SIMKAB

im Rahmen des 4. Luftfahrtforschungsprogramms

DLR4SIMKAB bezeichnet den DLR-Anteil des Projektes SIMKAB (innerhalb des 2. Call des 4. Luftfahrtforschungsprogramms ) im Rahmen des Forschungsschwerpunktes "Sicherheit und Passagierfreundlichkeit".

Das zentrale Thema der Abteilung Experimentelle Verfahren innerhalb diese Projektes sind zwei Flugtestkampagnen mit dem DLR-eigenem Airbus A320 MSN659, die unter Beteiligung des Institutes für Aeroelastik, Abteilung Aeroelastische Experimente und der Abteilung Technische Akustik aus dem Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik durchgeführt werden.

Der Komfort von Verkehrsflugzeugen hängt in entscheidender Weise vom Geräusch in der Kabine ab. Je nach Flugzustand und Position im Innenraum können dabei unterschiedliche Geräusche dominieren. Von außen regen die Geräusche der Triebwerke und der Flugzeugstruktur den Flugzeugrumpf zu Schwingungen an, der diese an die Luft im Kabineninnenraum mit den verschiedenen Sitzpositionen weitergibt. Auch Schwankungen in der Rumpfgrenzschicht werden über den Flugzeugrumpf in den Kabineninnenraum übertragen. Im Innenraum selbst wirkt das Klimaanlagensystem als zusätzliche Schallquelle.

Die Anteile der einzelnen Quellen am Kabinenlärm in Abhängigkeit vom Flugzustand und der Position in der Kabine sind jedoch noch weitgehend unbekannt. Außerdem sind die Hauptübertragungspfade der Schallenergie von der Außenanregung der Rumpfstruktur bis hin zur Abstrahlung der Schallenergie in den Innenraum unbekannt.

Das Ziel der Flugversuche im Projekt SIMKAB ist es, sowohl die Stärke der einzelnen Quellen zu quantifizieren als auch das Übertragungsverhalten der Flugzeugzelle hinsichtlich der einzelnen Quellen zu bestimmen. Zudem sollen die Rumpfanregung durch die transsonische Grenzschicht, die Strukturantwort des Flugzeugrumpfes und die Schallabstrahlung in die Kabine vermessen werden, um Validierungsdaten für die numerische Modellierung des Kabinenlärms bereitstellen zu können.

Es werden zwei Flugtests mit Sensorpositionen in verschiedenen Bereichen der Kabine an einer A320 durchgeführt. In beiden Flugtests werden die akustisch relevanten Quellen, die Schallübertragungen über die Rumpfstruktur und der Empfang an den Passagierpositionen durch ein mobiles akustisches Messsystem für Flugtests mit mehr als 250 Sensoren aufgezeichnet. Durch unterschiedliche Flugzustände werden dabei die einzelnen Quellen in ihrer Zusammensetzung variiert, die Auswirkungen auf die Übertragung der Innengeräusche ermittelt und somit der Einfluss der Einzelquellen auf das Gesamtgeräusch an den einzelnen Sitzpositionen bestimmt.


Kontakt
Dr.-Ing. Carsten Spehr
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
, Experimentelle Verfahren
Tel: +49 551 709-2427

Fax: +49 551 709-2830

E-Mail: carsten.spehr@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/as/desktopdefault.aspx/tabid-183/251_read-31790/