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News-Archiv 2007

Weiteres Wachstum des Low Cost Carrier-Luftverkehrsmarktes

23. Mai 2007

 Low Cost Carrier
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Auch nach rund fünf Jahren seit Etablierung der Low Cost Carrier (LCC) in Deutschland setzt sich ihr rasantes Wachstum - wenn auch teilweise leicht abgeschwächt - 2007 fort. Dies ist eine der Kernaussagen einer neuen Analyse, die die Abteilung Flughafenwesen und Luftverkehr des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) soeben veröffentlichte.

Im Frühjahr dieses Jahres gab es rund 24 Low Cost-Fluggesellschaften, die in Deutschland tätig sind und insgesamt knapp 3.700 Flüge angeboten haben. Gemessen an der Zahl der Flüge (Starts) im Januar ist die DBA, die im letzten Jahr von Air Berlin übernommen worden ist und zur Zeit in deren Streckennetz integriert wird, der größte Low Cost-Anbieter in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr gab es das größte Wachstum bei HLX, die mittlerweile zusammen mit Hapag Lloyd Flug unter Tuifly.com firmiert sowie bei Ryanair. Insgesamt vereinen die sechs größten Low Cost Carrier in diesem Frühjahr rund 90 Prozent des LCC-Marktes auf sich.

Dabei treten immer mehr kleinere Gesellschaften in den Markt, die bisherige Nischen für sich entdecken. Insgesamt wurden Anfang dieses Jahres 396 unterschiedliche Strecken im innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr bedient. Dies sind 73 Strecken mehr als im Winter des letzten Jahres, gleichbedeutend mit einer Zunahme von 23 Prozent. Neben dem neuen Abflughafen Zweibrücken folgt in diesem Frühjahr der Flughafen Memmingen. Neue Ziele wurden besonders in den mittel- und osteuropäischen Ländern angeflogen. Der verkehrsreichste Flughafen Deutschlands, Frankfurt, spielt auf Grund seiner ausgeprägten Drehkreuzfunktion im klassischen Linienverkehr und den ausgelasteten Kapazitäten auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Dagegen weist der Flughafen Köln/Bonn mit rund 61 Prozent seines Flugaufkommens mit weitem Abstand die größte Anzahl an LCC-Flügen aus, jedoch betrug das Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum hier nur noch 3,4 Prozent. Besonders stark nahmen dagegen die Low Cost-Verkehrsbewegungen an den Flughäfen München und Leipzig zu.

 Low Cost Carrier-Markt im Frühjahr 2007
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Die Durchschnittspreise der bedeutendsten Low Cost-Anbieter auf dem deutschen Markt variieren zwischen 17 Euro und 77 Euro für den einfachen Flug. Hinzu kommen jeweils Steuern und Gebühren sowie bei einigen Fluggesellschaften auch noch ein Kerosinzuschlag oder eine Gepäckgebühr. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Nettopreise bei allen betrachteten Fluggesellschaften erneut deutlich gefallen, ein Zeichen für einen anhaltend starken Wettbewerb. Preisgünstigste Gesellschaft war erneut Ryanair.

Im Jahr 2006 nutzten auf den deutschen Verkehrsflughäfen mehr als 40 Millionen Passagiere die Angebote von Low Cost-Airlines für ihre Flugreisen. Dies bedeutet ein Wachstum von knapp 30 Prozent. Bei einem Gesamtpassagieraufkommen von rund 175 Millionen Passagieren im selben Jahr beträgt der Marktanteil des LCC-Segments somit ca. 24 Prozent. Mehr als 28 Millionen der Low Cost-Passagiere hatte davon ein Ziel im Ausland, 14 Millionen reisten innerdeutsch. Dabei hatten die Berliner Flughäfen zusammen genommen mit 3,4 Millionen Passagieren das höchste Aufkommen. 56 Prozent der Passagiere von und nach Berlin im Originärverkehr nutzen mittlerweile eine LCC-Fluggesellschaft. Die Länder mit dem höchsten LCC-Aufkommen im grenzüberschreitenden Passagierverkehr sind Spanien und Italien.

Zum ersten Mal stellten die Experten aus DLR und ADV in ihrer neuen Analyse auch den gesamten europäischen Markt dar. Hier zeigt sich, dass Ryanair mit über 5.500 Starts und 754 Strecken das größte Angebot aufweist. Als Zielland Nummer eins bei Low Cost-Flügen gilt Großbritannien, gefolgt von Deutschland.  Dabei ist London-Stansted der Flughafen mit der größten Anzahl an Low Cost-Flügen. Im Europaverkehr hat der Low Cost Carrier-Markt mittlerweile einen Anteil von 19 Prozent bei den Flugangeboten erreicht.


Kontakt
Dr. Dietmar Heyland
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Technology Marketing

Tel.: +49 2203 601-2769


Dr.phil. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR Flughafenwesen und Luftverkehr

Tel.: +49 2203 601-4554

Fax: +49 2203 601-2377


Erstellt am: 23.05.2007 09:10:00 Uhr