Artikel zu ""

zur Startseite
Sonstiges | 13. Oktober 2017 | von Julia Heil

VaPER-Studie Teil 3: Was ist ein Medical?

Augenuntersuchungen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die Untersuchung am Refraktometer dient der Sehschärfebestimmung.

Suchend bewegt sich das Auge auf dem Bildschirm hin und her, dann blickt es starr nach vorn. Nur wenige Sekunden, länger dauert es nicht, um die Fehlsichtigkeit des Auges mit dem Refraktometer zu messen. Doch hierbei handelt es sich nicht um einen Routinebesuch beim Optiker. Diese Sehschärfebestimmung gehörte zu einer ganzen Reihe von Voruntersuchungen für die VaPER-Studie, bei der sich 12 Probandinnen und Probanden für 30 Tage im :envihab beim DLR in Köln ins Bett legen. weiterlesen

Raumfahrt | 10. Oktober 2017 | von Manuela Braun

Larsen C: Antarktischer Riese in Bewegung

Quelle: Copernicus data (2017) / ESA
Verschiebung des Eisbergs am Larsen-C-Schelfeis zwischen Juli und Oktober 2017

Es war eine Weile ruhig um den Larsen-C-Eisberg mit der Nummer A68. Nachdem sein Abbruch im Juli 2017 für ein starkes Medienecho sorgte, wird nun erneut über ihn berichtet. Was ist geschehen? Er hat sich bewegt. Ist minimal geschrumpft. An sich nichts Außergewöhnliches - und doch ist es einen weiteren Blogbeitrag wert.

Betrachtet man eine Sequenz von Satellitenaufnahmen über die letzten zwei Monate, so ist es beeindruckend, was dort passiert. Immerhin ist der Eisberg mit 5800 Quadratkilometern siebenmal größer als Berlin. Trotz seiner Größe ist er ständig in Bewegung. Immer wieder ist der Eisberg mit dem Eisschelf kollidiert, wobei kleinere Eisstücke abgebrochen sind. weiterlesen

Raumfahrt | 04. Oktober 2017 | von Fiona Lenz

VaPER-Studie Teil 2: Von 4.500 Bewerbern auf 12 Probanden – Wie findet man geeignete Teilnehmer?

Jede Menge Ordner für die VaPER-Studie
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die vielen Anfragen benötigen viel Platz: Jede Menge Ordner der VaPER-Studie

"Die häufigsten Fragen waren eigentlich ‚Tut das weh?‘ oder ‚Muss man wirklich die ganze Zeit liegen bleiben?‘", erzählt Andrea Nitsche von den über 4.500 Rückmeldungen, die auf den Probandenaufruf für die Bettruhe-Studie VaPER folgten. Sie ist Mitglied des DLR-Studienteams und verantwortlich für die Rekrutierung der zwölf Probanden. "Es war am Anfang wirklich überwältigend, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet - wir waren wie erschlagen von den vielen Anfragen!", erinnert sie sich an die Reaktionen auf den Aufruf Anfang des Jahres, der unter anderem über Facebook veröffentlicht wurde. Das ganze Team hat damals mehrere Tage lang  diese Erstanfragen beantwortet.

Auch wenn hinter einigen Rückmeldungen aufgrund der Formulierung kein ernsthaftes Interesse vermutet wurde, hat jeder Interessent die offizielle Antwort mit den ersten Fragebögen und den näheren Informationen zur Studie bekommen. "Wir nehmen das natürlich alles sehr ernst", betont Nitsche, "auch wenn es uns irre viel Zeit kostet." Viele der Anfragen haben auch schlichtweg nicht ins Profil gepasst: zu jung, zu alt, Raucher, Vegetarier, zu groß, zu klein. Bei wissenschaftlichen Studien in der Raumfahrtmedizin gelten harte Kriterien, um die Daten und Ergebnisse nicht zu gefährden. weiterlesen

Raumfahrt | 29. September 2017 | von Julia Heil

VaPER-Studie Teil 1 - Warum legt das DLR Menschen für 30 Tage ins Bett?

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Für die VaPER-Studie (VIIP and Psychological :envihab Research Study) legen sich ab Oktober 12 Probandinnen und Probanden für 30 Tage in der DLR-Forschungsanlage :envihab ins Bett.

Ein Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS benutzt seinen Körper nicht mehr so, wie wir ihn auf der Erde beanspruchen. Als Konsequenz verändert er sich - direkt und indirekt.

Ohne Schwerkraft bilden sich Muskeln und Knochen zurück. Außerdem sorgt die Schwerelosigkeit dafür, dass sich die Körperflüssigkeiten Richtung Oberkörper verschieben; das Herz-Kreislauf-System wird weniger beansprucht, da es nicht mehr gegen die Schwerkraft arbeiten muss. Diese Flüssigkeitsverschiebung lässt die Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen wie bei einer Erkältung anschwellen ('puffy face') und die Beine wiederum buchstäblich dünner werden ('chicken legs').

