DLR Logo
  Home|Textversion|Impressum   English
  Sie sind hier: Home:News-Archive:Raumfahrt
News-Archiv Weltraum 2009

Europäische Satellitennavigation auf Erfolgskurs

26. Mai 2009

 Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo
zum Bild Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo

DLR bietet Beratungs- und Entwicklungsleistungen

Im Rahmen der "European Satellite Navigation Competition" vergibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Spezialpreis "Advanced Applications for Industry and Public". Mit der Öffnung der Online-Ideendatenbank auf www.galileo-masters.eu ist der internationale Ideenwettbewerb zur Suche nach den besten Anwendungsideen für die Satellitennavigation bereits zum sechsten Mal gestartet. Aufgerufen sind Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt. Projektideen und -vorschläge können bis zum 31. Juli 2009 im Internet eingereicht werden.

Beim DLR-Preis handelt es sich um Beratungs- und Entwicklungsleistungen durch das DLR im Wert von 150.000 Euro für die drei besten professionellen Anwendungen im industriellen und öffentlichen Sektor. Mit dieser Ausschreibung will das DLR in einem definierten Anwendungssegment der Satellitennavigation gezielt den Lösungsbedarf bei Endnutzern sowie Produkt- und Dienstleistungsentwicklern ermitteln. Gesucht werden Ideen, Technologien und Anwendungen, bei denen hohe Genauigkeit, Störungsfreiheit und Sicherheit zentrale Kriterien sind. Ziel ist es, neue und anwendungsnahe Forschungs- und Entwicklungsthemen zu identifizieren, deren Ergebnisse in Industriekooperationen erfolgreich zu neuen Produkten und Dienstleistungen auf dem Markt umgesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise Mehrwertdienste wie die Optimierung des Stromtransports über Elektrizitätsleitungen mittels hochgenauer Zeitsignale bzw. exakter Zeitsteuerung des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo. Auch im Finanz- und Kommunikationssektor spielen diese Signale für elektronisch übertragene Daten, Integrität und Authentizität durch digitale Zeitstempel eine wesentliche Rolle.

Das Gesundheitswesen steht heute im Spannungsfeld zwischen steigendem Kostendruck bei gleichzeitiger Service-Orientierung und demographischem Wandel. So wachsen die Anforderungen gerade auch in der Medizintechnik und in der Pharmabranche. Endnutzer für hochgenaue Navigationssignale können Ärzte, Notfalldienste, Kliniken, Krankenkassen und natürlich nicht zuletzt der Patient selbst sein.

Mit neuen Methoden zur verbesserten Signalverifikation sollen die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Positionierung und der Navigation erhöht werden. So können mit Hilfe lokaler Ergänzungssysteme die Luftfahrt, Schifffahrt sowie der Schienenverkehr unterstützt werden. Empfänger müssen dabei gegen Signalstörungen wie reflektierende Signale oder ausgesendete Störsignale geschützt werden. Hierzu sind neue effektive Methoden zur Ausblendung von Störsignalen erforderlich.

Ebenso werden neue Verfahren zur hochgenauen Lagebestimmung sowie zur schnellen Datenverteilung am Boden gesucht. Diese können zur Kollisionserkennung von Zügen oder zur Unterstützung der Flugführung am Boden genutzt werden. Nutzer im öffentlichen Sektor sind in hohem Maße auf die Genauigkeit, die Signalqualität und die Zuverlässigkeit der Signalübertragung angewiesen. Dies umfasst den gesamten Verkehr ebenso wie zivile und sicherheitskritische Aufgaben aller Ebenen: Krisenstäbe, Notfalldienste, humanitäre Hilfsaktionen, Einzug von Mautgebühren sowie Aufzeichnungen von Fahrtenschreibern.

In den letzten Jahren wurden im Rahmen der European Satellite Navigation Competition zum Beispiel folgende Ideen prämiert: Ein Rettungssystem für über Bord gegangene Seeleute, ein mobiles, GPS-gestütztes soziales Netzwerk, eine Handy-basierte "Anleitung" zum ökologischen Autofahren, ein Fernüberwachungssystem für die Rehabilitation von Herzkranken, eine Web 2.0-Plattform, die in Echtzeit ortsbezogene Videos bereitstellt sowie ein System zur Vorhersage von Hochwasser.


Kontakt
Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Pressesprecher

Tel.: +49 2203 601-2474

Mobil: +49 171 3126466

Fax: +49 2203 601-3249


Zuletzt geändert am: 26.05.2009 10:50:38 Uhr