Artikel zu ""

zur Startseite
Raumfahrt | 16. August 2017 | von DLR_next

Projekt_4D: Hilfreiche Probleme

Die Zeitkapsel
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Bei einer Zeitkapsel muss man auch unter technischen Gesichtspunkten vieles bedenken. Und dabei zeigt sich ganz im Kleinen, was auch bei großen Projekten gilt: Hast Du ein Problem gelöst, klopft mit großer Wahrscheinlichkeit gleich ein anderes an Deiner Tür an. Nur hereinspaziert! Probleme sind schließlich dazu da, um gelöst zu werden ;-)

Eine Zeitkapsel ist eine Zeitkapsel ist eine Zeitkapsel. Unsere ist obendrein aber auch noch eine kleine Raumkapsel. Schließlich muss sie - bevor sie auf die lange Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert geht - erst einmal ins All und auch wieder zurück zur Erde. Sie wird Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation begleiten, später im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt und 50 Jahre lang verwahrt - und erst dann geöffnet. Damit ergeben sich Anforderungen, die sowohl die Langzeitbeständigkeit als auch die Weltraumtauglichkeit betreffen - mal das eine, mal das andere, oft beides zugleich. weiterlesen

Raumfahrt | 04. August 2017 | von DLR_next | 1 Kommentar

… und irgendwie fliegen alle in Gedanken zusammen mit Alex ins All

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
 

Wohl selten gab es in der Raumfahrt eine Aktion, an der die Öffentlichkeit so intensiv mitgewirkt hat. Für die Zeitkapsel, die nächstes Jahr zusammen mit Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation viele Male unseren Planeten umkreisen wird, sammelten wir nicht nur die Wünsche von Kindern und Jugendlichen für die Zukunft - auch Erwachsene durften mitmachen: Über Twitter und Facebook hatten wir dazu aufgerufen, uns "Slices of Life" zu schicken - Fotos, die den Alltag in unserer Zeit wiedergeben. Sie kommen mit den Kinderwünschen auf einem Datenträger in die Kapsel, die wiederum nach der Rückkehr zur Erde dem Haus der Geschichte in Bonn zur Verwahrung übergeben und erst 50 Jahre später geöffnet wird.

Nun weiß man bei solchen Mitmach-Aktionen anfangs nie so recht, auf welche Resonanz sie stoßen würden. Und so waren wir tatsächlich überrascht, was dann geschah: Unzählige Menschen, die oftmals gar nichts oder wenig mit Raumfahrt zu tun haben, sandten täglich Bilder ein - erst einige hundert, schließlich über 3.000, von denen 2.196 nun ausgewählt wurden, die Reise in die Zukunft zu unternehmen. An mehreren Tagen gaben wir jeweils ein bestimmtes Foto-Thema vor. Mal ging es im wahrsten Wortsinne um ganz Alltägliches, etwa Bilder zum Stichwort "Shopping", Schatten-Fotos oder Schnappschüsse von Haustieren. Auch Spielzeug, Wolken, Blumen und Menschen waren Tages-Motto. Daneben gab’s auch Foto-Aufträge, die eher zum Nachdenken anregten: "Schickt uns Bilder von Dingen, die es eurer Meinung nach in 50 Jahren nicht mehr geben wird!" oder "Wo spielt die Forschung in eurem Leben eine wichtige Rolle?" oder "Was bedeuten die Begriffe 'Heimat' und 'Glück' für euch und wie setzt ihr das in Fotos um?" weiterlesen

Larsen C: TerraSAR-X beobachtet Abbruch des Eisbergs

Eisberg am Larsen-C-Schelfeis an der Antarktischen Halbinsel
Quelle: DLR
Nach dem Abbruch: TSX-ScanSAR-Aufnahme vom letzten Samstag, 22. Juli 2017, 23:40 UTC

Wir haben in den letzten Tagen viel in den Medien über den riesigen Eisberg lesen können, der sich am Larsen-C-Schelfeis an der Antarktischen Halbinsel gelöst hat. Dass Eisbergabbrüche von Eisschelfen natürliche Vorkommnisse sind und diese in der Antarktis immer wieder vorkommen, wurde in den Medienberichten richtig dargestellt. Und doch war dieses Ereignis präsenter als die bisherigen. Woran liegt das? Vermutlich daran, dass wir Wissenschaftler seit Monaten mithilfe von Satellitendaten dieses Gebiet der Antarktis verstärkt beobachten und regelrecht darauf gewartet haben, dass es endlich passiert. Außerdem ist diesmal doch ein verhältnismäßig großes Stück Eis abgebrochen, ungefähr sieben Mal so groß wie die Stadt Berlin. weiterlesen

