Raumfahrt | 16. Dezember 2014 | von Jan Wörner

ESA, SENAT, Jahreshauptversammlung …viele Interessen…EIN DLR

Gespräche am Rande der ESA%2dMinisterratskonferenz 2014
Quelle: DLR (CC-By 3.0)
Gespräche am Rande der ESA-Ministerratskonferenz 2014

In meinem letzten Blog habe ich von einer Hammerwoche geschrieben - eine Steigerung scheint nur schwer möglich. Dieses Mal geht es daher auch nicht um die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften des DLR, sondern um die administrativen Vorgänge, die erforderlich sind, um unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu ermöglichen. Deshalb waren neben der ESA-Ministerratskonferenz eine Reihe von internen Gremien und Aktivitäten zu „bespielen“.##markend##

Hinsichtlich der ESA-Ministerratskonferenz hatte ich die verschiedenen Themen ja bereits angesprochen. Kurz vor dem Beginn des Treffens in Luxemburg hatte sich die sogenannte Koalitionsrunde (Kanzlerin Merkel, Vizekanzler Gabriel, Ministerpräsident Seehofer) in Berlin darauf geeinigt, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die deutsche Beteiligung in Höhe von 22 Prozent am Trägerprogramm realisiert werden kann. Als „Nebenbedingung“ war formuliert worden, dass in Augsburg eine zweite Fertigungslinie für die Booster der Ariane 6 aufgebaut werden soll. Einerseits brachte das zusätzliche Geld die deutsche Delegation in Luxemburg in eine starke Position, andererseits musste sachlich sehr hart um die Realisierung der Bedingung gerungen werden. Denn Italien sah hier einen deutlichen Nachteil für die eigene Industrie. Am Ende war nicht nur eine gemeinsame Lösung für das Trägerprogramm, sondern auch für die Internationale Raumstation ISS definiert. Zusätzliche Mittelverschiebungen linderten zudem die schwierige Situation von Exomars.


Mit dem neuen Staatssekretär im BMWi wurde in der gleichen Woche die letzte DLR-Senatssitzung dieses Jahres durchgeführt. In atemberaubender Geschwindigkeit leitete StS Machnig die Sitzung, so dass alle Punkte innerhalb von zwei Stunden abgearbeitet werden konnten. Nach einer Pause folgte die Mitgliederversammlung des DLR, dem höchsten Gremium eines Vereins, mit der Entlastung von Senat und Vorstand. 
Am Abend  hatten wir dann zur feierlichen Jahreshauptversammlung nach Bremen eingeladen. In einer bunten Wissenschaftsshow mit Videokontakt zu Alexander Gerst, aktuellen Reports über Rosetta, Philae und Mascot, der Vorstellung des besten Auszubildenden Deutschlands und der Ehrung eines Wissenschaftlers  mit dem DLR-Wissenschaftspreis, sowie interessanten Berichten über die Arbeit einer Reihe von Wissenschaftlerinnen, ging der Abend in den gemütlichen Teil über.
Am Freitag konnten wir nach einem Arbeitsfrühstück zum Thema Windenergie in kleiner Gruppe noch das Bremer Rathaus besichtigen. Den Abschluss der Woche bildeten für mich zwei Vorlesungen an der TU Darmstadt: Am Freitag zum Thema Glas und Kunststoffe im Bauwesen und am Samstag vor mehreren Hundert Schülerinnen und  Schülern zum Thema Physik in Luft- und Raumfahrt.

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Über den Autor

Im Jan-Wörner-Blog bloggte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich "Jan" Wörner, selbst. Seit dem 1. Juli 2015 ist er Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. zur Autorenseite

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