Die Bettruhe simuliert Schwerelosigkeit für den Körper

Warum sich ein Körper in Schwerelosigkeit so verhält, haben die Forscher bis heute noch nicht komplett verstanden. Aber sie sind auf der Suche nach Antworten: "Die beste Methode, um auf der Erde die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Körper zu simulieren, ist zurzeit die Bettruhestudie", sagt der DLR-Wissenschaftler Dr. Edwin Mulder. Der Sportwissenschaftler hat einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet. Bereits 2015 und 2016 legten sich unter seiner Leitung insgesamt 24 Probanden im DLR für die Wissenschaft für mehrere Wochen ins Bett. Umso mehr freut er sich, dass er und sein Team am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in diesem Jahr eine weitere Bettruhestudie betreuen: die VaPER-Studie (VIIP and Psychological :envihab Research Study). Ab Anfang Oktober werden sechs Probandinnen und sechs Probanden ins :envihab, die DLR-Großforschungsanlage des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln, einziehen und dort insgesamt 59 Tage verbringen - davon 30 Tage komplett im Bett. Die weiteren 29 Tage sind wichtig für Vor- und Nachuntersuchungen. Zum ersten Mal sind auch Frauen mit dabei. weiterlesen

Raumfahrt | 05. September 2017 | von Philip Kausche

5 ist Trumpf: Countdown für Ariane 5 zu Start 5 in diesem Jahr

Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG
Die Ariane 5 erreicht den Startplatz.

+++ Update: Der Start der Ariane 5 wurde gestern kurz vor Lift-off abgebrochen. Nach dem Zünden des Haupttriebwerks kam es zu einem automatischen Abbruch der Startsequenz, ausgelöst durch den Bordcomputer. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Rakete und Satelliten sind in einem sicheren Zustand. Ein neuer Startversuch wird voraussichtlich frühestens nächste Woche erfolgen.

Das Haupttriebwerk zündet 7 Sekunden vor den Boostern. In dieser Zeit wird das Triebwerk in einem computergesteuerten Prozess gecheckt und kann bei einer Anomalie abgeschaltet werden. Dies ist gestern eingetreten. Die Rakete hebt erst mit Zündung der Feststoffbooster bei T+7 Sekunden ab (Video des Abbruchs). Bis dahin ist ein kontrollierter Startabbruch möglich. +++

Der letzte Start einer Ariane 5 ist nun schon über zwei Monate her. Aber heute Abend um voraussichtlich 23:51 Uhr MEZ hat das Warten ein Ende. Zum fünften Mal in diesem Jahr wird eine Ariane 5 ins All starten. Der Start kann wie immer im Livestream verfolgt werden.

Für Ariane 5 handelt es sich um eine Routinemission mit zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Beide Satelliten werden in einem geostationären Transferorbit abgesetzt werden, vom dem aus sie eigenständig den finalen geostationären Orbit über dem Äquator in 36.000 Kilometern Höhe ansteuern werden. weiterlesen

Raumfahrt | 24. August 2017 | von Daniel Leidner | 2 Kommentare

Angeleitet aus dem All: Roboter-Experiment zwischen ISS und Oberpfaffenhofen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Rollin' Justin und die Solarpanele, die er während des SUPVIS-Experiments inspizieren soll.

Wenn es um die Fernsteuerung von Robotertechnologie für Raumfahrtanwendungen geht, ist das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) schon lange Vorreiter. Bereits 1993 wurde weltweit erstmalig während des ROTEX-Experiments gezeigt, wie ein Roboter einen Gegenstand im Weltall einfangen kann - und zwar ferngesteuert. Zuletzt hat Kosmonaut Sergei Volkov die daraus entstehende Technologie genutzt, um im Dezember 2015 einen Roboter auf der Erde von der Internationalen Raumstation (ISS) aus zu bedienen. Ein feinfühliger Joystick hat es dem Kosmonauten dabei sogar ermöglicht, mit dem Institutsdirektor Prof. Albu-Schäffer auf den Erfolg der damaligen Kontur-2-Mission anzustoßen. weiterlesen

Raumfahrt | 16. August 2017 | von DLR_next | 4 Kommentare

Projekt_4D: Hilfreiche Probleme

Die Zeitkapsel
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Bei einer Zeitkapsel muss man auch unter technischen Gesichtspunkten vieles bedenken. Und dabei zeigt sich ganz im Kleinen, was auch bei großen Projekten gilt: Hast Du ein Problem gelöst, klopft mit großer Wahrscheinlichkeit gleich ein anderes an Deiner Tür an. Nur hereinspaziert! Probleme sind schließlich dazu da, um gelöst zu werden ;-)

Eine Zeitkapsel ist eine Zeitkapsel ist eine Zeitkapsel. Unsere ist obendrein aber auch noch eine kleine Raumkapsel. Schließlich muss sie - bevor sie auf die lange Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert geht - erst einmal ins All und auch wieder zurück zur Erde. Sie wird Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation begleiten, später im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt und 50 Jahre lang verwahrt - und erst dann geöffnet. Damit ergeben sich Anforderungen, die sowohl die Langzeitbeständigkeit als auch die Weltraumtauglichkeit betreffen - mal das eine, mal das andere, oft beides zugleich. weiterlesen

