Space Blog | 22. Juni 2016 | 2 Kommentare

Bye Bye BIROS

Quelle: ISRO
Am 22. Juni 2016 startete der Kleinsatellit BIROS vom indischen Satish Dhawan Space Centre mit einer PSLV-Trägerrakete (Polar Satellite Launch Vehicle).

Endlich ist es soweit: Nach einer weiteren Verschiebung des Termins ist der Feuersatellit BIROS (Bispectral InfraRed Optical System) heute, am 22. Juni 2016, gestartet. Das Daumen drücken hat geholfen - ein Rückblick der letzten Tage vor dem Start:

Nachdem sich ein Teil des DLR-Teams wieder auf den Rückweg nach Deutschland gemacht hatte, waren noch der Systemingenieur Christian Schultz, Projektkoordinator Dr. Matthias Hetscher, Konstruktionsingenieur Matthias Lieder und Softwareingenieur Stefan Trippler vor Ort in Indien, um den Kleinsatelliten auf seinem letzten Weg zu begleiten. Erstgenannter machte sich unmittelbar vor dem Start auf die Reise, um rechtzeitig seinen Platz im Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen einzunehmen. weiterlesen

Space Blog | 09. Juni 2016

BIROS: Ein Kleinsatellit auf Reisen

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Nach der Ankuft muss der Kleinsatellit BIROS von dem DLR-Team erst einmal aus seiner Transportkiste geholt werden

40 Grad und ungefähr 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bei solchen Wetterbedingungen arbeitet das BIROS-Team gerne den größten Teil des Tages in den kühlen Reinräumen des indischen Satish Dhawan Space Centre (SHAR). Hier läuft die Arbeit auf Hochtouren, denn der Starttermin des Kleinsatelliten BIROS (Bispectral InfraRed Optical System) naht. Am 20. Juni 2016 soll er vom Weltraumbahnhof SHAR von der Insel Sriharikota an der Südostküste Indiens starten. Danach wird BIROS, zusammen mit seinem Partnersatelliten TET-1 (Technologie-Erprobungsträger 1), in 500 Kilometern Höhe um die Erde kreisen und von dort mit jeweils zwei Infrarotkameras an Bord Ausschau nach Waldbränden und anderen sogenannten Hochtemperaturereignissen halten. Bis BIROS seine Arbeit im Weltraum aufnehmen kann, wird viel Arbeit und Koordinationsaufwand geleistet worden sein – zehn DLR-Institute arbeiteten drei Jahre lang daran, den Satelliten für seine Mission vorzubereiten.

Von Adlershof nach Indien

Am 10. Mai erreichte die Vorhut der Wissenschaftler des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme die indische Stadt Chennai. BIROS war zu diesem Zeitpunkt schon im 80 Kilometer entfernten Satish Dhawan Space Centre, nachdem er am 4. Mai in Berlin-Adlershof abgeholt worden war. In Chennai erwartete die Wissenschaftler und Ingenieure eine pulsierende Metropole. 2014 war die Stadt mit 4,9 Millionen Einwohnern an sechster Stelle der größten Städte Indiens - und sie wächst weiter. weiterlesen

Space Blog | 24. Mai 2016 | von Paul Zabel

Pflanzenkunde für die Gemüsezucht am Südpol

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
 

Obwohl ich erst im Dezember 2017 zu meiner einjährigen Expedition für das Projekt EDEN ISS in die Antarktis aufbreche, gehen bereits jetzt die Vorbereitungen dafür los. Schließlich werde ich in der Antarktis verantwortlich für den Betrieb des EDEN ISS-Gewächshauses sein, und das schließt alle Aufgaben von der Aussaat bis zur Ernte der Pflanzen ein. Von meinen gärtnerischen Fähigkeiten wird es abhängen, ob das Gewächshaus Gemüse zum Speiseplan der Crew der Neumayer III-Forschungsstation beisteuern kann und ob alle unsere Experimente gelingen. Die vergangene Woche verbrachte ich deshalb in den Niederlanden. Dort wurde mir von Experten der professionelle Anbau von Gemüse in Gewächshäusern nähergebracht. Für mich als studierter Ingenieur, der nie wirklich einen grünen Daumen besaß, war die Reise faszinierend und sehr lehrreich.  weiterlesen

