TanDEM-X Blog | 02. August 2010

Das TanDEM-X Bodensegment legt los!

Höhendatensatz: Vulkan Longonot in Kenia
Höhendatensatz: Vulkan Longonot in Kenia

Mit dem erfolgreichen Einstellen der "weiten" Flugformation zwischen dem TerraSAR-X und dem TanDEM-X Satelliten war es soweit: Der Startschuss für den Beginn der "TerraSAR-X Add-On for Digital Elevation Measurements" Mission, kurz TanDEM-X, im eigentlichen Sinne konnte fallen. Jetzt, wo beide Satelliten als Gespann fliegen und dasselbe Gebiet der Erdoberfläche mit nur 3 Sekunden Versatz sehen, bedarf es keiner trickreichen Spezialkommandierungen mehr, um interferometrische Aufnahmen zu machen. Bestellung, Planung und Kommandierung der synchronen Aufnahmen sowie Empfang und insbesondere die Verarbeitung der Daten beider Satelliten in einzelne Höhendatensätze geschieht ab sofort automatisch.

Die ersten Interferogramme und die ersten Höhendaten der letzten Woche zeigten schon eindrucksvoll, dass die Radartechnik wie erwartet funktioniert. Auch das Einstellen und insbesondere die Kontrolle der Flugformation bereiten keinerlei Schwierigkeiten. Der Aktivierung der TanDEM-Kette im kombinierten TerraSAR-X / TanDEM-X Bodensegment stand also nichts mehr im Wege. Am Donnerstag, den 22. Juli 2010 war es endlich soweit.

Höhendatensätze

Die Systemingenieure Ralph Kahle (Flugdynamik), Ulrich Steinbrecher (Radarinstrument), Thomas Fritz (Prozessierung) und Robert Metzig (TanDEM Bodenstationsnetzwerk) begutachten die ersten vollautomatisch erzeugten Höhendatensätze. Bild: DLR.

Über 200 gemeinsame Aufnahmen wurden für die ersten 11 Tage vorab sorgfältig ausgewählt, vorberechnet, für beide Satelliten eingeplant, kommandiert und werden seit einer Woche ausgeführt. Die Radar-Rohdaten werden von den Bodenstationen in Neustrelitz und Kiruna empfangen und online nach Oberpfaffenhofen übertragen, wo sie sofort von der automatischen Prozessierungskette übernommen und zu Bildern und Höhendatensätzen verarbeitet werden. Für diesen Ablauf müssen viele Räder ineinandergreifen. Eine Vielzahl der für die Mission in den verschiedensten Gruppen und Instituten am DLR entwickelten Systeme spielt nun schon reibungslos zusammen. Einige wenige werden plangemäß erst in einer späteren Missionsphase aktiviert.

Nach nur einer Woche haben wir etwa 120 gemeinsame Aufnahmen im Archiv, aus denen über 250 Höhendatensätze erzeugt wurden. Tag für Tag kommen neue hinzu. Das kleine Bild ganz oben zeigt den Vulkan Longonot in Kenia.

Jetzt können die Ingenieure mit der detaillierten Analyse der Daten dieser ersten interferometrischen Phase beginnen, bevor in zwei Monaten der enge Formationsflug eingeleitet und die nächsthöhere Qualitätsstufe erreicht wird.
Tien Shan, China

Ausschnitt aus einem Höhendatensatz von Tien Shan in China. Bild: DLR.

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