Raumfahrt | 04. August 2017 | von DLR_next | 1 Kommentar

… und irgendwie fliegen alle in Gedanken zusammen mit Alex ins All

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
 

Wohl selten gab es in der Raumfahrt eine Aktion, an der die Öffentlichkeit so intensiv mitgewirkt hat. Für die Zeitkapsel, die nächstes Jahr zusammen mit Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation viele Male unseren Planeten umkreisen wird, sammelten wir nicht nur die Wünsche von Kindern und Jugendlichen für die Zukunft - auch Erwachsene durften mitmachen: Über Twitter und Facebook hatten wir dazu aufgerufen, uns "Slices of Life" zu schicken - Fotos, die den Alltag in unserer Zeit wiedergeben. Sie kommen mit den Kinderwünschen auf einem Datenträger in die Kapsel, die wiederum nach der Rückkehr zur Erde dem Haus der Geschichte in Bonn zur Verwahrung übergeben und erst 50 Jahre später geöffnet wird.

Nun weiß man bei solchen Mitmach-Aktionen anfangs nie so recht, auf welche Resonanz sie stoßen würden. Und so waren wir tatsächlich überrascht, was dann geschah: Unzählige Menschen, die oftmals gar nichts oder wenig mit Raumfahrt zu tun haben, sandten täglich Bilder ein - erst einige hundert, schließlich über 3.000, von denen 2.196 nun ausgewählt wurden, die Reise in die Zukunft zu unternehmen. An mehreren Tagen gaben wir jeweils ein bestimmtes Foto-Thema vor. Mal ging es im wahrsten Wortsinne um ganz Alltägliches, etwa Bilder zum Stichwort "Shopping", Schatten-Fotos oder Schnappschüsse von Haustieren. Auch Spielzeug, Wolken, Blumen und Menschen waren Tages-Motto. Daneben gab’s auch Foto-Aufträge, die eher zum Nachdenken anregten: "Schickt uns Bilder von Dingen, die es eurer Meinung nach in 50 Jahren nicht mehr geben wird!" oder "Wo spielt die Forschung in eurem Leben eine wichtige Rolle?" oder "Was bedeuten die Begriffe 'Heimat' und 'Glück' für euch und wie setzt ihr das in Fotos um?" weiterlesen

Larsen C: TerraSAR-X beobachtet Abbruch des Eisbergs

Eisberg am Larsen-C-Schelfeis an der Antarktischen Halbinsel
Quelle: DLR
Nach dem Abbruch: TSX-ScanSAR-Aufnahme vom letzten Samstag, 22. Juli 2017, 23:40 UTC

Wir haben in den letzten Tagen viel in den Medien über den riesigen Eisberg lesen können, der sich am Larsen-C-Schelfeis an der Antarktischen Halbinsel gelöst hat. Dass Eisbergabbrüche von Eisschelfen natürliche Vorkommnisse sind und diese in der Antarktis immer wieder vorkommen, wurde in den Medienberichten richtig dargestellt. Und doch war dieses Ereignis präsenter als die bisherigen. Woran liegt das? Vermutlich daran, dass wir Wissenschaftler seit Monaten mithilfe von Satellitendaten dieses Gebiet der Antarktis verstärkt beobachten und regelrecht darauf gewartet haben, dass es endlich passiert. Außerdem ist diesmal doch ein verhältnismäßig großes Stück Eis abgebrochen, ungefähr sieben Mal so groß wie die Stadt Berlin. weiterlesen

Raumfahrt | 30. Juni 2017 | von Manuela Braun | 1 Kommentar

ROBEX Teil 4: Asche, Käfer und Windböen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Nach fast vier Wochen Feldforschung auf dem Ätna ist der Staub allgegenwärtig: Als feine, hartnäckige Schicht legt er sich über alles, auf Ausrüstung, Transportkisten und Laptop-Tastaturen. Er dringt in die Missionscontainer ein und klebt an Händen und Beinen, die mit Sonnenmilch eingecremt sind. Jeder Schritt im schwarzen Lavaboden wirbelt Wolken von Staub auf, selbst Rover LRU-2 hat auf seinem weißen Körper reichlich schwarze Ablagerungen. Dafür sind es in den letzten Tagen deutlich weniger kleine Fliegen und Käfer, die trotz karger Landschaft den Ätna anfliegen und sich penetrant auf Jacken und Mützen der Robex-Teammitglieder setzen.

Der Ätna ist halt nicht das heimische Labor - und bleibt auch unberechenbar. Am Donnerstag stürmen Windböen mit bis zu 100 Kilometern in der Stunde über den Berg. Statt Staub wirbeln jetzt auch größere Steine auf, an Arbeit mit dem Rover ist nicht zu denken. Der Wind würde viel zu kräftig gegen Körper und Arm drücken und den Rover beschädigen. Auch der Lander wird sicher verpackt: Die Klappen der Ladebuchten werden nicht nur geschlossen, sondern sogar mit Haltegurten gesichert. Schließlich stemmen sich die Ingenieure gegen die Windböen und montieren am Lander die Schilder ab, die dem Rover bei der Annäherung zur Orientierung dienen. weiterlesen