Raumfahrt | 30. Juni 2017 | von Manuela Braun | 1 Kommentar

ROBEX Teil 4: Asche, Käfer und Windböen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Nach fast vier Wochen Feldforschung auf dem Ätna ist der Staub allgegenwärtig: Als feine, hartnäckige Schicht legt er sich über alles, auf Ausrüstung, Transportkisten und Laptop-Tastaturen. Er dringt in die Missionscontainer ein und klebt an Händen und Beinen, die mit Sonnenmilch eingecremt sind. Jeder Schritt im schwarzen Lavaboden wirbelt Wolken von Staub auf, selbst Rover LRU-2 hat auf seinem weißen Körper reichlich schwarze Ablagerungen. Dafür sind es in den letzten Tagen deutlich weniger kleine Fliegen und Käfer, die trotz karger Landschaft den Ätna anfliegen und sich penetrant auf Jacken und Mützen der Robex-Teammitglieder setzen.

Der Ätna ist halt nicht das heimische Labor - und bleibt auch unberechenbar. Am Donnerstag stürmen Windböen mit bis zu 100 Kilometern in der Stunde über den Berg. Statt Staub wirbeln jetzt auch größere Steine auf, an Arbeit mit dem Rover ist nicht zu denken. Der Wind würde viel zu kräftig gegen Körper und Arm drücken und den Rover beschädigen. Auch der Lander wird sicher verpackt: Die Klappen der Ladebuchten werden nicht nur geschlossen, sondern sogar mit Haltegurten gesichert. Schließlich stemmen sich die Ingenieure gegen die Windböen und montieren am Lander die Schilder ab, die dem Rover bei der Annäherung zur Orientierung dienen. weiterlesen

Raumfahrt | 28. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 3: Hammerschläge für die Wissenschaft

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Für die Planetenforscher des Projekts ROBEX ist der Ätna ganz nah am Mond: Hier gibt es vulkanisch-basaltisches Material in Mengen, dessen Entstehung dem Mondmaterial ähnlich ist. Hinzu kommt, dass der sizilianische Vulkan der einzige Ort in Europa ist, wo es Erdbeben in bis zu 600 Kilometern Tiefe gibt. Auch hier folgt der Ätna dem Beispiel des Mondes, auf dem die meisten Beben in einer Tiefe von 700 bis 1100 Kilometern stattfinden. "Innerhalb Europas haben wir nur auf dem Ätna die Chance, Beben aus einer ähnlichen Tiefe messen zu können", sagt Planetenforscher Martin Knapmeyer.

Zwei Experimente sollen auf dem Ätna durchgeführt werden: Bei der aktiven Messung schlagen die Wissenschaftler mit einem Hammer auf den Boden und messen mit Seismometern die Übertragung der Schallwellen im Boden. In der Piano del Lago liegt die Vulkanasche von 2001 über einer festeren Schicht -Wellen, die auf unterschiedlichen Wegen durch das Gestein gelaufen sind, kommen zu verschiedenen Zeiten am Seismometer an und geben so Aufschluss über die Strukturen unter der Oberfläche. Bei der passiven Messung liegen vier Messstationen aus, die auf die Vorgänge im Vulkan-Inneren horchen. weiterlesen

Raumfahrt | 28. Juni 2017 | von Philip Kausche

Vierter Ariane-Start in diesem Jahr

Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - P Baudon
Die Ariane erreicht den Startplatz.

+++ Update: Der Start der Ariane 5 letzte Nacht war erfolgreich. Dies was der 80. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge. Wer den Start verpasst hat, kann ihn sich hier noch einmal ansehen. +++

Heute Abend ist es wieder soweit. Eine schwer beladene Ariane 5 wird um voraussichtlich 22:59 Uhr deutscher Zeit ins Weltall starten. Dies wird bereits der vierte Start einer Ariane 5 in diesem Jahr sein. Etwa 20 Minuten vor dem Start beginnt die Liveübertragung. weiterlesen

Raumfahrt | 27. Juni 2017 | von Philip Kausche

ROBEX Teil 2: Ein Lander auf dem Serviertisch

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

500. 350. Und 80. Das sind am Freitag die Zahlen, die den Takt vorgeben. 500 Kilogramm wiegt der Lander. 350 Meter liegen zwischen seinem alten und seinem zukünftigen Standort, an den er umziehen soll. Und 80 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden. Zu Beginn hatte der Lander noch dicht am Basis-Camp gestanden - günstig für Reparaturen nach dem Transport nach Sizilien und für die ersten Tests und Verbindungen zum Kontrollraum auf dem Ätna. Für die eigentliche Durchführung der "Mond-Mission" soll Lander RODIN aber auf der Piano del Lago stehen.

