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Raumfahrt | 18. November 2016

Deutsch-brasilianische Kooperation besteht erste Feuertaufe

Als ich eintraf, ertönte bereits die erste Warnung über dem Standort: Noch 20 Minuten bis zum Test. Ab diesem Zeitpunkt heißt es für alle im Kontrollraum, sich bereit zu machen. Für alle anderen ist es ein Signal, den Gefahrenbereich des Teststands aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Der Kontrollraum füllt sich schnell. Alle Beteiligten nehmen ihre Plätze ein, dazu gehörten Verantwortliche für die Testvorbereitung und Testdurchführung, zusätzlich noch Sicherheitsbeauftragte, Feuerwehr und natürlich die Nutzer des Prüfstandes, deren Prüfling getestet werden soll. weiterlesen

Raumfahrt | 09. November 2016

Außergewöhnlicher "Zuschauer" beim Simulationslauf für einen geostationären Satelliten

Käpt´n Blaubär beim GSOC
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Käpt´n Blaubär - Ein Zuschauer im Kontrollraum

Zahlreiche Codezeilen laufen über den großen Bildschirm in einem Kontrollraum des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums, kurz GSOC (German Space Operations Center). Alles Kommandos, die an einen Satelliten im All geschickt werden - diesmal ist es allerdings eine Simulation. Bei aller Konzentration, die wir bei unserer Arbeit brauchen, ein außergewöhnlicher Zuschauer ist ab und zu willkommen. Heute "schaut" uns Käpt‘n Blaubär, die beliebte Figur aus der Sendung mit der Maus, bei der Arbeit zu. Er hat gut lachen. Er hat keinen Stress. Wir dagegen sind sehr beschäftigt: Unter den aufmerksamen und erfahrenen Augen von Flugdirektor Franck Chatel und Mission Operations Director Ralf Faller testen wir gerade einen Satelliten in seiner "geostationären Box" aus - aber nur in der Theorie. In Wirklichkeit steht die kleinwagengroße Maschine noch in einem Reinraum und wartet auf ihren Transport nach Kourou.

Mit dieser Simulation wird unser Team auf ein komplexes Zusammenspiel trainiert, verschiedene Prozeduren und Kommandosequenzen, die fließend und fehlerfrei durchlaufen werden müssen. Unsere Flight Controller müssen mit den Tools an der Konsole wie im Schlaf umgehen können und stets wissen, wer mit wem interagieren muss, wo die notwendigen Daten und Dateien zu finden sind. Und auch unter Stress müssen Probleme mit dem Satelliten oder dem Bodensystem gelöst werden können. weiterlesen

Raumfahrt | 20. Oktober 2016

Wie Forscher die neuesten Erdbeobachtungsdaten nutzen - Teil 3

Quelle: DLR/Simon Fraser University/Rebus, Eppler
Neueste Veränderungskarte durch TerraSAR-X

Teil 3 folgt den Bewegungen unserer Erde: Wie verändert sich ihre Gestalt? Mit welcher Geschwindigkeit, und mit welchen Folgen? Die Satellitenmissionen TerraSAR-X und TanDEM-X bieten neue Perspektiven, die die Wissenschaftler zu neuen Ansätzen inspiriert. weiterlesen

Raumfahrt | 19. Oktober 2016

Wie Forscher die neuesten Erdbeobachtungsdaten nutzen - Teil 2

Quelle: DLR/NASA GSFC/Lee
Höhenmodell des Mangrovenwaldgebiets Sundarbans

Im zweiten Teil der Serie zum TerraSAR-X und TanDEM-X Science Meeting in Oberpfaffenhofen stellen wir weitere Anwendungsgebiete für Satellitendaten vor. Diesmal geht es zum Beispiel um die Bestimmung von Biomasse mit Hilfe der "Erdbeobachter aus dem All". Noch bis Donnerstag, 20. Oktober 2016 nutzen internationale Wissenschaftler den Kongress, um ihre Forschungsergebnisse zur satellitengestützten Erdbeobachtung zu zeigen und sich auszutauschen.