EDRS-A: Überholmanöver im Berufsverkehr

Quelle: Stellarium/DLR
 

Anders als niedrigfliegende Satelliten und die ISS, die mit 8 Kilometern pro Sekunde in 90 Minuten um die Erde rasen, geht es in der geostationären Höhe gemächlicher zu. Hier beträgt die Kreisbahngeschwindigkeit nur noch 3 km/s. Da man sich 36000 km über dem Erdäquator befindet, braucht man 24 Stunden für einen Umlauf um die Erde. Damit kommt man vom Boden aus gesehen über einem bestimmten Längengrad scheinbar zum Stillstand. Das ist sehr praktisch, da man dann seine Bodenantenne fest ausrichten kann und dauerhafte Sichtbarkeit hat. weiterlesen

Space Blog | 09. März 2016 | von Philip Kausche

Ariane-Start noch vor dem Frühstück

Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Die Ariane 5 auf dem Weg vom Final Assembly Buildung zu ihrem Startplatz in Franzöisch-Guayana

Früh aufstehen hieß es für diejenigen, die heute Morgen einen Ariane 5-Start sehen wollten. Um 6:20 deutscher Zeit hob zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Ariane 5 ECA vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ab um einen Satelliten ins All zu bringen. Neben dem Transport eines Satelliten in den Orbit, wird dieser Ariane 5-Flug auch als Versuchsträger für die Entwicklung der Ariane 6 dienen. Mehr dazu weiter unten.

Ich persönlich verfolgte den Start gemütlich im Bett mit meinem Tablet auf www.arianespace.com und bewegte mich dann gemeinsam mit der Ariane Richtung Himmel. Allerdings erhob ich mich im Gegensatz zur Ariane nur wenige Zentimeter und mit deutlich geringerer Geschwindigkeit. Während die Ariane 5 mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit gen Orbit rauschte, schlich ich Richtung Dusche und das einzige was rauschen sollte, war das Wasser aus dem Duschkopf.  weiterlesen

Space Blog | 22. Februar 2016 | von Michael Schmidhuber

Am Anfang steht der In-Orbit-Test

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Antenna Mapping

Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, findet gerade der In-Orbit-Test statt. Und das wird noch mehrere Wochen dauern. Ein sehr wichtiger Test ist dabei das "Antenna-Mapping". Hierbei geht es darum, herauszufinden in welcher Richtung die Antennen wie stark abstrahlen und ob die Abdeckung am Boden den Erwartungen und Berechnungen entspricht. Hier spielen verschiedene Dinge herein. Zuerst, wieso "Antenna"? Es geht doch um einen Laser!

Schon richtig, aber Antennen gibt es auch. Nur die Übertragung zwischen Kundensatellit zum Relais-Satellit findet per Laser statt. Für die Übertragung von und zur Bodenstation geht das nicht so einfach. Der Laser kann z.B. nicht durch Wolken hindurchstrahlen. Also verwendet man für die Strecke zum Boden eine herkömmliche Funkverbindung über die sogenannte Feeder Link Antenne im "Ka-Band". Dieser Begriff steht für Frequenzen zwischen 27 und 40 Gigahertz. UKW-Rundfunk wird bei etwa 100 Megahertz übertragen, Handys senden bei etwa 2 Gigahertz. Je höher die Frequenz, desto mehr Daten lassen sich übertragen, man spricht von einer höheren Bandbreite. Eine der großen Antennenschüsseln des EB9B-Sateliten ist für die Übertragung zum Boden reserviert. Zusätzlich gibt es für EDRS-Zwecke noch eine weitere, schwenkbare Ka-Band Antenne - die Ka-ISL Antenne - für Verbindungen zu Satelliten, die keinen Laser an Bord haben. weiterlesen

Space Blog | 16. Februar 2016 | von Nicole Schmitz

Abschied von der Mario Zucchelli-Station, Datenauswertung und Ozeanographie - Teil 10

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Zwischen dem 6. und 11. Februar erkundeten die DLR-Forscher auf der MS Italica gemeinsam mit italienischen Ozeanographen die Terra Nova-Bucht.

Es ist Freitag, der 12. Februar 2016. Ich sitze in meiner Kabine auf der "Italica", die ich mit drei Kolleginnen teile: der Geologin Tina, der Geophysikerin Antonia und der Expeditionsärztin Ulrike. Es ist 14 Uhr nachmittags, wir haben gerade gegessen, vor unserem Bullauge treiben die Eisschollen vorbei, und wir vier sind alle damit beschäftigt, unsere Daten zu analysieren und erste Zusammenfassungen unserer Ergebnisse  aufzuschreiben.

