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News-Archiv Luftfahrt 2008

DLR und Lufthansa Technik beschließen gemeinsame Entwicklung und Wartung des neuen Forschungsflugzeugs A 320 ATRA

11. Februar 2008

 Forschungsflugzeug A320 ATRA
zum Bild Forschungsflugzeug A320 ATRA

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Lufthansa Technik (LHT) haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Wartung des künftigen Forschungsflugzeugs A 320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) geschlossen. In den kommenden zwei Jahren unterstützt LHT das DLR mit einem auf die besonderen Bedürfnisse des DLR zugeschnittenen Instandhaltungsprogramm.

Vom Ferienflieger zum Forschungsflugzeug

Forschungs- und Versuchsflüge bedürfen einer intensiven Vor- und Nachbereitung. Beispielsweise müssen vor einem Flug Messinstrumente am Flugzeugrumpf und im Flugzeuginneren angebracht werden, die Ingenieure sprechen dabei vom Einsrüsten von Modifikationen. Daher stehen auf dem Programm des A320 zunächst nur 200 Flugstunden pro Jahr. Die spezielle Nutzung erfordert im Vergleich zu Airline-Flugzeugen auch ein eigens zugeschnittenes Instandhaltungsprogramm. Dabei unterstützt LHT das DLR mit einem Total Technical Support (TTS), so dass das DLR mit dem neuen Forschungsflugzeug die ihm übertragenen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wie bisher sicher und zuverlässig durchführen kann.

Leistungen der Lufthansa Technik werden beispielsweise die Bereitstellung und Reparatur von Komponenten sowie die Übernahme erforderlicher Checks am Flugzeug und den Triebwerken sein. Darüber hinaus wird LHT das DLR bei zukünftigen Modifikationen des größten DLR-Forschungsflugzeugs unterstützen.

ATRA wird ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen und europäischen Luftfahrtforschung werden. Das neue Forschungsflugzeug wird helfen, die drängenden Forschungsaufgaben der Zukunft für einen umweltverträglichen und effizienten Luftverkehr zu bearbeiten.
Zunächst wird die Passagiermaschine für zwei Jahre bei Airbus zu einem Flugversuchsträger umgebaut und in Kooperationsprojekten gemeinsam genutzt. Konkret geplante erste DLR-Missionen ab Herbst 2008 umfassen zum einen die Erprobung lärmarmer An- und Abflugverfahren und die Integration umfangreicher Lärm reduzierender Maßnahmen, um dieses neue Forschungsflugzeug zu einem "Quiet Aircraft Demonstrator" auszubauen. Zum anderen werden neuartige Displays im Rahmen der HMI-Forschung (Human-Machine-Interface) erprobt und die Wirbelschleppenforschung intensiviert.

Die Nutzung des neuen Flugzeugs entspringt einem gemeinsamen Interesse des DLR und seiner Kooperationspartner an einer nachhaltigen Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung für das "Flugzeug von Morgen". ATRA wird nicht nur die akademische sondern auch die industrielle Forschung stärken. Die meisten Vertreter der deutschen und europäischen Luftfahrt-, Triebwerks- und Zulieferindustrie, unter anderem EADS, Airbus, Rolls-Royce, MTU, Liebherr und Diehl, haben bereits im Vorfeld ihr Nutzungsinteresse an dem neuen DLR-Forschungsflugzeug bekundet.


Kontakt
Dr. Dietmar Heyland
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Technology Marketing

Tel.: +49 2203 601-2769


Stefan Schröder
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Flugexperimente
, Forschungsflugabteilung Braunschweig
Tel.: +49 531 295-2828

Fax: +49 531 295-2220


Erstellt am: 11.02.2008 10:00:00 Uhr