DLR Portal
Home|Textversion|Impressum|Sitemap|Kontakt |English
Sie sind hier: Home:Abteilungen:Numerische Methoden:Anwendungen
Erweiterte Suche
Aktuelles
Institut
Abteilungen
Brennkammer
Brennkammertest
Fan und Verdichter
Numerische Methoden
Forschungsgebiete
Anwendungen
Veröffentlichungen
Simulationssystem
Projekte
Triebwerk
Triebwerksakustik
Triebwerksmesstechnik
Turbine
IT Infrastruktur
Technische Einrichtungen
Veröffentlichungen
Stellenangebote
Service & Links
Anwendungen
VersendenDrucken

Strömungsakustik



 LES einer turbulenten Strömung in einem Fan mit niedriger Machzahl: Iso-Flächen Lamda-2
zum Bild LES einer turbulenten Strömung in einem Fan mit niedriger Machzahl: Iso-Flächen Lamda-2

Fanlärm selbst umfasst tonale und Breitbandkomponenten und entsteht aufgrund einer Vielzahl von Mechanismen:

  • rotierende Stoßstrukturen
  • die Interaktion von Einlassströmungsstörungen (inklusive atmosphärische Turbulenz, asymmetrische Anströmung, Grenzschichtturbulenz) mit den Rotorblättern
  • Rotor-/Stator- Interaktion
  • Sekundärströmungseffekte, wie zum Beispiel bei dem Gehäusespalt
     

Für Blattspitzengeschwindigkeiten unterhalb der Schallgeschwindigkeit wird das abgestrahlte akustische Feld typischerweise von den diskreten Tönen bei der Blattfolgefrequenz (BPF) und ihren Harmonischen beherrscht. In solchen Fällen sind die Interaktion des Rotornachlaufs mit den Statoren stromab und die Interaktion des Rotors mit den Störungen der Einströmung die dominierenden Mechanismen der Lärmentstehung. 

Die numerische Berechnung der Lärmentstehung und die Übertragung der Grundgleichungen auf eine realistische, dreidimensionale axiale Fan-Konfiguration ist sehr rechenintensiv. Wie bei allen numerischen Strömungsakustikanwendungen (CAA) muss man besondere Aufmerksamkeit legen auf eine adäquate räumliche und zeitliche Auflösung der kleinen Amplituden akustischer Wellen legen. Die tatsächlichen Wellenübertragungscharakteristika, sowie die Anforderungen an das Netz und die Zeitschrittgröße des TRACE-Codes wurden in Studien nachgewiesen.

 

Randbedingungen

Ein genauso wichtiger Aspekt jeder CAA-Simulation sind die Randbedingungen, und im Besonderen die Abstrahlungsrandbedingungen, die entlang der äußeren Ränder des Rechengebietes benötigt werden. Diese Randbedingungen sollten idealerweise durchlässig für rausgehende Wirbel, akustische Wellen und Entropiewellen sein, während sie einlaufende Störungen und vorgeschriebene, physikalische Randbedingungen erlauben. Diese akkuraten nichtreflektierenden Randbedingungen wurde in den TRACE-Code implementiert. Insbesonders wurde eine Implementierung speziell für die Berechnung mit dem impliziten Pseudozeitverfahren von TRACE entwickelt. [Ashcroft] 

 
 Validierung einer impliziten nichtreflektierenden Randbedingung: Wellenausbreitung stromauf (M=0.4, Eta=1.28, p0=89 Pa) Kontur der Druckschwankung zu einem Zeitpunkt
zum Bild Validierung einer impliziten nichtreflektierenden Randbedingung: Wellenausbreitung stromauf (M=0.4, Eta=1.28, p0=89 Pa) Kontur der Druckschwankung zu einem Zeitpunkt

Detached Eddy Simulation (DES)

Die Effekte der Strömungsfeldinteraktion spielen eine entscheidende Rolle im Prozess der Lärmentstehung. Eine spezielle numerische Simulation ist notwendig, um die Schallspektren des Fernfeldes vorauszusagen. Das in TRACE implementierte DES-Schema wurde kalibriert und angewendet auf zwei verschiedene Testfälle, die für Turbomaschinenströmungen relevant sind. Einer der beiden Testfälle ist der Stab-Flügelprofil Testfall, der auf die Simulation des Breitbandslärms in Turbomaschinen zielt. Um die Exaktheit des ausgewählten DES-Models für die Vorhersage des Breitbandlärms einzuschätzen, wurden Simulationen des von Jacob et al. veröffentlichten Stab-Flügelprofil Testfalls durchgeführt. Um den Lärm exakt vorauszusagen, der von periodischen Wirbelstrukturen abgestrahlt wird, welche mit mehreren stochastischen, kleinskaligen Schwankungen überlagert sind, muss ein numerisches Model fähig sein, zumindest die größeren turbulenten Strukturen im Nachlauf eines Zylinders und deren Interaktionen mit dem Flügelprofil stromab zu simulieren.

