DLR Logo
  Home|Textversion|Impressum   English
  Sie sind hier: Home:News-Archive:Presse-Informationen:Presse-Informationen 2008


Doppelringkrater auf dem Merkur



Zurück 2/5 Weiter
Doppelringkrater auf dem Merkur
Bild herunterladen: Hi-Res JPEG (3,48 MB) Hi-Res TIFF (6,79 MB)
Diese Bildszene wurde durch MESSENGERs Telebildkamera (Narrow Angle Camera, NAC) des Mercury Dual Imaging System (MDIS) während des Vorbeiflugs der Sonde am 14. Januar 2008 aufgenommen. Die Szene ist ein Ausschnitt eines Bildmosaiks, das einen Teil der Hemisphäre abdeckt, die von der amerikanischen Sonde Mariner 10 während seiner drei Vorbeiflüge (1974 bis 1975) nicht gesehen hat. Die Merkuroberfläche ist hier mit einer Auflösung von 250 Meter pro Bildpunkt (Pixel) aufgenommen. Die Sonne beleuchtet die Szenerie von oben; Norden zeigt nach links.

Der äußere Durchmesser des großen Doppelringkraters im Zentrum der Bildszene beträgt etwa 260 Kilometer. Der Krater scheint durch glattes, ebenes Material gefüllt zu sein, das vermutlich vulkanischer Natur ist. Eine Vielzahl von Ketten kleinerer Sekundärkrater, die sich vom Doppelringkrater radial nach außen erstrecken, ist ebenfalls zu sehen. Doppel- oder Mehrfachringe bilden sich in Kratern mit sehr großen Durchmessern, die auch als Impaktbecken bezeichnet werden. Auf Merkur beginnt die Entstehung von Doppelringbecken, wenn der Kraterdurchmesser größer als 200 Kilometer ist. Bei einem solchen Ansatzdurchmesser sind die inneren Ringe niedrig, nicht zusammenhängend oder nur teilweise ausgebildet. Der Übergangsdurchmesser, bei dem Krater Ringe zu bilden beginnen, ist nicht auf allen planetaren Körpern derselbe. Obwohl er in erster Linie von der Schwerkraft an der Oberfläche auf dem jeweiligen Planeten oder Mond abhängt, kann der Übergangsdurchmesser auch wichtige Informationen über die physikalischen Eigenschaften des Oberflächenmaterials beinhalten. Das Studium von Impaktkratern wie diesem in den mehr als 1200 Bildern, die bei diesem Merkurvorbeiflug zur Erde gesendet wurden, wird Anhaltspunkte über die physikalischen Eigenschaften der Merkur-Oberfläche und über seine geologische Geschichte liefern.

Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.