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Mosaikaufnahme Merkurs



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Mosaikaufnahme Merkurs
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Die MESSENGER Weitwinkelkamera ( Wide Angle Camera, WAC), Teil des Mercury Dual Imaging System (MDIS), ist mit elf Farbfiltern ausgerüstet. Als sich die Sonde nach ihrer größten Annäherung am 14. Januar 2008 vom Merkur entfernte, nahm die WAC dieses Mosaik auf, das aus drei mal drei Einzelbildern zusammengesetzt wurde und einen vorher noch nicht von einer Planetensonde gesehenen Teil des Planeten zeigt. Das Farbbild wurde durch Kombination von dreien dieser Mosaike hergestellt, die in den Wellenlängen 990 Nanometer (infrarot), 750 Nanometern (infrarot) und 480 Nanometern (blau) aufgenommen wurden. Diese drei Bilder wurden jeweils auf den Rot-, Grün- und Blaukanal gesetzt um die hier gezeigte Darstellung zu generieren. Das menschliche Auge kann nur Wellenlängen von etwa 400 bis 700 Nanometer sehen. Durch Herstellung eines Falschfarbenbildes in dieser Weise werden Farbunterschiede auf Merkurs Oberfläche hervorgehoben, die in Schwarzweißbildern nicht zu sehen sind.

Farbunterschiede auf Merkur sind subtil, aber sie enthüllen wichtige Informationen über die Natur des Materials auf der Planetenoberfläche. Eine Reihe heller Flecken mit einem bläulichen Farbton sind in diesem Bild sichtbar. Diese stellen relativ junge Einschlagkrater dar. Einige dieser hellen Krater besitzen helle Streifen (in der Planetologie als "Strahlen" bezeichnet), die von ihnen ausgehen. Derartige helle Oberflächenphänomene werden durch Vorhandensein frisch zerbrochenen Gesteinsmaterials verursacht, das bei der hoch energetischen Kollision eines Meteoriten mit Merkur entstehen, ausgeworfen und abgelagert wird. Die große kreisförmige, hell gefärbte Fläche oben rechts im Bild ist das Innere des Caloris-Beckens. Die amerikanische Raumsonde Mariner 10 sah 1974 und 1975 nur den östlichen (rechten) Teil dieses riesigen Einschlagbeckens unter Beleuchtungsbedingungen, die eher Schatten und Höhen hervorhoben als Helligkeits- und Farbunterschiede. MESSENGER enthüllte nun, dass Caloris mit glatten Ebenen gefüllt ist, die heller als das umgebende Gebiet sind. Dies ist ein Hinweis auf Unterschiede in der Zusammensetzung zwischen diesen beiden geologischen Einheiten. Das Innere von Caloris beherbergt auch mehrere ungewöhnliche Krater mit dunklen Rändern, die in dieser Aufnahme zu sehen sind. Das MESSENGER-Wissenschaftlerteam arbeitet mit den 11 Farbbildern um ein besseres Verständnis darüber zu erhalten, welche Minerale in diesen Gesteinen der Merkurkruste vorkommen.

Der Durchmesser von Merkur beträgt etwa 4880 Kilometer. Die räumliche Bildauflösung des Bildes beträgt etwa 2,5 Kilometer pro Bildpunkt (Pixel). Die WAC-Abflugbildsequenz wurde durch das Raumfahrzeug zwischen 20:45 und 20:56 Uhr MEZ am 14. Januar 2008 durchgeführt, während sich das Raumfahrzeug von einer Distanz von annähernd 12.800 Kilometer auf 16.700 Kilometer von der Merkuroberfläche entfernte.

Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.