Die Ebene zwischen dem Torre del Filosofo und dem La Montagnola-Krater war einst mit Schmelzwasser bedeckt - bis der Ätna 2001 ausbrach, Asche  über die Ebene spuckte, und der Krater Laghetto entstand. Jetzt liegt dort über einer festen Lavaschicht eine Ascheschicht, deren Dicke die Planetenforscher des DLR vermessen wollen. Doch dafür muss der schwergewichtige Lander bewegt werden. Den Abhang hinunter, auf einem Wagen mit Rollen gelagert. weiterlesen

Raumfahrt | 23. Juni 2017 | von Manuela Braun

ROBEX Teil 1: Mission in der Lava-Landschaft

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Der Weg zum Mond ist heute beschwerlich - immer hinter einem Schwertransporter her, der sich langsam und behäbig durch die engen und kurvigen Straßen oberhalb vom sizilianischen Catania quält. Zurzeit ist der Mond nämlich in über 2600 Metern Höhe direkt auf dem Ätna.

Schwärzer und schwärzer wird die Landschaft, durch die das Team der Helmholtz-Allianz ROBEX (Robotische Exploration unter Extrembedingungen) zu ihrem momentanen Arbeitsplatz fährt. Schließlich müssen alle am Rifugio Sapienza in Geländefahrzeuge umsteigen, um die letzten Höhenmeter zurückzulegen. Und dann taucht es mitten im Lavafeld auf - das Base-Camp, in dem seit anderthalb Wochen ein Lander, zwei Rover und mehrere Seismometer auf ihre "Mission" vorbereitet werden. Die Container sind den fast 50 Teammitgliedern von DLR, AWI, Uni Würzburg und TU Kaiserslautern für insgesamt vier Wochen Labor, Werkstatt und Büro zugleich. weiterlesen

Raumfahrt | 22. Juni 2017 | von Philip Kausche | 1 Kommentar

Ein älterer Herr betritt die Bühne...

Quelle: NASA/ESA

Bonn, 3. Mai 2068. Im Saal sitzen viele hundert Schülerinnen und Schüler, in den ersten Reihen zahlreiche Ehrengäste. Auch die führenden Raumfahrtnationen der Erde - allen voran China und Indien - haben Repräsentanten entsandt. Drumherum eine ganze Schar von Fotografen und Kameraleuten. Ein älterer Herr betritt die Bühne. Applaus. Die ersten Blitzlichter flackern auf. Er hat heute Geburtstag. Weitere Blitzlichter. Für seine 92 Jahre wirkt er erstaunlich rüstig: groß, aufrecht gehend, fast sportlich. Mit einem freundlichen Lächeln winkt er ins Publikum. Blitzlichtgewitter.

Der Moderator begrüßt ihn: "Lieber Herr Prof. Gerst, willkommen im Haus der Geschichte!" Tosender Applaus. Alexander Gerst ist immer noch ein Star. Immerhin war er der erste Europäer, der den Mond betreten hat. Aber darum geht es heute nicht. Sondern um seinen zweiten Flug ins All - genauer um ein Objekt, das er damals, im Jahr 2018, mit an Bord der Internationalen Raumstation hatte: die geheimnisvolle Zeitkapsel. Jetzt, genau 50 Jahre später, darf sie endlich geöffnet werden. Das war die Bedingung, unter der das DLR die kleine Aluminiumkugel dem Museum zur Ausstellung und Aufbewahrung übergeben hatte. Und das goldene Siegel - von Gerst an Bord der ISS auf die glänzend polierte Kugel aufgebracht und immer noch unversehrt - beweist: Die Kapsel war tatsächlich ein halbes Jahrhundert lang verschlossen geblieben... weiterlesen

Raumfahrt | 06. Juni 2017 | von Philipp Burtscheidt

DLR für die Ohren - The Sound of Science

Quelle: murdelta (CC BY 2.0)

Wissenschaft ist Simulieren, Messen, Daten auswerten, Erkenntnisse gewinnen. Ganz elementar ist Wissenschaft zunächst aber menschliches Erleben: Anfassen, Beobachten - und auch Hören. Helikoptertriebwerke haben ihren ganz eigenen Klang, Satelliten melden sich mit Beacon-Signalen aus dem All, Windkanäle haben ihre charakteristische Geräuschkulisse.

Eine der neusten Audioaufnahmen im SoundCloud-Archiv kommt aus dem School_Lab in Göttingen und ist ein Leckerbissen für Stereo-Fans. weiterlesen