DLR Logo
  Home|Textversion|Impressum   English
  Sie sind hier: Home:News-Archive:Missionen und mehr:Venus Express


Erstarrte Lavaströme in der Region Mylitta Fluctus



Zurück 4/4
Erstarrte Lavaströme in der Region Mylitta Fluctus
Bild herunterladen: Hi-Res JPEG (0,62 MB)
Bei der Auswertung der globalen topographischen Venuskarten, die in den 1990er-Jahren mit Radardaten der amerikanischen Mission Magellan aufgenommen wurden, konnten die Planetenforscher bis zu zehntausend Vulkane auf der Venus identifizieren. Zum Teil erstrecken sich die von diesen Vulkanen ausgehenden Lavaströme über viele hundert Kilometer und überdecken Flächen von der Größe Deutschlands.

Das Bild zeigt ein Magellan-Radarbild des Gebiets Mylitta Fluctus, in dem erstarrte Lavaströme zu erkennen sind, die in ihrer Struktur irdischen Basalt-Lavaströmen ähnlich sind. Basalt ist ein vulkanisches Gestein, das relativ arm an Silizium ist, das als Lava bei Temperaturen von um die tausend Grad Celsius austritt und auf der Erde häufig vorkommt – beispielsweise auf den Hawaii-Inseln, oder den Ozeanböden, die zwei Drittel der Erdkruste ausmachen.

Mylitta Fluctus befindet sich in einem Gebiet auf der Südhalbkugel der Venus, das in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit dem Spektrometer VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer) an Bord der ESA-Raumsonde Venus Express untersucht wurde. Dort konnten nun an den erloschenen Vulkanen kleine Abweichungen von vorhergesagter Temperatur nachgewiesen werden. Auch Mylitta Fluctus zeigt erhöhte Werte an Wärmeabstrahlung. Die Planetenforscher interpretieren diese Temperaturvariationen als Unterschiede in der Zusammensetzung der erstarrten Lava, die darauf zurückzuführen sein könnten, dass die Vulkane zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind.

Bild: NASA/JPL.