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PIV in Turbomaschinen



Die Anwendung von PIV in Turbomaschinen stellt eine besondere Herausforderung dar, da die betreffenden Prüfstände nur in den
 Axialverdichter der TU Darmstadt mit PIV Setup (DLR) und Casing Treatment (MTU)
zum Bild Axialverdichter der TU Darmstadt mit PIV Setup (DLR) und Casing Treatment (MTU)
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 PIV Ergebnis für 3 Ebenen und eine Rotorposition;
zum Bild PIV Ergebnis für 3 Ebenen und eine Rotorposition;

1: Vorder¬kantenstoß; 2: Passagenstoß; 3: CT-induzierter Stoß auf der Saugseite

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 Vergleich der PIV Daten mit den TRACE Rechnungen zeigt gute Überstimmung der Ergebnisse
zum Bild Vergleich der PIV Daten mit den TRACE Rechnungen zeigt gute Überstimmung der Ergebnisse
seltensten Fällen für den Einsatz optischer Messtechnik vorbereitet sind. Im Bereich der axialen Maschinen, wie Fan, Turbine oder Verdichter, werden schwerpunktmäßig Strömungsphänomene im Bereich der Rotor- Abströmung (Rotor-Stator-Interaktion, Nachläufe) sowie der Schaufelspitzenumströmung in Gehäusenähe untersucht. Die Eigenschaften von PIV, sowohl instationäre, turbulente und phasenaufgelöste als auch gemittelte Geschwindigkeitsfelder mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung erfassen zu können, sind prinzipiell wichtige Voraussetzungen für den Einsatz an Turbomaschinen. Durch die Entwicklung geeigneter Sonden zur Einbringung von Lichtschnitt oder Seedingpartikeln werden die Effektivität bei der Anwendung von PIV sowie die Qualität der erzielten Ergebnisse stetig verbessert.

Im Rahmen des vom BMWi geförderten AG TURBO Verbundprojekts COOREF-T wurden im Vorhaben 1.2.1 erstmals PIV Messungen in einem transsonischen Axialverdichter zur Untersuchung der Blattspitzenwechselwirkung mit Gehäuseeinbauten (sog. Casing Treatments) realisiert. Solche Casing Treatments sind im Turbomaschinenbereich heute ein bedeutendes Mittel, um gezielte Effizienzsteigerungen der Maschine zu erreichen. Die Schwierigkeit bestand darin, im Rotorbereich gerade die Strömungsbeeinflussung durch die geänderte Gehäusegeometrie zu erfassen, ohne durch die eingesetzte Messtechnik zusätzliche Störungen in die Verdichterströmung einzubringen. Daher wurden Teile des Casing Treatments aus Quarzglas gefertigt, um einen optischen Zugang zu ermöglichen. Die hier eingesetzte Lichtschnitt-Sonde wurde speziell entwickelt und so in einer Gehäuse-Kavität platziert, dass keine Teile in die Hauptströmung hinein ragen. Neben den herkömmlichen 2-komponentigen PIV Messungen im Bereich der Blattspitze konnten sogar stereoskopische Messungen im Kopfspalt des Rotors durchgeführt werden. Die experimentell gewonnenen PIV Daten werden zur Validierung der begleitend durchgeführten CFD Rechnungen mit dem DLR TRACE Code genutzt und liefern darüber hinaus einen Beitrag zum besseren Verständnis der Phänomene, die durch die Blattspitzenwechselwirkung mit den Gehäuseeinbauten entstehen.

 

 Radialverdichter mit PIV Aufbau
zum Bild Radialverdichter mit PIV Aufbau

Der Einsatz von PIV in radialen Turbomaschinen ist aufgrund der komplizierten, unzugänglichen Geometrie im Laufradbereich zur Zeit noch auf die Strömungsuntersuchung im Diffusor (Stator) beschränkt. Im Laufrad wird vorwiegend die punkt-basierte L2F Messtechnik eingesetzt. Beide Anwendungen wurden inzwischen erfolgreich am transonischen Radialverdichter des Instituts demonstriert, nachdem der Prüfstand mit aufwändigen konstruktiven Maßnahmen für den Einsatz der optischen Messtechniken vorbereitet worden war. Mit Hilfe der PIV konnten sehr umfangreiche, phasenaufgelöste Geschwindigkeitsinformationen im Bereich einer Schaufelpassage des Diffusors für verschiedene Betriebsbedingungen der optimierten Radialverdichter- Stufe gewonnen werden. Auf Grundlage dieses Datensatzes kann ein Vergleich mit numerisch gewonnen Daten durchgeführt sowie eine Validierung des verwendeten CFD Codes vorgenommen werden.

 

 Sterep-PIV Aufbau am Radialverdichter
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Im Anschluss an dieses FVV-geförderte Projekt konnte in herausragender Kooperationsarbeit innerhalb des Instituts der erfolgreiche Einsatz weiterer optischer Messtechniken wie Stereo-PIV, DGV und L2F in der Diffusorpassage des transonischen Radialverdichters demonstriert werden.

 

 

 

 

 

 

 
 Beobachter Strömungsausschitt im Diffusor
zum Bild Beobachter Strömungsausschitt im Diffusor
 
 Instationäres 2C- Geschwindigkeitsfeld in einer Diffusor-Schaufelpassage bei einer
zum Bild Instationäres 2C- Geschwindigkeitsfeld in einer Diffusor-Schaufelpassage bei einer

 PIV Messebenen im Modell des RKK
zum Bild PIV Messebenen im Modell des RKK

Im Bereich axialer Turbomaschinen konnte mit PIV ein Beitrag für die Auslegung von optimierten Kühltechnologien für Schaufelkanäle in energetisch hoch belasteten Turbinenschaufeln geleistet werden. Hier stand die Untersuchung der Wechselwirkung von Hauptströmung mit Rotationseffekten in einem anwendungstypischen Multipass-Kühlsystem, bestehend aus einem trapezförmigen, berippten Vorderkantenkanal, einer 180°-Umlenkung und einem nahezu rechteckigen, ebenfalls berippten hinteren Kanal, im Zentrum des AG TURBO Projektes Rotierender Kühlkanal (RKK). Besonders bei rotierenden Schaufeln ergibt sich aufgrund entstehender Sekundärwirbel und auftretender Zentrifugalkräfte ein sehr komplexes Strömungsfeld. Durch den Einsatz von PIV liegen umfassende und präzise Daten vor, welche zum einen genauere Erkenntnisse über den Einfluss der Rotation auf die strömungsphysikalischen Vorgänge liefern, zum anderen dienen die Ergebnisse als Basis für die Erweiterung numerischer Strömungssimulationsprogramme.

2C- Geschwindigkeitsfelder zu ausgewählten Messebenen (RKK, mit Rippen)

 Cut 1
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 Cut 2
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 Cut 3
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 Cut 4
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Kontakt
Dr.-Ing. Melanie Voges
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Antriebstechnik
, Triebwerksmesstechnik
Köln

Tel.: +49 2203 601-3784

Dr.phil. Christian Willert
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Antriebstechnik
, Triebwerksmesstechnik
Köln

Tel.: +49 2203 601-2308

Links
PIV: Das Messprinzip im Detail
Piv in Flammen
Piv in Turbomaschinen
Literatur
Verwandte Themen im DLR
Aerodynamik
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