Energie | 14. Oktober 2015 | von Dorothee Bürkle | 1 Kommentar

Noch ein Kraftwerk in der Wüste: Atacama 1

Noch ein Kraftwerk in der Wüste: Atacama 1
Quelle: Abengoa
Derzeit im Bau: Das größte Solarkraftwerk in Südamerika: Atacama 1

250 Meter hoch ist der Turm des Solarkraftwerkes, das derzeit in der Region Segunda im Norden Chiles gebaut und 2018 ans Netz gehen wird. Mit einer Kapazität von 210 Megawatt wird Atacama 1 die größte Anlage in Südamerika werden. Über 10.000 Spiegel richten die Sonnenstrahlung auf den Receiver an der Spitze des Turmes. Der Wärmespeicher des Kraftwerks, zwei Tanks mit Flüssigsalz, ist so ausgelegt, dass die Anlage 17,5 Stunden Strom ohne Sonneneinstrahlung liefern kann. Atacama 1 ist eines der Solarkraftwerke, die auf der SolarPACES-Konferenz in Kapstadt vorgestellt werden.##markend##

Neu bei diesem Kraftwerk ist, dass neben der Kapazität von 110 Megawatt aus dem solarthermischen Kraftwerksblock weitere 100 Megawatt aus Photovoltaik-Anlagen stammen. Atacama 1 wird vom spanischen Kraftwerksbauer Abengoa Solar gebaut und betrieben. "Bei diesem Kraftwerk wollen wir die Synergien der beiden Technologien, Solarthermie und Photovoltaik, nutzen. Mit dem kombinierten Kraftwerk können wir Strom zum jeweils günstigsten Preis einspeisen", sagt Miguel Valcuende Sillero von Abengoa Solar. Die Photovoltaik-Technologie kann tagsüber den günstigeren Strom liefern. Bei höherer Nachfrage und während der Abend- und Nachtstunden kann der Kraftwerksbetreiber den regelbaren Strom aus dem Solarthermie-Komplex des Kraftwerks einspeisen. So sollen in der Region um die Stadt Maria Elena eine Kupfermine und zahlreiche Haushalte in einem regional begrenzten Stromnetz rund um die Uhr mit erneuerbarem Strom versorgt werden. Der Anlagenbetreiber wird umgerechnet mit elf Eurocent je Kilowattstunde vergütet.

Optimale Ergänzung von PV und Solarthermie

"Das Kraftwerk in Chile zeigt, dass sich Photovoltaik und Solarthermie optimal ergänzen, auch unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Und eine Kombination bietet die optimale Energiesicherheit", beobachtet Prof. Bernhard Hoffschmidt, Leiter des DLR-Instituts für Solarforschung. Hoffschmidt beobachtet zudem: "Erfolgreich sind solarthermische Kraftwerke gerade in den Ländern, in denen es weniger staatliche Regulierung des Strommarktes gibt. In Chile, wo es einen sehr liberalen Strommarkt gibt, kann sich ein Solarkraftwerk gegenüber fossilen Kraftwerken durchsetzen."  Der chilenische Elektrizitätsmarkt ist ein hoch liberalisierter und dezentraler Energiemarkt mit privaten Akteuren, der nach marktwirtschaftlichem Prinzip funktioniert. Es gibt keine festgeschriebene Einspeisevergütung, allerdings eine bindende Vorgabe, die das ganze Stromnetz betrifft: Der Staat reguliert und kontrolliert den Strommarkt so, dass bis zum Jahr 2025 20 Prozent des kommerzialisierten Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen.

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
CSP-Services-Gründer Eckhard Lüpfert optimiert Solarkraftwerke

Eckard Lüpfert optimiert die Spiegel des Kraftwerkes

CSP-Services ist ein Ingenieur-Unternehmen in der Solarenergiebranche mit Standorten in Köln und Almería (Spanien). Mit Messtechnik und Dienstleistungen werden solarthermische Kraftwerke optimiert, die Experten vermessen die zahlreichen Spiegel eines Kraftwerkes und erreichen eine millimetergenaue Ausrichtung. So kann die Leistung eines Kraftwerkes im harten Kampf um Kosten und Wirkungsgrade um entscheidende Prozentpunkte verbessert werden. Die Vermessungsmethoden wurden ursprünglich im DLR entwickelt, 2007 wurde CSP-Services als Dienstleistungsunternehmen ausgegründet. Mit ihrem Know-how sind die Firmengründer Eckhard Lüpfert, Steffen Ulmer und Klaus Pottler inzwischen im Auftrag von Kraftwerksbauern und Komponentenherstellen weltweit unterwegs, das Beratungsunternehmen ist auf über 25 Mitarbeiter angewachsen. "Bei vielen Kraftwerksbauern sind wir inzwischen ein fester Partner, der von Anfang an bei der Optimierung der Anlagen eingeplant wird", sagt Eckhard Lüpfert. CSP-Services hat seine Messtechnik an den Spiegeln des Atacama-Kraftwerks bereits installiert. Schon im Vorfeld des Kraftwerksbaus haben die Experten von CSP-Services Wetterdaten für die Region ausgewertet und bei der Wahl des besten Standorts beraten.

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Über den Autor

Dorothee Bürkle arbeitet seit 2008 für die Kommunikations-Abteilung des DLR. Hier hat sie als Fachredakteurin die Forschungsbereiche Energie und Verkehr übernommen. Sie findet, dass Energie und Mobilität zu den wichtigsten Zukunftsthemen unserer Gesellschaft gehören. zur Autorenseite

Kommentare

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BOUHEDLI MOHAMED NASSIM
13. November 2015 um 22:22 Uhr

Dank