Artikel zu "Raumfahrtmedizin"

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Sonstiges | 13. Oktober 2017 | von Julia Heil

VaPER-Studie Teil 3: Was ist ein Medical?

Augenuntersuchungen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die Untersuchung am Refraktometer dient der Sehschärfebestimmung.

Suchend bewegt sich das Auge auf dem Bildschirm hin und her, dann blickt es starr nach vorn. Nur wenige Sekunden, länger dauert es nicht, um die Fehlsichtigkeit des Auges mit dem Refraktometer zu messen. Doch hierbei handelt es sich nicht um einen Routinebesuch beim Optiker. Diese Sehschärfebestimmung gehörte zu einer ganzen Reihe von Voruntersuchungen für die VaPER-Studie, bei der sich 12 Probandinnen und Probanden für 30 Tage im :envihab beim DLR in Köln ins Bett legen. weiterlesen

Raumfahrt | 04. Oktober 2017 | von Fiona Lenz

VaPER-Studie Teil 2: Von 4.500 Bewerbern auf 12 Probanden – Wie findet man geeignete Teilnehmer?

Jede Menge Ordner für die VaPER-Studie
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Die vielen Anfragen benötigen viel Platz: Jede Menge Ordner der VaPER-Studie

"Die häufigsten Fragen waren eigentlich ‚Tut das weh?‘ oder ‚Muss man wirklich die ganze Zeit liegen bleiben?‘", erzählt Andrea Nitsche von den über 4.500 Rückmeldungen, die auf den Probandenaufruf für die Bettruhe-Studie VaPER folgten. Sie ist Mitglied des DLR-Studienteams und verantwortlich für die Rekrutierung der zwölf Probanden. "Es war am Anfang wirklich überwältigend, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet - wir waren wie erschlagen von den vielen Anfragen!", erinnert sie sich an die Reaktionen auf den Aufruf Anfang des Jahres, der unter anderem über Facebook veröffentlicht wurde. Das ganze Team hat damals mehrere Tage lang  diese Erstanfragen beantwortet.

Auch wenn hinter einigen Rückmeldungen aufgrund der Formulierung kein ernsthaftes Interesse vermutet wurde, hat jeder Interessent die offizielle Antwort mit den ersten Fragebögen und den näheren Informationen zur Studie bekommen. "Wir nehmen das natürlich alles sehr ernst", betont Nitsche, "auch wenn es uns irre viel Zeit kostet." Viele der Anfragen haben auch schlichtweg nicht ins Profil gepasst: zu jung, zu alt, Raucher, Vegetarier, zu groß, zu klein. Bei wissenschaftlichen Studien in der Raumfahrtmedizin gelten harte Kriterien, um die Daten und Ergebnisse nicht zu gefährden. weiterlesen

Raumfahrt | 29. September 2017 | von Julia Heil

VaPER-Studie Teil 1 - Warum legt das DLR Menschen für 30 Tage ins Bett?

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Für die VaPER-Studie (VIIP and Psychological :envihab Research Study) legen sich ab Oktober 12 Probandinnen und Probanden für 30 Tage in der DLR-Forschungsanlage :envihab ins Bett.

Ein Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS benutzt seinen Körper nicht mehr so, wie wir ihn auf der Erde beanspruchen. Als Konsequenz verändert er sich - direkt und indirekt.

Ohne Schwerkraft bilden sich Muskeln und Knochen zurück. Außerdem sorgt die Schwerelosigkeit dafür, dass sich die Körperflüssigkeiten Richtung Oberkörper verschieben; das Herz-Kreislauf-System wird weniger beansprucht, da es nicht mehr gegen die Schwerkraft arbeiten muss. Diese Flüssigkeitsverschiebung lässt die Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen wie bei einer Erkältung anschwellen ('puffy face') und die Beine wiederum buchstäblich dünner werden ('chicken legs').

Die Bettruhe simuliert Schwerelosigkeit für den Körper

Warum sich ein Körper in Schwerelosigkeit so verhält, haben die Forscher bis heute noch nicht komplett verstanden. Aber sie sind auf der Suche nach Antworten: "Die beste Methode, um auf der Erde die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Körper zu simulieren, ist zurzeit die Bettruhestudie", sagt der DLR-Wissenschaftler Dr. Edwin Mulder. Der Sportwissenschaftler hat einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet. Bereits 2015 und 2016 legten sich unter seiner Leitung insgesamt 24 Probanden im DLR für die Wissenschaft für mehrere Wochen ins Bett. Umso mehr freut er sich, dass er und sein Team am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in diesem Jahr eine weitere Bettruhestudie betreuen: die VaPER-Studie (VIIP and Psychological :envihab Research Study). Ab Anfang Oktober werden sechs Probandinnen und sechs Probanden ins :envihab, die DLR-Großforschungsanlage des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln, einziehen und dort insgesamt 59 Tage verbringen - davon 30 Tage komplett im Bett. Die weiteren 29 Tage sind wichtig für Vor- und Nachuntersuchungen. Zum ersten Mal sind auch Frauen mit dabei. weiterlesen

Raumfahrt | 31. August 2016 | von Manuela Braun

Zurück in der dicken Luft auf Meereshöhe

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Ab in die Röhre: Zur Untersuchung ihres Hirns kamen alle Probanden der Studie nach dem Abstieg in das MRT.