 
 
 Schema einer Stab-Flügelprofil Konfiguration überlagert mit einer Momentaufnahme einer berechneten Querwirbelstärke
zum Bild Schema einer Stab-Flügelprofil Konfiguration überlagert mit einer Momentaufnahme einer berechneten Querwirbelstärke
 
Wie man sieht, wurden die Fernfeldwerte gut vorausgesagt und sind denen der Nahfelddaten ähnlich.
 berechnetes akustisches Nahfeld
zum Bild berechnetes akustisches Nahfeld

 

 

 Vergleich von berechneten und gemessenen akustischen Fernfeldern (gestrichelte Linie - Experiment, Symbole - Simulation)
zum Bild Vergleich von berechneten und gemessenen akustischen Fernfeldern (gestrichelte Linie - Experiment, Symbole - Simulation)

 

 
 

Eine weitere Überprüfung der Methode ist die Strömung durch einen Zwangsmischer. Die Strömung in Mischerdüsen ist durch Scherschichten mit starken Geschwindigkeitsgradienten zwischen der Neben- und Kernströmung gekennzeichnet, die die starken turbulenten Strukturen in Umfangsrichtung und radialer Richtung anfachen. Diese starken Strukturen interagieren auf der einen Seite mit dem tonalen Lärmfeld und verursachen auf der anderen Seite Breibandlärm.

 
 Stromlinien durch einen Zwangsmischer mit der Temperatur des Fluids eingefärbt.
zum Bild Stromlinien durch einen Zwangsmischer mit der Temperatur des Fluids eingefärbt.
 

LinearTRACE

Zurzeit wird die Anwendung von zeit-linearisierten RANS Methoden auf die Entstehung und Ausbreitung von Strömungslärm in einer modernen Turbofan-Triebwerk mit hohem Nebenstromverhältnis untersucht. Die konvektiven und viskosen Flüsse des vorhandenen URANS Lösers wurden hierfür linearisiert und die sich hieraus ergebenen instationären linearen Gleichungen werden im Frequenzbereich gelöst. So wurde das Problem von einer instationären zeitlichen Integration in ein einfacheres komplexes lineares System überführt. Dieses lineare System wird mittels einer parallelen, vorkonditionierten neustartende GMRES Methode gelöst. Wenn man bedenkt, dass nichtlineare instationäre CFD Simulationen auch weiterhin sehr rechenintensiv bleiben, zeigen die Ergebnisse, dass der zeit-linearisierte Löser zur Lärmvorhersage eine adäquates Methode ist, um effizient die Schallpegel vorherzusagen.

 nichtlinearer Löser
zum Bild nichtlinearer Löser
 linearisierter Löser
zum Bild linearisierter Löser

UHBR-Fan, Druckfeld der ersten Harmonischen in der sechsten Mode:
Links - nichtlinearer Löser, rechts -linearisierter Löser

 
 

Anbindung an akustische Fernfeldextrapolation

Um die akustischen Eigenschaften des Triebwerks zu beurteilen, werden typischerweise weitere Verfahren angewendet. Diese sind auf Simulation der akustischen Wellenausbreitung ins Fernfeld optimiert wurden. Dazu gehören unter anderem die Boundary Element Methoden (BEM) und integrale Verfahren zur Fernfeldextrapolation nach Ffowcs Williams & Hawkings oder Kirchhoff. TRACE stellt für diese Anwendungen passende Flächen zur Verfügung.
Diese können sowohl durchlässig als auch feste Wände sein und können von Benutzer frei definiert werden. Entweder erfolgt das bereits vor einer Rechnung mit TRACE, um die Dateiausgaben zu verringern, oder im Nachhinein aus der vollständigen 3D Lösung.
Die Definition einer durchlässigen Flächen erfolgt dabei von Benutzer mittels Iso-Kontur Linien und wird mit Hilfe von VTK (Visualization Toolkit) von Kitware erstellt. Die resultierenden Flächen sind unstrukturierte Gitter, die jedoch mit einer Bandstruktur versehen werden können, um eine modale Zerlegung durchführen zu können. Die Auflösung orientiert sich dabei am Rechengebiet und ist ebenfalls in Blöcke zerlegt, um eine effiziente Blockparallelisierung zu erzielen.

 

 

 

Offene gegenläufige Rotoren mit einer umschließenden Fläche zur akustischen Fernfeldextrapolation

.
 MTU-Zwangsmischer mit mehreren durchlässigen Flächen zur akustischen Fernfeldextrapolation
zum Bild MTU-Zwangsmischer mit mehreren durchlässigen Flächen zur akustischen Fernfeldextrapolation

 

 

Referenzen

  • Ashcroft, G. B., "Numerical Modelling of Wake-Jet Interaction with Application to Active Noise Control in Turbomachinery", AIAA Paper, 2004

Kontakt
Dr. Graham Ashcroft
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Antriebstechnik
, Numerische Methoden
Köln

Tel.: +49 2203 601-2283

Jens Wellner
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Antriebstechnik
, Numerische Methoden
Köln

Tel.: +49 2203 6013245

Fax: +49 2203 64395

Anwendungen
DLR-Institut für Antriebstechnik-Abteilung Triebwerksakustik
DLR-Institut für Lufttransportsysteme
DLR Literaturdatenbank (elib)
Verwandte Themen im DLR
Fluidmechanik und Thermodynamik
Copyright © 2013 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Alle Rechte vorbehalten.