Beim Entwurf eines Flugzeuges ist zu überprüfen, ob die aeroelastischen Anforderungen erfüllt sind. Diese umfassen eine ausreichende Ruderwirksamkeit innerhalb, sowie Divergenz- und Flattergeschwindigkeiten außerhalb der nachzuweisenden Flugenveloppe. Gegebenenfalls sind Anpassungen am Entwurf (Dimensionierung, Konstruktion, Geometrie) vorzunehmen.
Für die aeroelastische Analyse sind geeignete Strukturmodelle (Finiten-Elemente-Modelle) erforderlich, die für statische aeroelastische Problemstellungen (Ruderwirksamkeit, Divergenz) die Steifigkeitseigenschaften abbilden. Für die Flatteranalyse ist zusätzliche eine Modellierung der strukturellen und nicht-strukturellen Massen sowie der Massen für die Betankungs- und Beladungsfälle notwendig. Weiterhin sind realistische Anschlusssteifigkeiten für die Steuerflächen im Strukturmodell vorzusehen.
Um entsprechende Strukturmodelle für Flugzeuge oder von Baugruppen wie Flügel zu modellieren, befasst sich die Gruppe mit der Entwicklung von Methoden zum Aufbau von Strukturmodellen, die für die aeroelastische Analyse geeignet sind. Dazu werden Methoden auf Basis einer parametrischen Geometriebeschreibung des Flugzeuges und seiner Konstruktion entwickelt. Die so aufgebauten parametrischen Strukturmodelle werden dann mit den für die Dimensionierung wesentlichen Lastfällen ausgelegt. Dabei werden Methoden aus der Strukturoptimierung verwendet, wobei Restriktionen aus dem Bereich der Aeroelastik berücksichtigt werden können (Ruderwirksamkeit, Flattergeschwindigkeit, Staudruck bei Divergenz). Neben isotropem Material, kann bei der Dimensionierung auch Faserverbundwerkstoff (CFK) verwendet werden.
Da die Auswahl der dimensionierenden Lastfälle für die Auslegung wesentlich ist, werden auch Verfahren entwickelt, die die Auswahl der zu berücksichtigenden Lastfälle unterstützten. Die Lastfälle können Manöverlasten sein, dynamische Lasten (z.B. Böen, Bodenlasten) oder der Landestoß.
Die Ermittlung der Boden- und der Landestoßlasten gehört zum Themengebiet der Fahrwerks- und Bodendynamik von Luftfahrzeugen. Dieses Arbeitsgebiet befasst sich mit der dynamischen Interaktion von Fahrwerk, Rumpf und Boden unter Last- und Komfortaspekten, mit dem Entwurf und der Schwingungsanalyse von Fahrwerken sowie mit der Entwicklung von innovativen Methoden zur Berechnung von dynamischen Boden- und Luftlasten auf Basis der Mehrkörpersimulation.