Die Ausbeute der Höhenkrankheitsstudie in den Walliser Alpen ist groß: Fast 1500 Probengefäße mit dem Blut der Probanden, die bei minus 80 Grad Celsius im Trockeneis gefroren von der Regina Margherita-Hütte aus 4554 Metern Höhe zurück ins DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin nach Köln transportiert wurden. Dazu kommen knapp 200 Urinproben, 44 Speichelproben und 66 Blutbilder. Die Probanden selbst steuern noch elf sorgfältig geführte "Tagebücher" bei, in denen sie festhielten, wie stark sich die Symptome der Höhenkrankheit bei ihnen auswirkten. Und auch 22 Messwerte für den Blutdruck der Studienteilnehmer und 22 Messwerte für ihre Sauerstoffsättigung im Blut gehören zur Datensammlung, die für den Studienarzt Ulrich Limper vor allem eines bedeuten: eine detaillierte Auswertung, die mehr als ein halbes Jahr dauern wird.

Abschied von der Bergstation

Am Montag, 22. August, hatten die Probanden ein letztes Mal ihr morgendliches Ritual durchgeführt: Aufwachen, noch im Liegen Blutdruck und Sauerstoffsättigung messen und anschließend auf die Waage. Ein letztes Mal hatte der ärztliche Leiter der Studie Blutproben genommen. Um 7 Uhr macht sich dann die erste Gruppe mit dem Bergführer über den Gletscher auf den Weg zur Seilbahnstation Punta Indren, um nach 1600 Höhenmetern von dort aus mit der Gondel ins Tal zu fahren. Die zweite Gruppe packt in dieser Zeit die Ausrüstung auf der Margherita-Hütte ein. Ultraschallgerät, kistenweise Proben im Trockeneis, Gepäck, 600 Kilogramm müssen wieder für den Rücktransport per Hubschrauber vorbereitet werden. weiterlesen

Raumfahrt | 26. August 2016 | von Manuela Braun

Studienalltag mit Eishacken und Steigeisen-Training

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Lagerung der Proben im Eis - zuvor muss mit dem Eispickel ein Standort freigeschlagen werden.

4 Uhr, draußen vor der Regina Margherita-Hütte ist es noch stockdüster. Für die Probanden der Höhenkrankheitsstudie klingelt der Wecker. Während die ersten Bergsteiger das Quartier verlassen und zu ihren Touren in den Walliser Alpen aufbrechen, müssen die Studienteilnehmer schon die ersten Daten liefern: Kopfschmerzen, Schlafqualität, Übelkeit, Schwindel, alles wird im individuellen Tagebuch nach Skalen bewertet und festgehalten. Dann folgt der Griff zum Blutdruckmessgerät und zum Clip, der an der Fingerkuppe die Sauerstoffsättigung im Blut misst. "Mittlerweile ist das Routine für alle", sagt DLR-Studienarzt Ulrich Limper. Ebenso wie der anschließende Gang zur Waage. Jeden Morgen tragen die Probanden ihr Körpergewicht in eine Liste ein.

Ab 4.30 Uhr werden die ersten Proben eingesammelt - Blutabnahme, Speichelprobe, auch der Urin der Probanden wird gesammelt. Später, wenn im Kölner Labor im DLR jede Probe analysiert wird, soll beispielsweise festgestellt werden, ob Eiweißmoleküle aus der Lunge in das Blut und andere Eiweißmoleküle in den Urin gelangt sind. Das wäre ein Zeichen dafür, dass die Hypothese der Studie zutrifft: Wird der Körper einem reduzierten Atmosphärendruck und einem Sauerstoffmangel ausgesetzt, entwickelt sich eine Entzündung im Körper, durch die die Blutgefäße durchlässig werden - Flüssigkeit und auch Eiweiße können aus den Blutgefäßen in das umliegenden Gewebe gelangen. weiterlesen

Raumfahrt | 24. August 2016 | von Manuela Braun

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Schon beim Aufstieg zeigte sich, wem die Höhe und die "dünnere" Luft besser bekommt und wem nicht.

Einigen Probanden geht es schlecht. Im Tagebuch einer Studienteilnehmerin versammelt sich alles, was man nicht haben möchte: massive Kopfschmerzen, schwere Müdigkeit, und Übelkeit mit Erbrechen, Ödeme, also Wassereinlagerungen, in den Händen - und dann auch noch schlecht geschlafen. Die ersten Symptome tauchten bereits beim Aufstieg auf, als die zehn Probanden vom italienischen Alagna zunächst zur Orestes-Hütte und dann weiter zur Gnifetti-Hütte auf 3647 Metern Höhe stiegen. Schließlich folgte gestern, am Dienstag, noch der Aufstieg zum Endziel - der Schutzhütte Regina Margherita auf über 4500 Metern Höhe.

Für die Teilnehmer ohne oder mit nur schwachen Symptomen der Höhenkrankheit eine Wanderung über den Lys-Gletscher mit schöner Aussicht, für die Höhenkranken Schritt für Schritt mit den Steigeisen an den Schuhen und dem Fünf-Kilo-Gepäck auf dem Rücken anstrengend und alles andere als ein Vergnügen. In diesem Fall sind die schlechten Nachrichten für die Studie aber gute Nachrichten: DLR-Studienleiter Ulrich Limper braucht Probanden, deren Körper auf den verminderten Luftdruck und den Sauerstoffmangel reagieren. weiterlesen

Raumfahrt | 11. Juni 2014 | von Tom Uhlig

Mit Blaulicht ins Weltall?

Über Pfingsten waren meine Familie und ich im Chiemgau - und die Medien waren voll von der dramatischen Rettungsaktion im Untersberg, wo ein Höhlenforscher am 8. Juni durch einen Steinschlag in einem Kilometer Tiefe ein schweres Schädelhirntrauma erlitt. Alleine das Erreichen des Verletzten dauert um die zwölf Stunden. Die Kommunikation ist auf Personen beschränkt, die Nachrichten aus der Tiefe bringen - mit heutzutage fast unvorstellbaren, eben zwölf Stunden Verzögerung. weiterlesen