Hintergrund
Es ist bekannt, dass eine lokale Strömungserhitzung vor einem stumpfen Überschallkörper zur Änderung der globalen Stoßstruktur stromauf der Nase und somit zur Reduktion des Wellenwiderstands führen kann. Durch widersprüchliche Erkenntnisse aus den bereits veröffentlichten experimentellen und numerischen Untersuchungen lässt sich allerdings keine eindeutige Aussage über das wirkliche Potenzial einer reinen Energieeinbringung ableiten. Es liegt vor allem an den sehr großen Diskrepanzen in den numerisch berechneten und experimentell ermittelten Effekten. Im Rahmen laufender Aktivitäten soll das Potenzial einer lokalen Strömungserhitzung zur Bugwiderstandsreduzierung im Überschall experimentell und numerisch untersucht und der Energieeintrag optimiert werden.
Ergebnisse
Die systematischen experimentellen Untersuchungen zur stationären Energiezufuhr mittels eines elektrischen Gleichstromlichtbogens wurden im Rohrwindkanal Göttingen bei Machzahlen von 3 und 5 durchgeführt. Als Testmodell dienten vereinfachte Zylindermodelle mit halbsphärischer oder kegelförmiger Nase. Die Kegelhalbwinkel wurden zwischen 35° und 65° in 10°-Schritten variiert, um die Effekte der Stoßintensität bei gleicher Heizleistung zu klären. Die Intensität des Gleichstromlichtbogens bzw. die elektrische Leistung an den Lichtbogenelektroden, die im Abstand von 3.7 des Modelldurchmessers vor der Körpernase angebracht waren, wurde in den Versuchen variiert, um die Effekte der Heizleistung bei konstanter Stoßintensität zu untersuchen. Die Heizleistung, die in den Tests tatsächlich der Strömung zugeführt wurde, kann anhand der gemessenen Lichtbogenparameter nur theoretisch bestimmt werden. Die grundlegenden physikalischen Effekte wurden außerdem mit Hilfe des DLR-eigenen RANS-Strömungslösers TAU numerisch simuliert. Die Strömung mit und ohne Energiezufuhr wurde als 2-D axialsymmetrische turbulente Real-Gas-Strömung behandelt. Als Turbulenzmodell kam das sog. Shear-Stress-Transport Modell (Menter SST) zum Einsatz.
Veröffentlichungen zum Thema