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Spiegelndes Gewässer auf Titan



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Spiegelndes Gewässer auf Titan
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Das Bild zeigt eine Spiegelung, die durch Reflektion des Sonnenlichts an einer glatten Oberfläche auf dem Saturnmond Titan entsteht. Die Oberfläche ist ein ausgedehntes Gewässer flüssiger Kohlenwasserstoffe.

Das abbildende Spektrometer VIMS (Visual and Infrared Mapping Spectrometer) an Bord der NASA-Raumsonde Cassini registrierte diesen "Glanz" Titans am 8. Juli 2009. Die Aufnahme bestätigt zum ersten Mal direkt das Vorhandensein von Gewässern in der nördlichen Hemisphäre des Saturnmondes. Seen sind hier zahlreicher und ausgedehnter als in der südlichen Hemisphäre. Wissenschaftler hatten anhand von VIMS-Daten bereits 2008 Flüssigkeitsvorkommen im Ontario Lacus, dem größten See auf der Südhalbkugel des Titan, nachgewiesen.

Die nördliche Hemisphäre war für nahezu 15 Jahre in Dunkelheit gehüllt. Im August 2009 durchlief die Sonne auf dem Saturn und dem Titan den Frühlingspunkt und brachte wieder erstes Licht auf die nördliche Regionen. Die veränderte Sichtgeometrie ermöglichte es, mithilfe des Spektrometers VIMS die Spiegelung festzuhalten. Denn Titans größtenteils undurchsichtige Atmosphäre erlaubt nur in wenigen Wellenlängen einen Blick auf die Oberfläche. Das VIMS-Instrument erlaubte den Wissenschaftlern, in einem solchen Band des infraroten Lichts nach dem Glänzen zu suchen. Das Bild wurde bei einer infraroten Wellenlänge von 5 Mikrometern aufgenommen.

Durch den Vergleich von Radar- und Infrarotbildern aus den Jahren 2006 bis 2008 konnten Cassini-Wissenschaftler die nun beobachtete Spiegelung mit der Küstenlinie des Titansees "Kraken Mare" in Verbindung bringen. Der ausgedehnte See hat eine ungefähre Fläche von 400.000 Quadratkilometern. Der im Bild spiegelnde Teil befindet sich bei 71 Grad Nord und 337 Grad westlicher Länge.

Das Bild entstand in einer Entfernung von etwa 200.000 Kilometern während des 59. Titan-Vorbeiflugs der Raumsonde Cassini. Die Bildauflösung betrug 100 Kilometer pro Pixel. Forscher des DLR-Instituts für Planetenforschung in Berlin und der University of Arizona in Tucson verarbeiteten die Aufnahme weiter.

Bild: NASA/JPL/University of Arizona/DLR.