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Krater Sholem Aleichem vor dem Merkurhorizont



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Krater Sholem Aleichem vor dem Merkurhorizont
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Während ihrer Annäherung an den Merkur nahm die Raumsonde MESSENGER mit der Telekamera (Narrow Angle Camera, NAC) des Mercury Dual Imaging Systems (MDIS) ein Bildmosaik der von der Sonne beschienenen Seite des Planeten auf. Das Bild ist ein Teilbild dieses Mosaiks, aufgenommen aus etwa 18.000 Kilometer Entfernung am 14. Januar 2008 um 19:10 Uhr MEZ, also 55 Minuten vor der größten Annäherung von 200 Kilometern an den Planeten.

Das Bild zeigt eine Vielzahl von Strukturen auf der Oberfläche, wie zum Beispiel ausgedehnte Ebenen in der Bildmitte, zahlreiche Einschlagkrater, einige davon mit Zentralbergen, die durch das Zurückfedern der Kruste unmittelbar nach einem Einschlag entstanden sind. In der Umgebung des großen Kraters im Vordergrund ist die Oberfläche viel rauer. Das Oberflächenrelief ist durch Auswurfmaterial verursacht worden, das unmittelbar um den Kraterrand abgelagert wurde. Der Krater hat einen Durchmesser von 200 Kilometern und wurde bereits von der amerikanischen Sonde Mariner 10 in den 1970er Jahren fotografiert. Wie alle Oberflächenmerkmale auf dem Merkur wurde auch dieser Krater nach einer bedeutenden kulturschaffenden Person benannt, nämlich nach dem jiddischsprachigen Schriftsteller Sholem Aleichem (1859-1916).

Das MESSENGER-Bild zeigt, dass die Ebenen im Krater durch geradlinig verlaufende Bergrücken deformiert wurden. Das Gebiet außerhalb des Kraters, das in der Dunkelheit liegt, befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits jenseits des "Terminators", der Tag-und-Nachtgrenze des Planeten.

Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.