Gegenüber anderen CMC Herstellverfahren, wie CVI und LPI / PIP bietet das LSI-Verfahren deutliche, wirtschaftliche und technische Vorteile:
Durch eine gezielte Anpassung der einzelnen Prozessschritte konnte das LSI-Verfahren auf die Herstellung von neuartigen SiSiC-Werkstoffen und Strukturbauteilen übertragen werden. Als Ausgangsmaterialien werden entweder kommerziell verfügbare, technische Hölzer, wie z.B. mitteldichte Faserplatten (MDF), oder selbst entwickelte Holzwerkstoffe eingesetzt, die auf der Basis von Phenolharzen und Holzpulvern sowie einfachen Warmpressverfahren hergestellt werden. Nach der Pyrolyse des Holzvorkörpers liegt ein hochporöser C-Vorkörper vor, der im letzten Prozessschritt mit geschmolzenen Si infiltriert wird. Dabei wird der Kohlenstoff nahezu vollständig zu SiC umgesetzt und die verbleibende Porosität mit Si gefüllt. Da der Schrumpf ausschließlich während der Pyrolyse statt findet und sich die Geometrie während der Silicierung nicht mehr ändert, lassen sich sehr filigrane, komplex geformte und selbst großflächige Strukturen endkonturnah herstellen. Dabei können sowohl endkonturnah gepresste Holzwerkstoffe als auch maschinell bearbeitete C-Vorkörper eingesetzt werden. Mit einer speziellen in situ Fügetechnik lassen sich sehr komplexe Strukturen aufbauen, die mit herkömmlichen Fertigungsmethoden, wie z.B. Heißpressen, entweder gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand hergestellt werden können.
Basis für die zuverlässige und reproduzierbare Herstellung von CMC-Werkstoffen und Bauteilen im DLR ist ein bewährtes Qualitätssicherungssystem. Dieses umfasst eine detaillierte Prozessbeschreibung für jedes einzelne Bauteil, die Wareneingangskontrolle aller Ausgangsmaterialien, die Werkstoff- und Bauteilprüfung sowie die Dokumentation aller wesentlichen Werkstoff- und Prozessparameter nach jedem Fertigungsschritt. Für die Bauteilprüfung und Qualifizierung stehen geeignete, zerstörungsfreie Prüfmethoden (luft- und wassergekoppeltes Ultraschall, Computertomographie, Lock-in Thermographie, Photogrammetrie) und definierte Testprocedere zur Verfügung.
Entwicklungsschwerpunkte sind: