Raumfahrt | 06. Juni 2017 | von Philipp Burtscheidt

DLR für die Ohren - The Sound of Science

Quelle: murdelta (CC BY 2.0)

Wissenschaft ist Simulieren, Messen, Daten auswerten, Erkenntnisse gewinnen. Ganz elementar ist Wissenschaft zunächst aber menschliches Erleben: Anfassen, Beobachten - und auch Hören. Helikoptertriebwerke haben ihren ganz eigenen Klang, Satelliten melden sich mit Beacon-Signalen aus dem All, Windkanäle haben ihre charakteristische Geräuschkulisse.

Eine der neusten Audioaufnahmen im SoundCloud-Archiv kommt aus dem School_Lab in Göttingen und ist ein Leckerbissen für Stereo-Fans.##markend## Was sich anhört wie ein Staubsauger, der sich durch den Raum bewegt, ist ein Satellitenmodell. Es ist auf einem Tisch fixiert und umkreist eine Erde - nicht maßstabsgetreu, aber das ist für den Versuch unerheblich. Das Modell, ein kleines Luftkissenfahrzeug, wird von einem Gewicht, solange es sich in Ruhelage befindet, in die Mitte des Tisches gezogen. Wird es aber mit einer bestimmten Geschwindigkeit auf eine Kreisbahn um die Erde gebracht, umkreist es sie stabil. Es stürzt nicht ab (um im Modell zu bleiben: Es wird nicht in die Tischmitte gezogen), sondern "fällt kontinuierlich um die Erde".

Im Filmklassiker ALIEN hieß es "Im Weltraum hört dich niemand schreien". Dennoch war es ein Geräusch aus dem All, das 2015 um die Welt ging - der Sound, den Rosetta-Lander Philae im November 2014 beim Aufsetzen auf den Kometen 67P aufzeichnete:

Neben der Faszination an diesem akustischen Zeugnis aus dem All kam insbesondere eine Frage auf: Wie kommt es, dass ein Ton im luftleeren Raum - und damit ohne Transportmedium für Schall - aufgenommen werden kann? Die Antwort: Interne Sensoren zeichneten die Vibrationen in den Landefüßen auf, die wir als Geräusch wahrnehmen. Das Medium Luft ist dazu nicht nötig. Mit über 300.000 Aufrufen wurde der Touchdown des beliebten Landers zu unserem erfolgreichsten Sound, bislang.

Ob im Weltraum oder auf der Erde: Bei der DLR-Forschung entstehen die unterschiedlichsten Geräusche. Oder sie werden von unseren Forschern gezielt eingesetzt: Mit einem sonoren Triebwerkgeräusch beispielsweise arbeiten unsere Lärmforscher am „Antischall“, um in Flugzeugkabinen den Schalldruckpegel zu reduzieren.

Lust auf mehr? Dann bietet der DLR-SoundCloud-Kanal weitere authentische Geräusche aus unserem wissenschaftlichen Alltag. #SoundOfScience

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Über den Autor

Philipp Burtscheidt arbeitet in der Kommunikation des DLR seit April 2015. Bereits während seines Studiums an der Technischen Hochschule Köln gehörte er zum Team und unterstützt es seit Anfang 2016 in Vollzeit als Online-Redakteur in der DLR-Abteilung "Politikbeziehnungen und Kommunikation". zur Autorenseite

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