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Io - vulkanisch aktiver Körper



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Io - vulkanisch aktiver Körper
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Nicht die Erde, sondern Jupiters innerster Mond Io ist der vulkanisch aktivste Körper in unserem Sonnensystem. Die Raumsonde Galileo machte zwischen 1995 und 2003 rund 120 Vulkane aus, die Gas und Staub bis in 400 Kilometer Höhe schleudern. Im Durchschnitt bildet das Auswurfmaterial alle hundert Jahre global eine circa einen Zentimeter dicke Schicht, so dass sich Ios Oberfläche ständig wandelt. Bis zu 300 Kilometer lange und 1500 Grad Celsius heiße Lavaströme aus schwefelhaltigem Material und geschmolzenen Silikaten wälzen sich über die Oberfläche. Unterschiedliche Schwefelverbindungen sind auch für die rötlich-gelbe Färbung verantwortlich.

Woher kommt die für den Vulkanismus nötige Energie? Io unterliegt auf ihrer Bahn den Einflüssen der Schwerefelder von Jupiter und den Nachbarmonden Europa und Ganymed. Diese umrunden gemeinsam mit Io den Planeten in einer Resonanz - während einer Ganymed-Umrundung kreist Europa zweimal um den Jupiter und Io dreimal: Regelmäßig stehen die drei Monde also in einer Linie, und die beiden äußeren Monde zerren an Io, ihrem innersten, an sie gebundenen Begleiter. Da Jupiter gleichzeitig noch viel stärker in die entgegen gesetzte Richtung zieht, führt dies zu starken Gezeitenkräften. Sie bewirken einerseits, dass auf Ios Oberfläche eine rund hundert Meter hohe Aufwölbung der plastischen Gesteinskruste wie ein Flutberg wandert. Zum anderen wird das Innere wie ein Teig geknetet. Dabei erwärmt sich das Material so sehr, dass es schmilzt und als Lava austritt sowie explosive Vulkane antreibt.

Bild: Weltraumsonde Galileo, NASA/JPL/University of Arizona.