Das Messprinzip ist im folgenden Bild dargestellt:
Ein Ronchi-Gitter mit parallelen schwarzen und transparenten Streifen gleicher Breite wird auf die ebene Oberfläche S1 projiziert und durch ein zweites Referenzgitter aus einer anderen Richtung betrachtet. Die Streifen des projizierten und des Referenzgitters liegen parallel zueinander und überlagern sich zu einem Moiré-Interferogramm. Wenn dann die Oberfläche in die Ebene S2 verschoben wird, wandern die Streifen auf der Oberfläche in x-Richtung, und ein in der Abbidung dargestellter Projektionsstrahl wandert auf der Oberfläche von P nach P´. P´ wird auf dem Referenzgitter wiederum in R´ abgebildet, sodass nun ein Interferenzmuster mit einer anderen Intensität erzeugt wird.
Dagegen führt eine Verschiebung der Oberfläche in x- oder y-Richtung nicht zu einer Verschiebung des projizierten Streifenmusters und verändert damit auch nicht das Interferenzmuster. Das Verfahren reagiert somit nur auf Translationen der Oberfläche in z-Richtung.
Im angeführten Beispiel beträgt die Beobachtungsfläche des Moiré-Systems ca. 0,60 x 0,45 m2 bei einem Betrachtungsabstand von 0,9 bis 1,1 m aus der oberen Wand der Messstrecke. Die Genauigkeit ist für die Flügeldurchbiegung in z-Richtung besser als 0,05 mm und besser als 0,1° für die Anstellwinkeländerung.
Die folgende Abbildung zeigt den Vergleich der Messergebnisse für die Anstellwinkeländerung (wing twist) bei zwei verschiedenen dynamischen Drucken q, die durch ein Erhöhen des Druckes im Windkanal erreicht wurde. Die Messungen wurden bei Temperaturen von 300 K bzw. 214 K durchgeführt, sodass sich in beiden Fällen eine Reynoldszahl von 8,1 Millionen ergab. In der Grafik bedeuten positive Twist-Werte eine Verringerung des Anstellwinkels unter dem Einfluss der Strömung. Zuverlässige Ergebnisse konnten in einem Bereich von 30 bis 90% der Flügelspannweite erzielt werden. Eine Erhöhung des dynamischen Druckes q um ca. 60% bewirkt eine zunehmende Anstellwinkeländerung, die mit wachsendem Auftriebsbeiwert cL noch verstärkt wird.