Komm Blog | 20. Februar 2013 | von Fabian Walker | 8 Kommentare

Video: SpaceLiner - mit Hyperschall in 90 Minuten nach Australien

Der SpaceLiner ist die Vision eines zukünftigen Transportsystems, ein revolutionäres Konzept an der Grenze zwischen Luft- und Raumfahrt. Mit dem ultraschnellen Gleiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollen Passagiere in Zukunft zum Beispiel die Distanz zwischen Europa und Australien in nur 90 Minuten zurücklegen können.


Das Konzept basiert auf einem zweistufigen, voll wiederverwendbaren System: Einer Passagierstufe und einer Boosterstufe, die beide einen umweltfreundlichen Raketenantrieb haben, der flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasserdampf verbrennt. Die Triebwerke werden den SpaceLiner in weniger als zehn Minuten auf mehr als die 20-fache Schallgeschwindigkeit beschleunigen. Danach gleitet die Passagierstufe, ähnlich dem Space Shuttle, ausgehend von circa 80 Kilometern Höhe bis zu ihrer Landung am Zielpunkt.


Projektleiter Dr. Martin Sippel und seine australische Doktorandin Olga Trivailo vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen stellen im Video den SpaceLiner vor und beantworten die wichtigsten Fragen rund um das visionäre Projekt.


SpaceLiner Grafik

Die wiederverwendbare Booster-Stufe trennt sich nach dem ersten Schub vom Orbiter, in dessen Passagierkapsel 50 Mitflieger Platz finden.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0) 2013

Projektleiter Dr. Martin Sippel

Projektleiter Dr. Martin Sippel
Quelle: DLR (CC-BY 3.0) 2013

Bild oben: Olga Trivailo vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
Quelle: DLR (CC-BY 3.0) 2013

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Über den Autor

Fabian Walker ist seit 2012 Online-Redakteur in der DLR-Kommunikationsabteilung. Bis 2007 studierte er audiovisuellen Medien an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilmregie. Anschließend war er als freier Autor für die Onlineredaktion des WDR tätig. zur Autorenseite

Kommentare

7 Kommentare | RSS-Feed Kommentare
Samuel
20. Februar 2013 um 16:00 Uhr

Diskutiert via app.net: https://alpha.app.net/samueljohn/post/3061468#3061411

"Was ist die Energiebilanz im Vergleich zum klassischen Jumbo-Jet? Treibstoffkosten? Wiederverwendbarkeit der Traegerrakete?"

Sven
21. Februar 2013 um 08:05 Uhr

Ist das nicht der x.te-Versuch eines Hyperschallflugzeugs zu etablieren?

In meiner Kindheit vor ca. 20 Jahren träumte man ständig von einem solchem Flugzeug, aber daraus ist bislang nichts geworden und keiner mir bekannten Luftfahrtkonzerne arbeitet an einem solchen Flugzeug.

Einen Nachfolger für die Tu 144 und für die Concorde gibt es bis heute nicht.

Es ist ja schön davon zu träumen, aber ich glaube ernsthaft nicht daran, dass daraus etwas wird.

Mr.X
21. Februar 2013 um 09:32 Uhr

Schönes Filmchen, in 20 Jahren sehen wir, ob es umsetzbar ist.
Wann muß man eigentlich nachtanken?

MfG

Dieter (OP)

Ralf
21. Februar 2013 um 21:39 Uhr

@Sven: 1943 sagte der damalige IBM Chef: „Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.“ Damals wie heute konnte man die Entwicklung der jeweiligen Technik sowie deren Akzeptanz schwer voraussagen. Wichtig ist, dass es Visionäre gibt, die mutig genug sind, einen solchen Weg einzuschlagen und nicht aufzugeben! Was dann kommt, wird sich zeigen... Immerhin wäre unsere Welt ohne Computer heute unvorstellbar, gell?

