Numerische Simulationen (CFD/CAA)
Gegenstand der numerischen Bewertung der Schallemission von Turbomaschinen ist die Abbildung der relevanten physikalischen Prozesse in einer virtuellen Umgebung. Ist die physikalische Relevanz der numerischen Prozesskette gegeben, kann vom „virtuellen Experimentieren“ gesprochen werden.
In den verschiedenen Bereichen der realen Turbomaschine dominieren unterschiedliche physikalische Prozesse und ihre Interaktion die abgestrahlte Schallleistung. Der nötige Aufwand, diese physikalischen Mechanismen abzubilden, variiert dabei sehr stark. So sollte stets das einfachste bzw. schnellste Verfahren in den verschiedenen Bereichen verwendet werden, welches noch in der Lage ist, die wesentlichen physikalischen Mechanismen darzustellen.
Verschiedene Modelle zur Berechnung der Strömungsakustik werden an den Bereichsgrenzen miteinander gekoppelt, um den Schall virtuell von der Quelle zum Beobachter auszubreiten. Um den Blick auf die physikalischen Mechanismen der Schallerzeugung, -ausbreitung und -abstrahlung freizugeben wird eine weitestgehende Automatisierung dieser Kopplung angestrebt. Eine Validierung der gesamten Berechnungskette anhand von analytischen und experimentellen Daten ist zwingende Vorraussetzung, um die physikalische Relevanz der erzeugten „virtuellen Messergebnisse“ sicher zu stellen.
Die numerischen Methoden werden unter verschiedenen Zielsetzungen angewendet:
Die Schallemission eines Fans ist ein typisches Anwendungsbeispiel. Um den Schall vom Quellgebiet bis ins Fernfeld berechnen zu können, werden verschiedene Verfahren mit variierender Komplexität gekoppelt. Im Quellgebiet werden die kompressiblen, instationären Navier-Stokes-Gleichungen mit dem CFD - Code TRACE gelöst. Im unmittelbaren Nahfeld wird die akustische Information aus der CFD-Rechnung anhand eines „acoustic-splitting“ Verfahrens extrahiert und als Randbedingung für eine CAA-Simulation vorgegeben. Die Schallausbreitung und -abstrahlung werden im geometrischen Nahfeld mit den Euler-Gleichungen und die Richtcharakteristik im Fernfeld mit einer akustischen Analogie berechnet.
Anwendungsbeispiele:
Eingesetzte Programme:
Die numerischen Simulationen werden mit den folgenden DLR eigenen Programmen durchgeführt:
Aktuelle Eigenentwicklungen:
Zur Datenvorbereitung, Kopplung und Datenanalyse werden verschiedene Algorithmen implementiert: