Erfolg und Misserfolg zukünftiger Erkundungsmissionen zum Mars beruhen nicht unwesentlich darauf, dass in der Entwurfsphase die thermischen Lasten, die während des Atmosphäreneintritts auf das Raumfahrzeug einwirken, realitätsnah angesetzt werden. Eine genaue Vorhersage dieser Wärmelasten ist eine der anspruchvollsten Aufgaben beim Entwurf von Raumfahrzeugen. Verbesserungen in der Vorhersagegenauigkeit könnten dazu beitragen, Sicherheitstoleranzen zugunsten der wissenschaftlichen Nutzlast zu reduzieren. Dazu müssen jedoch die in den gängigen numerischen Simulationsverfahren verwendeten physikalischen Modelle angepasst werden.
Das Projekt SACOMAR bringt zum ersten Mal Institutionen aus Westeuropa und Russland zusammen, die sich führend mit Technologien für den Marseintritt befassen. Die Anforderungen an die Arbeiten werden dabei von den Erfordernissen der EXOMARS-Mission, die voraussichtlich im Jahre 2016 zum Mars starten wird, abgeleitet.
Für die experimentellen Arbeiten werden unterschiedliche Hochenthalpie-Versuchsanlagen eingesetzt, um alle relevanten thermochemischen Bereiche abzudecken. In Kurzzeitanlagen können thermische und chemische Relaxationsvorgänge bei Rahmenbedingungen, die dem echten Marseintritt sehr nahe kommen, untersucht werden. Die gemessene Wärmelasten werden mit Messungen in Langzeitanlagen, d.h. Plasmatron-Anlagen und lichtbogenbeheizten Windkanälen, verglichen, um die Einflüsse von Gas- und Oberflächenchemie ermitteln zu können.
Die verbesserten Modelle werden dann in numerische Simulationsverfahren eingebaut und dann anhand der experimentellen Ergebnisse validiert. Den Abschluss der Arbeiten bildet eine zusammenfassende Bewertung der erzielten Verbesserungen im Hinblick auf zukünftige Missionen zum Mars.