TanDEM-X Blog

Der erste Kriseneinsatz von TanDEM-X

06.08.2010

Satellitendaten sind heute ein unverzichtbares Werkzeug, um sich im Fall von Natur- oder Umweltkatastrophen ein schnelles Bild der Lage zu verschaffen, Informationen zu interpretieren und den Hilfskräften vor Ort den Weg zu weisen. Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des DLR und viele andere internationale Organisationen nutzen nun schon seit 3 Jahren auch den deutschen TerraSAR-X-Satelliten, um im Krisenfall schnell an zuverlässige Daten zu kommen. Nun hatte auch unser neuer Satellit TanDEM-X seinen ersten Kriseneinsatz im Rahmen der Flutkatastrophe in Pakistan – und das nicht nur mit Radarbildern, sondern gleich auch als "interferometrisches Gespann". Die TanDEM-X-Mission bietet so schon jetzt die Möglichkeit, sofort und überall in nur einem Überflug und ohne vorherige Aufnahmen Überflutungen zuverlässiger zu kartieren. weiterlesen

Jan Wörner Blog

Sommerzeit - Ferienzeit? Zeit für eine Bilanz!

03.08.2010 | von Jan Wörner

Es heißt immer so schön: "Dann bis nach der Sommerpause!" Aber von Pause ist im DLR nicht viel zu spüren. Meistens sind es angenehme Umstände, die auch während meines Kurzurlaubs von drei Tagen in Frankreich eine permanente Erreichbarkeit über E-Mail und Handy erfordern: Terminvereinbarungen für Vorträge und Diskussionen, Absprachen mit den Vorstandskollegen hinsichtlich programmatischer und strategischer Perspektiven und vieles mehr. Persönlich nutze ich diese Zeit ohne Hektik und Termine auch dazu, über das Erreichte und Nicht-Erreichte nachzudenken, um Perspektiven zu definieren und Konsequenzen zu ziehen. weiterlesen

Höhendatensatz: Vulkan Longonot in Kenia

Das TanDEM-X Bodensegment legt los!

02.08.2010

Mit dem erfolgreichen Einstellen der "weiten" Flugformation zwischen dem TerraSAR-X und dem TanDEM-X Satelliten war es soweit: Der Startschuss für den Beginn der "TerraSAR-X Add-On for Digital Elevation Measurements" Mission, kurz TanDEM-X, im eigentlichen Sinne konnte fallen. Jetzt, wo beide Satelliten als Gespann fliegen und dasselbe Gebiet der Erdoberfläche mit nur 3 Sekunden Versatz sehen, bedarf es keiner trickreichen Spezialkommandierungen mehr, um interferometrische Aufnahmen zu machen. Bestellung, Planung und Kommandierung der synchronen Aufnahmen sowie Empfang und insbesondere die Verarbeitung der Daten beider Satelliten in einzelne Höhendatensätze geschieht ab sofort automatisch. weiterlesen

Algal Bloom

Energie-Frage der Woche: Können blühende Algenteppiche unsere Treibstoffversorgung sichern?

02.08.2010 | von Jan Oliver Löfken

Wie jeden heißen Sommer treiben gigantische Blaualgen-Teppiche über die Ostsee und verleiden Badegästen den Sprung ins kühle Nass. In den gelbgrünen Schwaden leben Cyanobakterien, die - einmal verschluckt - zu Vergiftungen führen können. Aber die Mikroorganismen können auch brennbare Kohlenwasserstoffketten, so genannte Alkane und Alkene, produzieren. Taugen sie dadurch nicht auch zur Herstellung von Diesel und Benzin? weiterlesen

Energie-Frage der Woche: Wie nutzt man die Energie der Sonne am besten?

26.07.2010 | von Jan Oliver Löfken

Eine Leistung von 1367 Watt strahlt die Sonne auf jeden Quadratmeter Erde ab - ohne den Filter der Atmosphäre. Diese - in menschlichen Zeitmaßstäben - unendliche Energiequelle erwärmt unseren Planeten, lässt Pflanzen wachsen und ist der Motor von Wind und Wetter. An äquatornahen, sonnigen Standorten wie der Sahara summiert sich der Energieeintrag der Sonne über das Jahr zu 2000 bis 2500 Kilowattstunden je Quadratmeter. Doch mit welcher Technik lässt sich aus Sonnenlicht am meisten Strom gewinnen? weiterlesen

Kooperation mit Kasachstan, Vertragsunterzeichnung in Astana

23.07.2010 | von Jan Wörner

Baikonur, das durch die Aktivitäten der sowjetischen Raumfahrt bestens bekannte Kosmodrom, liegt auf dem Hoheitsgebiet des nunmehr autonomen Kasachstan. Der Direktor der kasachischen Raumfahrtagentur, Talghat Mussabajew, war selbst als Kosmonaut im All und hat ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm formuliert. Kasachstan ist an einer engen Kooperation mit Deutschland sehr gelegen, da viele Aspekte wie zum Beispiel die Erdbeobachtung in beiden Ländern mit hoher Priorität vorangetrieben werden. In Astana, der Hauptstadt Kasachstans, wurde nun ein Rahmenabkommen unterzeichnet, dass die Grundlage für eine zukünftige Kooperation zwischen Deutschland und Kasachstan im Bereich der Raumfahrt bilden soll. weiterlesen