Hoch über dem Sumpf

Nass, warm und salzig - so mögen es Mangroven. Nur im Meerwasser oder Brackwasser von Flüssen fühlen sich die tropischen Bäume wohl. Gemeinsam mit anderen wasserliebenden Pflanzen und Sträuchern können sie sich zu ganzen Wäldern beziehungsweise Sümpfen ausbreiten. An den Küstenregionen bieten sie den Menschen Schutz vor Landverlust durch Küstenerosionen und puffern Sturmflutwellen und Tsunamis ab. Weltweit kommen Mangrovenwälder auf rund 150.000 Quadratkilometer Gesamtfläche. Das bedeutet auch enorme Mengen an Biomasse - Pflanzenteile, die als natürliche Kohlenstoffspeicher das Klima beeinflussen. Doch wieviel Biomasse steckt genau in diesen Wäldern? Und wie steht es um den Zustand dieser unwegsamen Gebiete? weiterlesen

Raumfahrt | 18. Oktober 2016 | 2 Kommentare

Wie Forscher die neuesten Erdbeobachtungsdaten nutzen - Teil 1

KIOST inertial DEM
Quelle: DLR/KIOST/NASA GSFC
Höhenmodell eines Küstengebiets

Wissenschaftler aus der ganzen Welt sind in Oberpfaffenhofen zum TerraSAR-X und TanDEM-X Science Meeting zusammengekommen. Vier Tage lang, vom 17. bis 20. Oktober 2016 haben sie Gelegenheit, ihre Ergebnisse aus den Daten der zwei Erdbeobachtungsatellitenmissionen zu zeigen und sich auszutauschen. Rund 200 Präsentationen geben einen Überblick über den neuesten Forschungsstand in der satellitengestützten Erdbeobachtung. Die Radardaten kommen in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Bereichen zum Einsatz, von der Klimaforschung über die Geowissenschaften bis hin zur Forstwirtschaft, Infrastrukturplanung und Methodik der Fernerkundung.

Begleitend zum Science Meeting stellt der SpaceBlog einige Arbeiten vor. Die kurzen Beispiele skizzieren, auf welche Weise die Daten der deutschen Radarmissionen Forscher weltweit unterstützen. weiterlesen

Raumfahrt | 04. Oktober 2016

Ariane 5 bringt zwei Satelliten und ein ESA-Experiment ins All

Die Ariane 5 auf dem Weg vom Integrationsgebäude in das
Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - G BARBASTE
Die Ariane 5 auf dem Weg vom Integrationsgebäude in das "Final Assembly Building". Dort werden die Satelliten mit der Nutzlastverkleidung auf der Rakete montiert.

+++ UPDATE +++
Der Ariane-Start gestern Abend war erfolgreich und ist damit der 74. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge. Der ursprünglich für den 4. Oktober geplante Start musste wegen starker Höhenwinde um 24 Stunden verschoben werden: Aufzeichnung des Starts.

Während wir in Deutschland gestern den Tag der Deutschen Einheit gefeiert haben, wurden in Kourou die letzten Vorbereitungen für einen Ariane-5-Start getroffen. Die Rakete steht inzwischen abflugbereit an ihrem Startplatz in Französisch-Guayana. Der Start wird voraussichtlich um 22:30 Uhr erfolgen und kann unter arianespace.com live verfolgt werden. Dies wird der fünfte Start einer Ariane 5 in diesem Jahr sein. An Bord befinden sich zwei Telekommunikationssatelliten und ein besonderes Experiment der ESA. weiterlesen

Raumfahrt | 28. September 2016 | 1 Kommentar

#GoodbyePhilae: Mosaik-Poster und Video zum Abschied

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
GoodbyePhilae: Mosaik-Poster aus allen Einsendungen

Wir haben euch vor einigen Wochen gebeten, euch von Philae auf Komet 67P zu verabschieden - und sind überwältigt von der Resonanz!

Unter dem plattformübergreifendem Hashtag #GoodbyePhilae sammelten wir in den vergangenen Wochen Eure Abschiedsgrüße in Richtung Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko. Alleine über Twitter und Instagram erreichte der Hashtag 60 Millionen User - fast 7000 Personen beteiligten sich weltweit aktiv an der Verabschiedung für den ersten von Menschen gebauten Apparat, der auf einem Kometen landete. weiterlesen

Raumfahrt | 15. September 2016

Vega startet Satellitenkameras für Peru und Google

Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - JM Guillon
Letzte Montagearbeiten vor dem Abflug: Der obere Teil der Vega wird auf die AVUM-Oberstufe der Rakete montiert.

