Space Blog | 15. Juli 2015 | von Philip Kausche

Ariane startet mit europäischem Wettersatelliten MSG-4

Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Links: Star One C4, Mitte: MSG-4, rechts: eine Ariane 5 auf einem von zwei mobilen Starttischen auf dem Weg ins BAF ("Final Assembly Building")

UPDATE 16.07.2015 - Die Ariane-5-Rakete ist gestern um 23.42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit in den Weltraum gestartet. Eine Aufzeichnung des Starts ist auf YouTube verfügbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

Heute Abend soll der europäische Schwerlastträger Ariane 5 vom Typ ECA zum dritten Mal in diesem Jahr und zum insgesamt 80. Mal vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ins All starten. Das Gesamtgewicht dieser Ariane 5 wird beim Start etwa 780 Tonnen betragen, wovon etwa 7,6 Tonnen Satelliten-Nutzlast sind. An Bord des Trägers werden sich zwei Satelliten befinden, die in einem geostationären Transferorbit (GTO) abgesetzt werden, um von dort ihren finalen geostationären Orbit (GEO) in zirka 36.000 Kilometer Höhe anzusteuern.

3 Minuten und 43 Sekunden nach dem Start und in einer Höhe von zirka 120 Kilometern ist die Atmosphäre dünn genug, um die Nutzlastverkleidung abzutrennen. Der obere Satellit wird 28 Minuten und 15 Sekunden, der untere Satellit nach 40 Minuten und 19 Sekunden nach dem Start abgesetzt werden. Das Startfenster der Mission VA224 öffnet sich heute Abend um 23:42 UHR MESZ und bleibt bis 00:19 Uhr bestehen. Der Start kann live auf arianespace.tv verfolgt werden. weiterlesen

Space Blog | 24. Juni 2015 | von Manuela Braun

Ein Stahlseil, eine Festplatte und die Konsequenzen

Payload laden
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Payload laden - Auf einem Wagen wird der Raketenteil mit den vier Experimenten zur Startrampe transportiert

Pläne sind Pläne… und dann kommt die Realität hinzu. Im Idealfall hätte die Höhenforschungsrakete Mapheus5 schon am Montag starten sollen - doch ein angeschlagenes Stahlseil an der schwedischen Startrampe und eine unwillige Festplatte machten dem Mapheus-Team des DLR und der vorläufigen Zeitplanung einen Strich durch die Rechnung. weiterlesen

Space Blog | 19. Juni 2015 | von Manuela Braun

Stahl-Kathedrale für Raketenstarts

Skylark Tower
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Blick in den Skylark Tower, aus dem MAPHEUS-5 starten wird

Niemand bleibt unbeeindruckt, wenn er den Skylark Tower betritt. Niemand. Der Turm des schwedischen Raketenstartplatzes Esrange ist eine Kathedrale - 30 Meter, imposant, im Inneren hallen die Geräusche. Wer unten steht und die metallene Führungsschiene nach oben blickt, fühlt sich klein. Die Kathedrale für die Wissenschaft ist rostig und düster, denn die vielen Raketenstarts seit 1972 haben ihre Spuren hinterlassen. Geht alles nach Plan und spielt das Wetter mit, wird dort am 22. Juni 2015 die Höhenforschungsrakete MAPHEUS-5 des DLR starten. Mit an Bord: Vier Experimente aus Materialphysik und Biologie.

Noch wird in der als "Church" bezeichneten Halle gearbeitet, geschraubt und getestet. Nebenan montiert das Team der Mobilen Raketenbasis (MORABA) des DLR die beiden Motoren, die die zweistufige Rakete bis in eine Höhe von 260 Kilometern befördern sollen. Die Belohnung für diesen Aufwand: Mehr als sechs Minuten Schwerelosigkeit, in der Pflanzen auf die ungewohnte Situation reagieren, Metallproben geschmolzen und geröntgt werden oder kleine Kugeln unter Kamera-Beobachtung miteinander kollidieren sollen. weiterlesen

Space Blog | 11. Juni 2015 | von Andrea Schaub

Video: "Kölsche Tön" im Erdorbit - Was Reinhold Ewald 1997 auf der MIR erlebte

Reinhold Ewald an der Raumstation MIR, 1997
Quelle: DLR (CC-By 3.0) 2015
Reinhold Ewald an der Raumstation MIR, 1997

Im DLR-Video gibt uns der deutsche ESA-Astronaut Reinhold Ewald erneut einen Einblick, wie das Leben auf der russischen Raumstation MIR vor 18 Jahren ablief.

Er und seine Kollegen mussten damals hautnah einige medizinische Experimente durchführen. Die im Film verwendeten Foto- und Videoaufnahmen dokumentieren die Experimentierphasen eindrucksvoll. Darüber hinaus erfahren wir, wie die Sauerstoffversorgung ablief, welche privaten Gegenstände Ewald zur MIR mitnehmen durfte und wie die Kölner Band "Bläck Fööss" zur Völkerverständigung im All beitrug.

Im ersten Teil dieser Video-Reihe zum Leben auf der Raumstation MIR geht es um "Fotografieren auf der Raumstation - damals und heute". Reinhold Ewald erklärt uns dort weitere spannende Herausforderungen aus seiner Mission. Damals gab es noch keine digitale Fotografie und man musste die Filmrollen der analogen Kameras sicher nach Hause befördern. Ewald, der in den 90er-Jahren für die deutsch-russische Mission im Sternenstädtchen zum Kosmonauten ausgebildet wurde, war vom 10. Februar bis 2. März 1997 an Bord der Raumstation MIR.


Credit: DLR (CC-By 3.0) 2015

Space Blog | 27. Mai 2015 | von Philip Kausche

79. Start einer Ariane für heute geplant

Nutzlastverkleidung der Ariane 5
Ariane 5 - Trägerrakete für zwei TV-Satelliten
Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Die Bilder zeigen den Satelliten der Firma SKY Mexiko in der unteren Ladeposition (rechts), die Nutzlastverkleidung der Ariane (links) sowie ihr "Überstülpen" mit dem sich bereits darin befindlichen Satelliten von DirecTV über den unteren Satelliten (Mitte).

UPDATE 28.05.2015 - Der Start gestern ist ohne Zwischenfall verlaufen und ist damit der 65. erfolgreiche Ariane-Start in Folge. Wer ihn nicht im Livestream verfolgt hat, kann das jetzt auf YouTube nachholen. Neben den beeindruckenden Bildern des Starts gibt es einen englischen Kommentar. Weitere Informationen finden Sie auch auf arianespace.com.

Am heutigen Abend startet ein europäischer Schwerlastträger Ariane 5 vom Typ ECA zum zweiten Mal in diesem Jahr vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ins All, um zwei Satelliten in einem geostationären Transferorbit (GTO) abzusetzen. Bis zum Abtrennen beider Satelliten vom Trägersystem ist eine Missionszeit von 37 Minuten und 59 Sekunden geplant.

Das Startfenster der Mission VA223 öffnet sich heute Abend um 23:16 deutscher Zeit und bleibt bis 0:40 bestehen. Der Start kann live unter arianespace.tv verfolgt werden. weiterlesen

Video: Fotografieren auf der Raumstation - damals und heute

Blick ins All: Alexander Gerst in der ISS-Aussichtsplattform Cupola
Blick ins All: Alexander Gerst in der ISS-Aussichtsplattform Cupola
Quelle: NASA
Blick ins All: Alexander Gerst in der ISS-Aussichtsplattform Cupola

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst startete am 28. Mai 2014 zu seiner Mission "Blue Dot - Shaping the Future", er lebte sechs Monate auf der Internationalen Raumstation ISS und umrundete dabei 16 Mal am Tag unseren Planeten.

Alexander Gerst, Geophysiker und Vulkanologe, machte während seiner Mission beeindruckende Fotografien und schickte zahlreiche Videobotschaften, die uns die Schönheit und Verletzlichkeit unseres Planeten in beeindruckender Weise zeigen. Über Facebook, Twitter und Flickr teilte er seine Eindrücke mit uns. Sein ESA-Kollege Reinhold Ewald half ihm vom Boden aus, die vielen offenen Fragen, die dabei in den sozialen Netzwerken entstanden, in der Video-Reihe "Fragen an einen Astronauten" zu beantworten. Am 10. November 2014 landete Alexander Gest schließlich in der kasachischen Steppe an Bord einer russischen Sojus-Kapsel wieder auf der Erde.

Auch Reinhold Ewald hatte in den 90er-Jahren die Chance, während seiner deutsch-russischen Mission an Bord der Raumstation MIR zu leben und zu arbeiten und erstellte beim "Ritt" in der Sojus-Kapsel sogar ein Selfie mit der Videokamera. Im DLR-Film "Fotografieren auf der Raumstation - damals und heute" erzählt uns der ESA-Astronaut im Europäischen Astronautenzentrum (EAC), wie sich das Fotografieren auf der Raumstation seit seinem Aufenthalt auf der MIR im Jahr 1997 bis heute verändert hat. Kosmische Strahlung, fliegende Objekte und die begrenzte Anzahl von 20 Filmrollen waren unter anderem die Herausforderungen an ihn und seine Besatzungsmitglieder.

Im Kurzfilm zeigt uns Reinhold Ewald, der für die Mission in den 90er-Jahren im russischen Sternenstädtchen zum Kosmonauten ausgebildet wurde, was man 1997 bei der analogen Fotografie beachten musste, präsentiert sein historisches Foto- und Filmmaterial, und beschert dem Betrachter dabei sicherlich das ein oder andere Lächeln. Viel Spaß beim Ansehen!

DLR-Sonderseite: Mission "Blue Dot - Shaping the future"

Space Blog | 26. März 2015 | von Rolf Hempel | 1 Kommentar

SoFi 2015 - Geht das auch schärfer?

Maximale Bedeckung der Sonne am 20. März 2015
Quelle: Rolf Hempel (CC-BY 3.0)
Kurz nach der maximalen Bedeckung ist die Sonne nur noch als schmale Sichel zu sehen.

Am 20. März 2015 war die Erwartung groß: In einem schmalen Streifen über dem Nordatlantik sollte der Mond die Sonne total verfinstern. In Deutschland würden wir eine partielle Finsternis erleben können, bei der immerhin drei Viertel der Sonne bedeckt wären. Günstig war die Tageszeit der Sonnenfinsternis: Während der maximalen Phase würde die Sonne hoch am Vormittagshimmel stehen.

So musste nur noch das Wetter mitspielen, und daran haperte es leider in weiten Teilen Westdeutschlands. An vielen Orten im Rheinland hielt sich zäher Nebel oder Hochnebel bis in die Mittagsstunden. Besser waren die Aussichten weiter östlich, vor allem in höher gelegenen Regionen. Daher beschloss ich kurzfristig, mein Glück im Hochsauerland zu suchen. Auf der Fahrt nach Winterberg klarte kurz hinter Grafschaft der Himmel plötzlich auf. An einer Feldeinfahrt in 500 Metern Höhe fand ich den nahezu idealen Beobachtungsplatz: Die Lage an einem Nordhang verhinderte, dass die Sonne den Boden erwärmen und Luftturbulenzen verursachen konnte. Die Luft war klar und völlig wolkenlos. weiterlesen

Space Blog | 06. März 2015 | von Rolf Hempel | 1 Kommentar

Enge Begegnung von Venus und Uranus am Abendhimmel

Begegnung von Venus und Uranus am Abendhimmel
Quelle: Rolf Hempel (CC-BY 3.0)
Ausschnittsvergrößerung der Aufnahme vom 4. März 2015. Uranus ist der winzige blaue Punkt links neben der helleren Venus. (Aufnahmedaten: Canon 5D MKII, Canon EF 100-400mm f/8 L IS USM, Kenko Telekonverter 1,4x, f=560mm, ISO 1600, 1sec.)
 

Am Abend des 4. März fand die in diesem Jahr engste Begegnung zweier Planeten statt: Von der Erde aus betrachtet zog die Venus sehr dicht am Uranus vorbei. Die Planeten unseres Sonnensystems kreisen unterschiedlich schnell um die Sonne. Da wir selbst mit der Erde an dieser Bewegung teilnehmen, beschreiben die anderen Planeten an unserem Himmel recht komplizierte Bahnen. Gelegentlich kommt es dabei zu Überholmanövern. Man spricht dann von einer "Planetenkonjunktion". weiterlesen

Space Blog | 25. Februar 2015 | von Elke Heinemann

Könnten Wassermoleküle des Mars auf die Erde gelangt sein?

Marsatmosphäre
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO
Die HRSC-Kamera an Bord der Mars Express-Raumsonde hat dieses Bild gegen den Marshorizont aber in erster Linie deshalb aufgenommen, weil es die Struktur der Marsatmosphäre sichtbar macht. Deutlich ist darauf zu erkennen, wie sich die untere, dichtere Atmosphäre von der Stratosphäre abhebt.

Die HRSC-Kamera an Bord der Sonde Mars Express liefert seit Januar 2004 hochaufgelöste Aufnahmen der Marsoberfläche - in Farbe und 3D. Wir veröffentlichen diese Bilder monatlich auf unserer Sonderseite über die Mission Mars Express. Immer wieder erreichen uns Fragen zu diesen Bildern und den darauf zu sehenden geologischen Beschaffenheiten oder auch zum Thema Mars allgemein. Eine besonders interessante Frage beantwortet Ulrich Köhler aus dem DLR-Institut für Planetenforschung in diesem Blogpost ausführlich. weiterlesen

Space Blog | 23. Januar 2015 | von Christian Grimm

Aufbruch ins unentdeckte Land - Start von Hayabusa2 und Mascot

Aufbruch ins unentdeckte Land - Start von Hayabusa2 und Mascot
Quelle: DLR (Maximilian Maier)
Start von Hayabusa2 und Mascot, aufgenommen vom "südlichen" Beobachtungspunkt

Es ist gerade einmal wenige Wochen her, dass die ESA-Mission Rosetta die Landeeinheit Philae in einer spektakulären Aktion auf dem Kometen 'Chury' abgesetzt hat. Und noch bevor dessen erste Daten genauer analysiert werden konnten, wurde mit der japanischen Mission Hayabusa2 und dem mitgeführten Lander Mascot der nächste Hoffnungsträger zur Erforschung des Sonnensystems auf die Reise geschickt. Ein Augenzeugenbericht über den Raketenstart am Tanegashima Space Center in Japan. weiterlesen