Raumfahrt | 04. Juli 2016 | von Heinz-Theo Hammes

BIROS an Erde…

Das BIROS%2dTeam im Deutschen%2dRaumfahrt%2dKontrollzentrum (GSOC) in Oberpfaffenhofen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Das BIROS-Team im Deutschen Raumfahrt Kontrollzentrum (GSOC) in Oberpfaffenhofen

Nur etwa 15 Minuten dauerte es, bis sich BIROS, der Kleinsatellit zur Feuerfernerkundung, nach dem erfolgreichen Start der indischen Trägerrakete PSLV-C34 (Polar Satellite Launch Vehicle) am 22. Juni 2016 das erste Mal bei uns meldete. Zuvor hatte die Rakete den Kleinsatelliten bei exakt 507 Kilometern ausgesetzt.

Dieser erste Kontakt beim Überflug der Station O’Higgins des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) in der Antarktis war eine kleine Überraschung. Denn es war nicht ganz klar, ob diese erste Verbindung bereits zustande kommen würde. Fest gerechnet hatten wir mit einem ersten Kontakt bei Überflug der Station Inuvik in North Canada etwa eine Stunde nach dem Start. Für den frühen Kontakt mussten viele Voraussetzungen erfüllt sein: Zum einen musste die Separation von der Rakete präzise sein, zum anderen war der Pass des Satelliten über die Bodenstation sehr flach - und damit die Kontaktmöglichkeit nur von kurzer Dauer. Umso mehr freute sich unser Team im Deutschen Raumfahrt Kontrollzentrum (GSOC) in Oberpfaffenhofen über dieses kurze Lebenszeichen. BIROS war gut angekommen!##markend##

Erste Lebenszeichen des Feuersatelliten

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Kontrollraum K1 im GSOC. Auf der Leinwand ist die Start-Trajektorie der PSLV-C34 während des Starts zu sehen.

Das gesamte Team der GSOC-Kollegen vom Missionsbetrieb sowie das Satellitenteam aus dem DLR-Institut für Optische Sensorsysteme warteten gemeinsam im Kontrollraum K1 in Oberpfaffenhofen gespannt  auf die ersten Daten, die BIROS (Bispectral InfraRed Optical System) zur Erde schickte. Anhand der ersten Informationen konnten wir erkennen, dass unser Feuersatellit seinen Bordrechner er­folg­reich gebootet hatte und die Lage­re­ge­lung, also die räumliche Orientierung in drei Achsen, korrekt zu arbeiten begann. Nachdem die Bordzeit per Kommando auf die aktuelle Uhrzeit gesetzt wurde, war klar, dass die sogenannte First Acquisition mit Telemetrie und Telekommando einwandfrei funktioniert hatte.

Alle Systeme funktionieren tadellos

Der weitere Verlauf der Launch and Early Orbit Phase (LEOP) lief quasi bilderbuchartig. Während der folgenden Bodenstationskontakte, die über die ganze Welt verteilt waren, wurden wie geplant alle Systeme in Betrieb genommen: Der Satellit drehte sich der Sonne zu, um die Batterien zu laden, die An-Bord-Navigation wurde mit GPS (Global Positioning System) in Betrieb genommen und auch das Entfalten der für den Start abgeklappten Solarpaneele verlief völlig reibungslos.

In der nächsten Zeit werden weitere Subsysteme des Satellitenbusses im Orbit in Betrieb genommen. Danach folgen die Systeme der Nutzlast des Satelliten, wie der Nutlastdaten-Rechner beziehungsweise die Hauptnutzlast: ein multispektrales Kamerasystem - bestehend aus zwei Infrarot-Kameras, die verschiedene Spektralbereiche abdecken können, sowie einer Kamera, die im sichtbaren Licht arbeitet. In den nächsten zwei Wochen hoffen wir, erste Testbilder zu erhalten. Dann wird BIROS bald mit seiner eigentlichen Arbeit beginnen können: der Detektion von Feuerereignissen auf der Erde.

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