Projekt VELA

Very Efficient Large Aircraft

Hintergrund

Durch zahlreiche Flugverbindungen zwischen allen Teilen der Erde ist das Flugzeug heutzutage das wichtigste Transportmittel auf Mittel- und Langstrecken und damit Garant für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit zwischen allen Kontinenten.

Das prognostizierte Wachstum des Luftverkehrs in den nächsten Jahrzehnten erfordert neue Technologien hinsichtlich der Effizienz und Umweltfreundlichkeit von Verkehrsflugzeugen.

Da mit dem neuen Großraumflugzeug AIRBUS A380 die Grenzen der konventionellen Flugzeugkonfiguration hinsichtlich Aerodynamischer

3D-Darstellung des VELA 1 - Modells
Druckverteilung auf der Oberfläche des VELA 1 - Modells
Druckverteilung auf der Oberfläche des VELA 2 - Modells

Leistungsfähigkeit und Kapazität erreicht werden, haben Flugzeughersteller und Luftfahrtforschungseinrichtungen in Europa damit begonnen, neue, ungewöhnlichere Entwürfe von Transportflugzeugen auf ihr Potential als Flugzeug einer neuen Generation hin zu untersuchen.

Als besonders vielversprechend hat sich das Konzept des Nurflügels (Flying Wing, Blended Wing Body) erwiesen. Mit der Möglichkeit Passagiere, Fracht, Treibstoff und Systeme im Innern des Flügels unterzubringen und spannweitig zu verteilen, erübrigt sich eine Rumpfröhre. Dies führt zu reduzierten Biegemomenten im Flügel und somit zu einem günstigeren Strukturgewicht. Auch die benetzte Oberfläche ist kleiner, wodurch sich aerodynamische Vorteile (geringerer Widerstand) ergeben. Man hofft durch diese Effekte, im Vergleich zu heutigen Flugzeugen, bis zu 30% Treibstoff einzusparen. Auch im Bereich der Lärmreduzierung bieten sich bei diesem Flugzeugtyp neue Möglichkeiten. Es sollen ca. 700 Passagiere über große Reichweiten transportiert werden.

Projektziele

Das VELA-Projekt, das Mitte 2002 gestartet wurde, wird von der EU gefördert und ist zunächst auf drei Jahre begrenzt. Unter der Führung von Airbus werden 17 europäische Partner aus Industrie und Forschung grundlegende Erkenntnisse in allen Bereichen des Flugzeuges erarbeiten, die es ermöglichen das Potential und auch Probleme eines Nurflügelverkehrsflugzeuges realistisch einzuschätzen.

Das VELA-Projekt ist ein erster Schritt in einem Langzeitprozess, zur Entwicklung eines modernen Transportflugzeuges, das die Position Europas im Flugzeugmarkt auch in 30-50 Jahren sichern und ausbauen soll. Folgeprojekte sollen die bei VELA gewonnenen Erkenntnisse vertiefen und ausweiten. Jetzt soll eine breite Datenbasis geschaffen werden, die in Zukunft die Kenntnissee zur Auslegung eines Nurflügeltransportflugzeuges bereitstellen soll. Es werden neben klassischen Aspekten wie Aerodynamik, Flugmechanik und Struktur u. a. auch Punkte wie Kabinenlayout, Evakuierung und Passagierakzeptanz untersucht. Als Ausgangsbasis für alle Partner dienen zwei unterschiedliche Konfigurationen, die zwei verschiedene Ansätze des Nurflügeldesigns verfolgen (VELA 1 und VELA 2).

Unter Führung des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik bauen DLR und ONERA von beiden Konfigurationen jeweils ein Leichtbau-Modell im Maßstab 1:50, um im Windkanal in Braunschweig und Toulouse aerodynamische Kräfte und Momente der Nurflügel zu messen. Dabei wird in Braunschweig ein spezieller Aufbau genutzt, um das dynamische Verhalten beider Modelle zu untersuchen. In einem weiteren Arbeitspunkt, an dem das Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik beteiligt ist, soll ein Nurflügel unter Einhaltung weniger Randbedingungen numerisch optimiert werden. Dabei soll die aerodynamische Leistungsfähigkeit des Konzeptes untersucht werden. Jeder Partner erhält eine unterschiedliche Ausgangskonfiguration, wodurch eine breite Datenbasis geschaffen werden soll. Zur Berechnung der Aerodynamik werden die hauseigenen Strömungslöser FLOWER und TAU eingesetzt.

Partner

Industrie

Land

Airbus Deutschland, England, Frankreich, Spanien
PEDECE Portugal
IBK Deutschland
SENER Spanien

Forschung

Land

DLR Deutschland
ONERA Frankreich
INTA Spanien
CIRA Italien
NLR Niederlande
VZLU Tschechien

Universitäten

Land

TU Braunschweig Deutschland
TU München Deutschland
Bristol University England
University of Greenwich England


Kontakt
Carsten Liersch
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
, Transportflugzeuge
Tel: +49 531 295-2434

Fax: +49 531 295-2320

E-Mail: Carsten.Liersch@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/as/desktopdefault.aspx/tabid-188/379_read-636/
Texte zu diesem Artikel
Abteilung Transportflugzeuge (AS-TFZ) (http://www.dlr.de/as/desktopdefault.aspx/tabid-188/379_read-561/usetemplate-print/)
Downloads zu diesem Artikel
The VELA Project (http://www.dlr.de/as/Portaldata/5/Resources/dokumente/projekte/vela/The_VELA_Project.pdf)