. Radialverdichter zeichnen sich durch kompakte Bauweise und Robustheit aus. Sie werden verbreitet als Luftfahrttriebwerke kleinerer und mittlerer Leistung eingesetzt.
Als Turbolader dienen sie der Aufladung von Kolbenmotoren im stationären und mobilen Einsatz zu Wasser, am Boden und in der Luft, z.B. als Lader in KFZ-, Panzer-, Schiffs- und Flugmotoren. Zur Verdichtung von Gasen werden sie in der Verfahrenstechnik eingesetzt, ferner in der Lüftungstechnik und Haushaltstechnik.
In kleineren Wellenleistungs-Triebwerken der Luftfahrt können Radialverdichter mehrere axiale Stufen ersetzen und so zur Kosten- und Gewichtseinsparung beitragen. Mit zweistufigen Radialverdichtern werden dort Druckverhältnisse von 20:1 erreicht.
In Kerntriebwerken großer Bläsertriebwerke können die angestrebten hohen Prozessdruckverhältnisse um 40:1 erst durch eine radiale Endstufe erreicht werden.
Radialverdichter sind robust und relativ preiswert zu fertigen, weil eine Stufe in der Regel nur aus zwei integralen Komponenten, dem einteiligen Laufrad und dem einteiligen Diffusor besteht.
Die Bedeutung ihrer strömungstechnischen Weiterentwicklung wird auch durch das in den USA angelegte GAP-Programm (General Aviation Propulsion Program ) unterstrichen, das die Entwicklung leistungsfähiger und zugleich einfacherer Triebwerke für Zubringerflugzeuge zum Ziel hat. Die neuen Triebwerke sollen um den Faktor 10 preiswerter sein als heutige und mit den inzwischen hochentwickelten Fräs- und Spritzgusstechniken gefertigt werden.
Der von der aerodynamischen Auslegung erwartete Impuls zum leistungsfähigeren Radialverdichter könnte von der Entwicklung unkonventioneller Beschaufelungen und Gehäuseformen ausgehen.