Digitale Höhenmodelle

Die dritte Dimension der Daten

22.07.2010

Noch sind die beiden Satelliten nicht ganz in ihrer gemeinsamen Formation, da werden schon trickreiche Instrumentkommandierungen und Prozessoreinstellungen genutzt, um die allerersten Höhendaten mit den beiden Satelliten zu erzeugen. Damit begann an diesem Wochenende die interferomerische Phase der TanDEM-X-Mission. Wir sehen mit Begeisterung wie unser Prozessor zum ersten Mal die Erde in drei Dimensionen entstehen lässt. weiterlesen

Das erste 3D-Experiment

22.07.2010

Es war eine schlaflose Nacht, die kaum eine Abkühlung der hochsommerlichen Temperaturen mit sich brachte, in der mir der Gedanke für ein Radarexperiment mit den beiden Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X kam: "Wie wäre es, wenn wir bereits vor dem Erreichen der endgültigen Formation nachweisen könnten, dass die Interferometrie mit beiden Satelliten möglich ist?" weiterlesen

Energie-Frage der Woche: Endet mit der Ölpest im Golf von Mexiko die Ära der Tiefseebohrungen?

19.07.2010 | von Jan Oliver Löfken

Seit der Havarie der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko am 20. April 2010 strömten täglich bis zu neun Millionen Liter Rohöl ins Meer. Ob die nun angebrachte 40 Tonnen schwere Absaugglocke den Großteil des in 1500 Meter Tiefe austretenden Öls tatsächlich auffangen kann, ist unklar. Erst Entlastungsbohrungen sollen das Ausströmen des Öls Mitte August endgültig zum Stillstand bringen. Aber sind mit dieser Umweltkatastrophe die Tage der Ölförderung in der Tiefsee gezählt? weiterlesen

DLR Bodenstation Neustrelitz

Annäherung im All und geschäftiges Treiben in Neustrelitz

16.07.2010

Unermüdlich nimmt TanDEM-X Daten auf, während er dem TerraSAR-X-Satelliten immer näher kommt. Noch ist die erste Flugformation zwischen beiden Satelliten nicht endgültig eingestellt und somit auch noch keine nominelle "interferometrische“ Bearbeitung der Daten möglich. Alle im TanDEM-X-Bodenstationsnetzwerk empfangenen Daten werden deshalb in Neustrelitz zusammen mit den operationellen Daten des TerraSAR-X-Satelliten verarbeitet. weiterlesen

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Stresstest im All und Flüsse aus Sand

14.07.2010

Während sich die Teams am Boden für den gemeinsamen Formationsflug von TanDEM-X und TerraSAR-X rüsten, wurde TanDEM-X in der letzten Woche vor der Annährung noch mal so richtig unter Dampf gelegt. Das Instrument-Team führte sogenannte Hot/Cold-Tests durch, bei denen man die Leistungsgrenzen austestete und das Radar-System erst auskühlen und dann wieder unter Volllast laufen ließ. Anschließend gab es für die Bodensysteme Tests, bei denen eine Vielzahl von völlig zufällig verteilten Radar-Aufnahmen der Erdoberfläche die Zuverlässigkeit der Empfangs- und Prozessierungsanlagen austestete. Unter diesen "Statistik-Aufnahmen" befinden sich auch einige rätselhafte Bilder. weiterlesen

Kunst im All - oder: Wie man eine Formation einstellt

12.07.2010 | von Ralph Kahle

Am Starttag, 21. Juni 2010, war TanDEM-X knapp 16.000 Kilometer von seinem Zwillingssatelliten TerraSAR-X entfernt. Heute sind es nur noch 2000 Kilometer. Nun ist es an der Zeit, die Relativbewegung zu bremsen und die Formation einzustellen. Dazu wird die Flugdynamikgruppe des German Space Operations Center (GSOC) in den kommenden acht Tagen insgesamt zehn Bahnmanöver durchführen. weiterlesen

DLR und die deutschen Hochschulen - Risiko oder Chance?

12.07.2010 | von Jan Wörner

Das deutsche Wissenschaftssystem ist traditionell durch eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Einrichtungen gekennzeichnet. Gerade diese Vielfalt war Grundlage der weltweiten Anerkennung und Konkurrenzfähigkeit. Gleichwohl wird im Thesenpapier "Eckpunkte eines zukunftsfähigen deutschen Wissenschaftssystems" der Volkswagenstiftung aus dem Jahr 2005 formuliert: "In seiner jetzigen Struktur und Ausstattung ist das deutsche Wissenschaftssystem den Anforderungen der Zukunft nicht gewachsen." Eine der Konsequenzen, nämlich die engere Kooperation außeruniversitärer Forschungseinrichtungen mit den Hochschulen, möchte ich kurz in diesem Blogeintrag beleuchten. weiterlesen