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News-Archiv Aeronautics 2010

Nach der Krise wieder Wachstum im Low-Cost-Segment des Luftverkehrs

12. Mai 2010

 Angebotene Strecken erreichen fast wieder das Niveau von 2008
zum Bild Angebotene Strecken erreichen fast wieder das Niveau von 2008

DLR und ADV veröffentlichen neuen Low-Cost-Monitor

Der Low-Cost-Verkehr ist wieder auf Wachstumskurs - nach einem tiefen Einbruch im Frühjahr 2009. Die Anzahl der angebotenen Strecken der Low-Cost-Carrier (LCC) in Deutschland hat schon fast wieder das Niveau von 2008 erreicht. Das sind die Ergebnisse des neuen "Low-Cost-Monitor", den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) jetzt veröffentlicht hat.

Im Frühjahr 2010 gab es 17 Low-Cost-Fluggesellschaften in Deutschland, die insgesamt mehr als 4.100 Flüge angeboten haben. Das sind rund zwei Prozent mehr Flüge als im letzten Jahr. Somit setzt sich das positive Wachstum, das seit Ende letzten Jahres zu erkennen ist, weiter fort. Allerdings hat es noch nicht dieselbe Dynamik wie vor der Wirtschaftskrise: So liegt der Anstieg der angebotenen Flüge noch mehr als fünf Prozent unter dem Wert von 2008.

Sechs Low-Cost-Carrier teilen sich 93 Prozent des Marktes

Gemessen an der Zahl der Starts im Januar ist Air Berlin mit Abstand der größte Low Cost Anbieter in Deutschland, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass zahlreiche Strecken von TUIfly übernommen worden sind. Diverse hoch frequentierte innerdeutsche Strecken sind schon zu einem früheren Zeitpunkt durch die Übernahme der "dba" in das Netz von Air Berlin integriert worden. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Ryanair und Germanwings mit jeweils über zehn neuen Strecken eine größere Zunahme an bedienten Strecken.

Auch zahlreiche andere Fluggesellschaften konnten ihr Streckenangebot geringfügig erhöhen. Insgesamt vereinen die sechs größten Low-Cost-Carrier in diesem Frühjahr 93 Prozent des LCC-Marktes auf sich. Während sich einige Gesellschaften vom deutschen Markt zurückziehen, entdecken andere kleinere Low-Cost-Carrier neue Nischen im Verkehr mit Deutschland. Allerdings mussten verschiedene Airlines in den vergangenen Monaten auch Insolvenz anmelden, durch Konsolidierung verschmelzen in diesem Markt die Geschäftsmodelle einiger Gesellschaften und erschweren somit eine eindeutige Zuordnung.

Insgesamt wurden im Frühjahr 2010 495 unterschiedliche Strecken im innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr bedient. Dies sind rund 30 Strecken (plus 6,5 Prozent) mehr als im Frühjahr 2009 und fast genauso viele wie 2008, als der bisherige Höchststand bei den Frühjahrswerten seit Einführung der Low-Cost-Verkehre vor rund acht Jahren erreicht wurde. Es wurden keine weiteren deutschen Flughäfen in das Netz der Low-Cost-Carrier integriert. Neue Ziele wurden besonders in Süd- und Osteuropa angeflogen. Starke Zuwächse gab es unter anderem an den Flughäfen Memmingen und Weeze, geringere hingegen in Hamburg und Köln/Bonn. Einen Rückgang verzeichnen die Wissenschaftler an den Flughäfen Hahn und Hannover.

Zuschläge auf die Nettopreise

Die Durchschnittspreise der bedeutendsten Low-Cost-Anbieter auf dem deutschen Markt variieren untereinander und in Abhängigkeit vom Vorausbuchungszeitraum. Zu den veröffentlichten Nettopreisen kommen jeweils deutliche Zuschläge in Form von Steuern und Gebühren sowie bei einigen Fluggesellschaften auch noch Kerosinzuschlag oder Servicegebühr hinzu. So wurden in einer etwa zehnprozentigen Stichprobe aller Low-Cost-Strecken Deutschlands die Flugpreise für verschiedene Zeitpunkte ermittelt. Die auf diese Art bestimmten Durchschnittspreise für eine Strecke variieren im Frühjahr 2010 zwischen zirka 33 Euro und 77 Euro bei den Nettopreisen und zwischen 37 Euro und 118 Euro bei den Endpreisen.

Im Jahr 2009 nutzten auf den 23 internationalen Verkehrsflughäfen der ADV sowie vier weiteren Regionalflughäfen über 53 Millionen Passagiere die Angebote von Low-Cost-Airlines für ihre Flugreisen. Dies bedeutet einen Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber 2008. Bei einem lokalen Gesamtpassagieraufkommen von über 180 Millionen Passagieren auf den internationalen Verkehrsflughäfen beträgt der Marktanteil des LCC-Segments somit rund 29 Prozent. Insgesamt hatten die Berliner Flughäfen zusammen genommen mit rund 4,8 Millionen Passagieren im Low-Cost-Verkehr das höchste Aufkommen aller Flughäfen in Deutschland.

Großbritannien bleibt Zielland Nummer eins

Bei einer Betrachtung des gesamten europäischen Marktes zeigt sich, dass Ryanair seine Marktführerschaft im LCC-Sektor weiter ausgebaut hat. Mit über 7.600 Starts sowie knapp 1.400 Strecken verfügt diese Gesellschaft über das größte Verkehrsangebot, vor Easyjet und dem Low-Cost-Segment von Air Berlin. Das Zielland Nummer eins bei den Low-Cost-Carriern bleibt Großbritannien, das mit weitem Abstand die meisten Flüge aufweist. Auf den nächsten Plätzen folgen Italien, Deutschland und Spanien. Inzwischen ist London-Gatwick der Flughafen mit dem größten Aufkommen an Low Cost Flügen und hat damit London-Stansted auf den zweiten und Dublin auf den dritten Platz verdrängt. Köln-Bonn liegt im europäischen Vergleich auf Rang elf und Berlin-Tegel befindet sich auf dem 15. Platz. Damit weisen diese Flughäfen ähnliche Werte wie im letzten Jahr auf. Mittlerweile zählt auch der Flughafen Hamburg zu den 30 größten Flughäfen mit Low-Cost-Angeboten. Im Europaverkehr hat der LCC-Markt seinen Anteil von rund 26 Prozent bei den Flugangeboten beibehalten können.

Inzwischen gibt es Low-Cost-Angebote in über 40 Ländern Europas, dabei werden auch die Grenzen nach Nordafrika und Asien immer mehr überschritten. Insgesamt ist auch hier ein deutliches Streckenwachstum bei einem geringen Anstieg der Zahl der Flüge zu erkennen.


Kontakt
Dr. Dietmar Heyland
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Technology Marketing

Tel.: +49 2203 601-2769


Dr.phil. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR Flughafenwesen und Luftverkehr

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Fax: +49 2203 601-2377


Zuletzt geändert am: 12.05.2010 09:11:58 Uhr