Jan Wörner Blog | 19. Oktober 2010 | von Jan Wörner | 1 Kommentar

Das DLR im Dienst der Kriseninformation

Das DLR nutzt schon seit langem seine besonderen Möglichkeiten, um in Krisenfällen Daten und Datenprodukte bereitzustellen, mit deren Hilfe insbesondere humanitäre Unterstützung gewährleistet werden kann. In einem früheren Blog-Eintrag hatte ich von der besonderen Diskussion mit dem Bundesinnenminister de Maiziere berichtet. Seitdem sind wieder einige Wochen vergangen. Wir haben in der Zwischenzeit unsere entsprechenden Aktivitäten intensiv fortgeführt und erste Schritte zu einer dauerhaften Institutionalisierung getan.

Mit den verfügbaren Satelliten und Flugzeugen sowie verschiedenen Aufnahmeverfahren ist das DLR in der Lage, bei Naturkatastrophen aber auch bei besonderen Situationen, wie zum Beispiel Großveranstaltungen, Informationen bereitzustellen, die zur Lösung anstehender Probleme besonders wertvoll sind. Das DLR ist mit seinem Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) in der Lage, aus den verfügbaren Daten in kurzer Zeit Datenprodukte zu schaffen, die für die Hilfsmannschaften vor Ort die Informationen liefert, die für Entscheidungen des was? wie? wann? sehr wichtig sind. Das ZKI hat für diese Aufgabe eine besondere Stellung und muss 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche in Alarmbereitschaft sein. Durch die direkte Verbindung zwischen ZKI und aktueller Forschung ist sichergestellt, dass stets die modernsten Datenverarbeitungsverfahren eingesetzt werden. Zugleich spielt die operative Praxis der Datenprodukterstellung Anforderungen an die Forschung zurück, die als Fragestellungen für zukünftige Arbeiten eine solide und zukunftsgerichtete Grundlage darstellen.

Dammbruch in Ungarn

Bild: Detailkarte zur Dammbruchsituation in Ungarn, Oktober 2010, DLR.

Basierend auf den in den vergangenen Jahren gewonnenen Erfahrungen war es ein logischer Schritt, dass das DLR einen Antrag auf Mitgliedschaft in der "International Charter Space and Major Disasters" gestellt hat. Die Positionierung der Aktivitäten in der Charter sind ein guter Beleg für die Umsetzung der Überlegungen "EIN DLR", da hier Forschungsmanagement und Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum unter Hintanstellung von Eitelkeiten eine solide Konstruktion gefunden haben, die eine professionelle Arbeit im Rahmen der Mitgliedschaft gewährleistet. Die Charter hat den Antrag des DLR beraten und positiv beurteilt, so dass heute der Beitrittsvertrag in Paris feierlich unterschrieben werden kann. Damit positioniert sich das DLR international als ein verantwortungsvoller Partner bei einer überaus wichtigen Fragestellung.

Bild oben: The International Charter Space and Major Disasters.

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Über den Autor

Im Jan-Wörner-Blog bloggt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich "Jan" Wörner, selbst - kein Schwindel! Seit dem 01. März 2007 ist er Vorsitzender des Vorstandes des DLR. zur Autorenseite

Kommentare

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Ulrich Huth
25. Oktober 2010 um 16:16 Uhr

Sehr geehrter Professor Wörner,

mit dem Beitritt des DLR zur „International Charter Space and Major Disasters“ verstärkt das DLR sein weltweites Engagement im satellitengestützten Katastrophenmanagement. Ich freue mich über diesen Schritt und die gefundene praktikable Lösung, wenn es darum geht, im Katastrophenfall auf Anforderung wertvolle Fernerkundungsdaten, insbesondere aufbereitete TerraSAR-X und TanDEM-X Daten, zur Verfügung zu stellen. Das DLR leistet damit nicht nur praktische Hilfe für die betroffenen Menschen, sondern festigt auch die internationale Reputation Deutschlands als verlässlicher Partner.

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Ing. Ulrich Huth, ehemaliger wiss. Mitarbeiter, DLR Strategie und Internationale Beziehungen, Köln

Chairman (2010-2011)
Technisch-Wissenschaftlicher Unterausschuss des UN-Weltraumausschusses COPUOS