Martin Sippel
25. Februar 2013 um 13:22 Uhr

@Samuel:
Der Energieverbrauch eines Hochgeschwindigkeitsflugzeugs ist immer höher als der von Großraum-Unterschallflugzeugen. Die Treibstoffkosten sind wie bei Raumfahrträgern üblich von untergeordneter Bedeutung. Es kommt darauf an, dass der Treibstoff umweltfreundlich erzeugt wird, z.B. durch solare Wasserstoff-Sauerstoff-Wirtschaft.
Die erste Generation des SpaceLiners wird für 150 Wiederverwendungen ausgelegt, was mit in absehbarer Zeit verfügbarer Raumfahrt-Technologie sicher erreichbar ist. Die spätere Weiterentwicklung wird sich u.a. auf eine häufigere Wiederverwendbarkeit konzentrieren um auch deutlich die Kosten zu reduzieren.

@Sven
EADS Innovation Works arbeitet an einem ähnlichen Konzept mit Namen ZEHST, das u.a. auch einen Raketenantrieb einsetzt.
Der SpaceLiner ist durch seine wesentlich kürzeren Reisezeiten allen potentiellen direkten Nachfolgern von Concorde oder Tu-144 überlegen. Deshalb schätzen wir die Realisierungschancen vom SpaceLiner besser ein.

@Mr.X
Nachgetankt wird nach jedem Flug.

amiko
12. Januar 2015 um 17:47 Uhr

Wird das Interieur vom Space Liner wirklich so aussehen wir die derzeitigen Modelle es darstellen, mit einfachen sitzen wie im konventionellen Flieger? ist es nicht die Gelegenheit es neu zu denken? gibts es schon entwürfe dafür? Konzepte von einzelne Kojen an dem fuselage angedockt, Pneu-zellen, wie erlebt man Schwerelosigkeit, wenn schon möglich, wird es dem Passagier vorbehalten? aus Sicherheitsgründen? es ist ja keine stewardess da um einen wieder anzuschnallen...
Danke für die Antwort

Olga Trivailo, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme | www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-7678/13079_read-32949/
21. Januar 2015 um 16:54 Uhr

Hi amiko,
no, the interior of the SpaceLiner will not look like it does in the model. The model is more for presentation purposes at this stage, to visually, clearly and immediately represent to the audience that the goal of SpaceLiner is passenger transportation. In fact the passenger cabin is a crucial sub-system which we are currently working on to define better, and advance further through to a more mature stage. In the past we have had a fruitful collaboration with the Hamburg University of Applied Sciences (HAW), who have come up with some potential option for the interior. For example, in the case of unexpected pressure drop, each seat, for example, might be fitted with a deployable individual compartment to protect the passengers, since at the particular height, the pressure is so low, that the blood would literally cook. Of course, we must be sure that situations like this are to be avoided. We are also still considering and discussing the key question of whether SpaceLiner with have actual physical windows, since integration of the (very expensive, advanced and heavy) glass into the structure has direct ramifications on the mass of the vehicle, significantly influencing the aerodynamic and thermodynamic considerations as well as the TPS of the vehicles as a whole. An idea for this was therefore having live images being streamed inside the aircraft on high-resolution screens for each passenger, or perhaps inside the entirety of the cabin interior, for example, since we realize that the opportunity to “witness” space as well as travel through it is one of the more pertinent points for the SpaceLiner’s appeal to its target market.

SpaceLiner never has full weightlessness, but rather passengers may experience 0.2G, with all calculations also limiting the upper limit to 2.5G, which would only be during the relatively brief ascent phase anyway. Not to forget here again, the purpose of the SpaceLiner vehicle would be passenger transportation – and NOT the “space experience” as is being sold by Virgin Galactic, for example. In order to transport people in such a short time, we must make use of space, and consequently higher altitudes and speeds than conventional aircraft. As such, the “space experience” is a byproduct, but not the main goal of our SpaceLiner vehicle. And while there is no stewardess, the short duration of the flight warrant for this.

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