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News-Archiv Luftfahrt 2009

Tiefer Einbruch am deutschen Billigflugmarkt: DLR veröffentlicht aktuelle Studie

30. April 2009

DLR und ADV präsentieren Low Cost Carrier Monitor mit neuen Zahlen für 2008 und 2009

 Tiefer Einbruch für Low Cost Carrier (LCC) in Deutschland
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Nach einer starken Zunahme in den vergangenen Jahren und einem gebremsten Wachstum im Sommer des Jahres 2008 gibt es im Frühjahr 2009 erstmalig auch auf dem deutschen Billigflugmarkt einen deutlichen Rückgang der angebotenen Flüge. Das ist eine der Kernaussagen der aktuellen Studie Low Cost Carrier Monitor (LCCM), die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) am 30. April 2009 veröffentlicht hat. Mit dem LCCM informiert das DLR zweimal jährlich über wesentliche Merkmale des Low Cost Carrier-Verkehrs in Deutschland.

Im Winter 2008/2009 gab es noch 19 Low Cost-Fluggesellschaften in Deutschland, die insgesamt etwas mehr als 4000 Flüge angeboten haben. Das sind rund 8,5 Prozent weniger Flüge als im letzten Jahr, gegenüber einer Wachstumsrate von über 20 Prozent im Vorjahr. Damit war 2008 das Jahr mit dem bisher größten Angebot an Low Cost-Flügen.

Billig-Fluggesellschaften reduzieren ihr Streckenangebot erheblich

 Marktanteile der Low Cost Carrier in Deutschland
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Gemessen an der Zahl der Flüge (Starts) im Januar 2009 ist Air Berlin weiterhin der größte Low Cost-Anbieter in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur bei Ryanair mit über 20 neuen Strecken eine größere Zunahme an bedienten Strecken im Frühjahr 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Die meisten anderen Fluggesellschaften reduzierten ihr Streckenangebot deutlich. Insgesamt vereinen die fünf größten Low Cost Carrier in diesem Frühjahr nahezu 90 Prozent des LCC Marktes auf sich, zu ihnen gehören die Fluggesellschaften Air Berlin, Germanwings, TUIfly, Rynair und easyJet. Während sich einige Gesellschaften vom deutschen Markt zurückziehen, entdecken andere, kleinere Billigfluglinien neue Nischen im Verkehr mit Deutschland. Allerdings verschmelzen durch die Konsolidierung in diesem Markt die Geschäftsmodelle einiger Gesellschaften und erschweren somit eine eindeutige Zuordnung.

Insgesamt wurden im Frühjahr dieses Jahres 466 unterschiedliche Strecken im innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr bedient. Dies sind rund 30 Strecken weniger als im Frühjahr des letzten Jahres, gleichbedeutend mit einer Abnahme von rund sieben Prozent. Im Jahr davor gab es noch eine Zunahme von über 25 Prozent. Es wurden keine weiteren deutschen Flughäfen in das Netz der LLC integriert. Neue Ziele wurden besonders in den süd- und osteuropäischen Ländern angeflogen. Einen starken Zuwachs gab es am Flughafen Niederrhein (Airport Weeze), eine starken Rückgang am Flughafen Dortmund. Während Ryanair sein Angebot in Weeze gegenüber dem Vorjahr stark ausgebaut hat, gab es in Dortmund einen Teilrückzug von easyJet.

Flugpreise teilweise deutlich höher als im Herbst 2008

 Entwicklung des Low Cost Carrier-Streckennetzes von deutschen Flughäfen (Anzahl der Flugverbindungen)
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Die Durchschnittspreise der bedeutendsten Low Cost-Anbieter auf dem deutschen Markt variieren untereinander und in Abhängigkeit vom Vorausbuchungszeitraum. Zu den veröffentlichten Nettopreisen kommen jeweils Steuern und Gebühren sowie bei einigen Fluggesellschaften auch noch Kerosinzuschlag oder Servicegebühr hinzu. So wurden bei 62 ausgewählten Strecken die Flugpreise für verschiedene Zeitpunkte ermittelt. Dies entspricht einer mehr als zehnprozentigen repräsentativen Stichprobe. Die auf diese Art bestimmten Durchschnittspreise für eine Strecke variieren im Frühjahr 2009 zwischen circa 26 Euro und 84 Euro bei den Nettopreisen und zwischen 38 Euro und 155 Euro bei den Endpreisen. Somit liegen die Preise teilweise deutlich über den Preisen vom Herbst 2008.

Im Jahr 2008 nutzten auf den 24 internationalen Verkehrsflughäfen der ADV sowie vier weiteren Regionalflughäfen über 54 Millionen Passagiere die Angebote von Low Cost-Airlines für ihre Flugreisen. Dies bedeutet immer noch ein Wachstum von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresverlauf hat sich das Wachstum, ausgehend von 17 Prozent am Anfang des Jahres, kontinuierlich verringert, bis es ab Oktober 2008 sogar rückläufig war. Bei einem lokalen Gesamtpassagieraufkommen von rund 190 Millionen Passagieren auf den internationalen Verkehrsflughäfen beträgt der Marktanteil des LCC-Segments somit über 28 Prozent. Insgesamt hatten die Berliner Flughäfen zusammen genommen mit knapp fünf Millionen Passagieren das höchste Aufkommen aller Flughäfen in Deutschland.

Großbritannien bleibt weiterhin Zielland Nummer eins

Bei einer Betrachtung des gesamten europäischen Marktes zeigt sich, dass Ryanair seine Marktführerschaft im Low Cost Carrier-Sektor weiter ausgebaut hat. Mit über 7300 Starts sowie mehr als 1200 Strecken verfügt diese Gesellschaft über das größte Verkehrsangebot, vor easyJet und dem Low Cost-Segment von Air Berlin. Das Zielland Nummer eins bei den Low Cost Carriern stellt auch diesmal Großbritannien dar, das mit weitem Abstand die meisten Flüge aufweist.

Dabei ist London Stansted Airport der Flughafen mit dem größten Aufkommen an Billigflügen, dicht gefolgt vom Flughafen Dublin Airport; Köln-Bonn Airport liegt auf Rang 13 und der Flughafen Berlin-Tegel liegt auf dem 14. Platz. Damit haben die deutschen Flughäfen im Ranking bei den angebotenen Flügen im europäischen Vergleich einige Plätze verloren. Inzwischen gibt es Low Cost-Angebote in über 40 Ländern Europas, dabei werden auch die Grenzen nach Nordafrika und Asien immer mehr überschritten. Insgesamt sind aber auch hier rückläufige Tendenzen erkennbar, so reduzierte sich die Anzahl der Strecken um fast 400 gegenüber dem Frühjahr 2008.


Kontakt
Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Pressesprecher

Tel.: +49 2203 601-2474

Mobil: +49 171 3126466

Fax: +49 2203 601-3249


Dr.phil. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR Flughafenwesen und Luftverkehr

Tel.: +49 2203 601-4554

Fax: +49 2203 601-2377


Zuletzt geändert am: 29.04.2009 14:49:55 Uhr