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News-Archiv Verkehr bis 2007

Telemedizinprojekt informiert Reisende im Ausland

28. Juni 2005

 Der diesjährige Kongress Medizin und Mobilität steht ganz im Zeichen der Reisemedizin
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7. Kongress Medizin und Mobilität in Köln stellt TEMOS vor und arbeitet Tsunami-Hilfe auf

Köln-Porz - Weltweit einzigartig ist ein Telemedizinprojekt, das über Behandlungsmöglichkeiten im Ausland informiert. Ausführlich vorgestellt wird "TEMOS" auf dem 7. Kongress Medizin und Mobilität, der vom 30. Juni bis 2. Juli 2005 im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz stattfindet. Circa 300 Fachleute aus Deutschland, Europa und Übersee diskutieren neue Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrtmedizin, der Berg-, Höhen-, Expeditions- und Polarmedizin, der Tauchmedizin, Verkehrsmedizin und verwandten Gebieten.

 Einweihung der 'Privat Travel Clinic' im indischen Manali, Himalaya
zum Bild Einweihung der "Privat Travel Clinic" im indischen Manali, Himalaya

Der diesjährige vom DLR und der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin und weiteren wissenschaftlichen Gesellschaften veranstaltete Kongress Medizin und Mobilität steht ganz im Zeichen der Reisemedizin. Allein von Deutschland aus starten in diesem Jahr 60 bis 70 Millionen Urlaubsreisende. Immer häufiger stellt sich deshalb die Frage nach qualifizierter medizinischer Betreuung in der Ferne.

Tropenkrankheiten wie Malaria gilt dabei häufig die öffentliche Aufmerksamkeit. Doch nur ein Bruchteil der Urlaubsreisen geht in Länder mit Tropenerkrankungen. Ein viel häufigeres Gesundheitsrisiko sind Unfälle. So ist in vielen Ländern der Dritten Welt das Autofahren zehn- bis teilweise über fünfzigmal gefährlicher als in Deutschland. Auch die Risiken des Höhenaufenthalts oder des Tauchens sind zu wenig bekannt. Hier besteht auch Nachholbedarf in der Fortbildung von Ärzten. Der diesjährige Kongress Medizin und Mobilität legt deshalb großen Wert auf reisemedizinische Fortbildung in großer Themenbreite. Dazu gehört in diesem Jahr auch, Erfahrungen aufzuarbeiten, die nach der Tsunami-Katastrophe gemacht wurden sowie die Problematik der Rückholung nach einem Unfall aus dem Ausland. Zu erwarten sind Vorschläge, wie Hilfseinsätze bei solch gravierenden Ereignissen besser abgestimmt werden können.

 Telemedizinische Konferenz in der 'Privat Travel Clinic'
zum Bild Telemedizinische Konferenz in der "Privat Travel Clinic"

Ein Highlight des Kongresses wird das neue Telemedizinprojekt „TEMOS“ sein. Mit dieser Weltneuheit wird es zukünftig möglich sein, bei Erkrankung Einzelner und auch bei Katastrophen eine Direkt-Verbindung zu medizinischen Einrichtungen in Deutschland herzustellen. Im ersten Schritt werden Informationen über Krankenhäuser im Ausland bereitgestellt. Diese werden zuvor begutachtet. Die Daten werden dann im Internet für jeden zugänglich gemacht. So kann sowohl der Arzt bei der Beratung vor einer Reise als auch der Reisende selbst vor oder auch im Problemfall während der Reise erfahren, wo er im Notfall welche Hilfe bekommt. Die ersten 100 Krankenhäuser in Griechenland und der Türkei sind bereits begutachtet; erste Informationen darüber sind im Netzwerk des Centrums für Reisemedizin unter www.crm.de einsehbar. Im zweiten Schritt wird ein telemedizinisches Netzwerk aufgebaut, mit dem bei medizinischen Notfällen die einzelnen Krankenhäuser im Ausland mit deutschen Fachkliniken Kontakt aufnehmen können, um die notwendige weitere Versorgung des Patienten abzustimmen. Zusätzlich wird ein Telefortbildungsprogramm etabliert, um national und global die ärztliche Fortbildung auf dem Gebiet der Reisemedizin zu erleichtern, indem sie z. B. direkt in der Arztpraxis erfolgen kann.


Kontakt
Dr. Katrin Stephan
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Planetengeologie


Erstellt am: 28.06.2005 17:10:00 Uhr