Luftfahrt | 11. Juli 2012 | von Jan Wörner | 3 Kommentare

Besuch auf der Farnborough Airshow

Neben der ILA in Berlin und Le Bourget in Paris ist die zur Zeit stattfindende Farnborough Airshow die dritte große Leistungsshow der Luft- und Raumfahrt in Europa. Mein erstmaliger Besuch dieser Veranstaltung galt entsprechend auch beiden Themen gleichermaßen. Anreise, Zugang und Zeitplan waren umfassende Herausforderungen, die zu meistern ein Vergnügen mit Ecken und Kanten war.

Am Abend des 9. Juli fand in der Landesvertretung des Bundeslandes Baden-Württemberg in Brüssel ein Veranstaltung zum Thema nachhaltige Raumfahrt und Energie statt, bei der ich die Ehre hatte, einen Impulsvortrag zu halten. Am frühen Morgen des 10. Juli fuhren wir dann mit dem Eurostar durch den Tunnel nach London ... mit viermal Umsteigen erreichten wir das Messegelände deutlich vor der geplanten Zeit. Wenig später brachte ein Problem den Zeitplan ins Schwanken: Mein Laserpointer gefiel der Sicherheitskontrolleurin nicht. Man rief nach einem Spezialisten, der auch nach zwanzig Minuten noch nicht erschien. Also informierte ich David Williams, den Chef der britischen Raumfahrtagentur, mit dem ich den ersten Termin hatte. Erst nach einem längeren Telefongespräch zwischen David und der Sicherheitsdame konnte er sie von meiner Ungefährlichkeit überzeugen. Durch diesen Vorgang waren alle weiteren Termin in Zeitnot geraten.

Neben Einzelgesprächen nahm ich an der Vollversammlung von ACARE teil und wurde zum VizeChair gewählt. Im Rahmen des Messebesuchs traf ich den britischen Minister für Universitäten und Wissenschaft David Willets sowie den italienischen Minister Francesco Profumo, die beide ihr Interesse an engeren Kontakten zu Deutschland bekundeten. Nach einem terminvollen Tag ging es dann mit Bahn und Bus zum Flughafen Heathrow, um den Heimflug anzutreten.

Auch wenn diese Besuche von Messen im Einzelnen immer sehr anstrengend sind, so zeigt sich im Nachhinein immer wieder, dass auch die kurzen Kontakte ohne tiefgreifende Diskussionen oder handfeste Vereinbarungen für die Zusammenarbeit hilfreich sind, da man auf der persönlichen Ebene Verbindungen etabliert und festigt, die bei allfälligen Diskussionen helfen können.

Bild: Ausstellung Farnborough Airshow, Quelle: ESA/S. Corvaja.

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Über den Autor

Im Jan-Wörner-Blog bloggte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich "Jan" Wörner, selbst. Seit dem 1. Juli 2015 ist er Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. zur Autorenseite