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Helle und dunkle Dunstbänder auf der Südhalbkugel der Venus in Ultraviolett



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Helle und dunkle Dunstbänder auf der Südhalbkugel der Venus in Ultraviolett
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Dieses Falschfarbenbild der Venus wurde mit der Venus Monitoring Camera (VMC) von Venus Express aufgenommen und zeigt die Südhalbkugel vom Äquator (rechts) bis zum Südpol (links im Bild).

Der Südpol ist von einem dunklen, ovalen Wolkenfeld umgeben, in dem sich ein halbrundes, noch dunkleres Wolkenband befindet. Vom Pol in Richtung der niedrigeren Breitengrade und des Äquators sind zahlreiche unterschiedlich strukturierte, bisweilen gestreifte oder fleckige Wolkenbänder zu erkennen. Venus Express hat in der oberen Atmosphäre Windgeschwindigkeiten von bis zu 400 Stundenkilometer gemessen.

In einer Höhe von 70 Kilometern und direkt darunter enthält die Kohlendioxid-Atmosphäre der Venus geringe Mengen an Wasserdampf und gasförmiger Schwefelsäure. Gewöhnlich sind der Wasserdampf und die Schwefelsäure unter dichten Wolken verborgen und in den sichtbaren Wellenlängen des Lichts nicht zu erkennen. Durch atmosphärische Prozesse können die Moleküle jedoch über die oberste Wolkendecke aufsteigen, wo sie massiv der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Dadurch werden die molekularen Bindungen zwischen den Atomen aufgebrochen, die Moleküle ionisiert und stark reaktiv. Die einzelnen Fragmente finden wieder zueinander, gehen wieder atomare Bindungen ein und bilden erneut Schwefelsäure; dieser Prozess verrät sich durch die Aufhellung der Dunstschichten der oberen Atmosphäre und kann von der VMC beobachtet werden.

Das Bild wurde mit dem Ultraviolettfilter der VMC in einer Wellenlänge von 365 Nanometern am 23. Juli 2007 aus einer Entfernung von 35.000 Kilometern zur Venus aufgenommen.

Bild: ESA/MPS/DLR/IDA.