Russische Akademie der Wissenschaften.