+++ Update 16.09.2016 +++
Der gestrige Start der Vega war erfolgreich. Die Aufzeichnung des Starts gibt es hier.

Heute Nacht um 3:43 Uhr deutscher Zeit wird zum insgesamt siebten Mal der europäische Kleinlastträger Vega von Französisch-Guyana aus ins All starten. Vega hat gleich fünf kleine Erdbeobachtungssatelliten an Bord. Nachtaktive Menschen können sich den Start live unter www.arianespace.com ansehen. Die Satelliten und die dazugehörigen Adapter haben zusammen eine Masse von etwa 1230 Kilogramm.

Der größte Satellit an Bord der Vega ist ein Peruanischer Erdbeobachtungssatellit mit dem Namen PerúSAT-1. Der Satellit wurde im Auftrag der Peruanischen Raumfahrtagentur CONIDA von Airbus Defence and Space gebaut und hat eine Masse von circa 430 Kilogramm. Es ist der erste Erdbeobachtungssatellit Perus überhaupt. Er wird für eine Vielzahl von Erdbeobachtungsaufgaben eingesetzt werden: im Katastrophenschutz und -management, für Fischerei, Ozeanographie, Forstwirtschaft, Klimabeobachtung, Kartographie, Bergbau, Geologie, Gesundheitsmanagement, Land- und Forstwirtschaft und Hydrologie. weiterlesen

Sicherheit | 09. September 2016 | 1 Kommentar

Ein Teppich aus Popcorn - EMSec Teil 4

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Ein Peilsender übermittelt die Position des Popcornteppichs

Der Morgen fängt mit Verladearbeiten an. Zig Hände packen an, um 70 Kartons ungesalzenes und ungezuckertes Popcorn auf die "Bayreuth" zu laden. Kaum ist die eine Kiste aus dem Lkw, stehen schon wieder zwei Helfer an der Laderampe. 50 Kubikmeter Popcorn rutschen über ein Holzbrett aufs Deck der "Bayreuth" und werden dort von den nächsten Helfern im Empfang genommen. Heute wird das Popcorn zu einem Gefahrstoff, der sich wie ein Teppich über der Nordsee ausbreiten soll. Das Boot der Bundespolizei See verschwindet fast unter den vielen gestapelten Kartons, als es am Lentzkai in Cuxhaven ablegt.

Ziel des vierten Teils des Projekts EMSec: Zwischen Helgoland und Büsum, dort wo weit und breit keine Inseln sind, soll das Popcorn ins Wasser - und das möglichst schnell. Um kurz nach 12 Uhr wird Satellit Worldview 2 aus dem All auf das Boot und seine "Verschmutzung" blicken. Später, ab 13 Uhr, folgen hochaufgelöste Aufnahmen mit den optischen Satelliten RapidEye 3 und 4. Kurz vor 12 Uhr wird es auf dem Boot deshalb hektisch. Die großen Kartons werden schon mal aufgeschnitten und umgestapelt. Das Popcorn soll schließlich nicht portionsweise ins Wasser geschüttet werden, sondern möglichst in einer Masse auf den Wellen treiben. weiterlesen

Sicherheit | 08. September 2016

Treibend zwischen Helgoland und Büsum - EMSec Teil 3

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
"Mann über Bord": Ein Dummy treibt in der Nordsee

Zehn Sekunden dauert es, dann hat Maschinist Wilm Willms die erste Boje über Bord geschmissen. Die nächsten beiden folgen. Innerhalb von einer Minute sind somit gleich drei Menschen über Bord des Seenotrettungskreuzers "Hermann Rudolf Meyer" gegangen, die die EMSec-Partner mit Satelliten und Flugzeugen aufspüren wollen.

In der Simulation sind gerade Menschen von einer entführten Fähre in die Nordsee gesprungen, um sich zu retten. Im echten Leben schwimmen jetzt seit 12 Uhr mittags viereckige Schwimmkörper mit Sendern in den Wellen. "Die haben das Driftverhalten wie ein Mensch im Wasser", sagt Vormann Siegbert Schuster. Heute wäre die Nordsee immerhin gnädig mit den Männern über Bord: Die Sonne scheint, die Wellen schieben sich gerade mal rund 50 Zentimeter in die Höhe. Entspannte Verhältnisse, die bei schlechtem Wetter im Nirgendwo zwischen Helgoland und Büsum ganz anders aussehen könnten. weiterlesen