Gestern Abend sind wir aus der Terra Nova-Bucht ausgelaufen. Mit zehn Fanfarenstößen der Schiffssirenen haben wir uns von der Mario Zucchelli-Polarstation verabschiedet. Ein Gänsehaut-Moment, und nicht wenige von uns mussten sich ein paar Tränen verkneifen. Aber der endgültige Abschied von der Antarktis liegt noch vor uns. Bevor wir uns auf den Rückweg nach Neuseeland machen, werden unsere italienischen Kollegen noch ihr Ozeanographie-Programm abschließen. Deshalb fahren wir gerade entlang der Küstenlinie Richtung Norden, nach Cape Hallet, wo noch Sedimentproben vom Ozeanboden genommen werden sollen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten fahren wir zurück nach Lyttleton, einem kleinen Hafen auf der neuseeländischen Südinsel, wo unsere Reise enden soll. weiterlesen

Space Blog | 10. Februar 2016 | von Jean-Pierre Paul de Vera

Besuch der Gondwana-Station, letzte Untersuchungen und wehmütiger Abschied - Teil 9

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Eisfall während des Fluges zur Mario Zucchelli Station

Ein noch unbekanntes Terrain war für uns (d.h. für Ernst und Nicole, weniger für mich) die von der italienischen Mario Zucchelli Station aus sichtbare deutsche Gondwana-Station und ihre Umgebung am anderen Ende der Terra Nova-Bucht. Die Station steht in der Sichtachse der italienischen Station aus vor der beeindruckenden Silhouette des 2732 Meter hohen Vulkans Mount Melbourne, genau auf einem Felsensporn, der ins Meer ragt und sich in unmittelbarer Nähe zu den imposanten Ausläufern des Campbell-Gletschers befindet. Sie wurde vor mehr als 30 Jahren von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als Basis für Expeditionen gebaut.

Der Grund, warum wir bei dieser Expedition nicht von Gondwana aus operieren konnten, sind die umfangreichen Bauarbeiten, die für die Modernisierung der Station durchgeführt werden. Damit waren wir auch zum größten Teil von der Logistik der Stationsleitung von Mario Zucchelli abhängig. Aufgrund des Wetters und der vorgerückten Zeit waren für uns die Arbeiten in der Küstenregion auf das Nötigste begrenzt worden. Es stand uns somit noch ein Flug bevor, den wir für den Besuch auf Gondwana eingeplant hatten. weiterlesen

Space Blog | 30. September 2015 | von Philip Kausche

Ariane-Start: E-Learning im Outback

Das Siegerbild des Namenswettbewerbs für den australischen Satelliten - gemalt von der sechsjährigen Bailey Brooks.
Quelle: nbn co ltd.
Das Siegerbild des Namenswettbewerbs für den australischen Satelliten - gemalt von der sechsjährigen Bailey Brooks. Es zeigt sie auf dem Balkon ihres Hauses mit einer Satellitenschüssel unter dem Sternenhimmel.

Update 01.10.2015: Der Start der Ariane 5 war erfolgreich und die Satelliten konnten planmäßig in ihren Orbit gebracht werden.

Heute Abend startet eine Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ins All. Die Rakete wird zwei Telekommunikationssatelliten in einen Erdorbit bringen. Einer von ihnen wird ganz Australien mit schnellem Internet versorgen - das ist besonders wichtig für die Menschen und Familien, die im australischen Outback leben. weiterlesen

Space Blog | 11. Juni 2015 | von Andrea Schaub

Video: "Kölsche Tön" im Erdorbit - Was Reinhold Ewald 1997 auf der MIR erlebte

Reinhold Ewald an der Raumstation MIR, 1997
Quelle: DLR (CC-By 3.0) 2015
Reinhold Ewald an der Raumstation MIR, 1997

Im DLR-Video gibt uns der deutsche ESA-Astronaut Reinhold Ewald erneut einen Einblick, wie das Leben auf der russischen Raumstation MIR vor 18 Jahren ablief.

Er und seine Kollegen mussten damals hautnah einige medizinische Experimente durchführen. Die im Film verwendeten Foto- und Videoaufnahmen dokumentieren die Experimentierphasen eindrucksvoll. Darüber hinaus erfahren wir, wie die Sauerstoffversorgung ablief, welche privaten Gegenstände Ewald zur MIR mitnehmen durfte und wie die Kölner Band "Bläck Fööss" zur Völkerverständigung im All beitrug.

Im ersten Teil dieser Video-Reihe zum Leben auf der Raumstation MIR geht es um "Fotografieren auf der Raumstation - damals und heute". Reinhold Ewald erklärt uns dort weitere spannende Herausforderungen aus seiner Mission. Damals gab es noch keine digitale Fotografie und man musste die Filmrollen der analogen Kameras sicher nach Hause befördern. Ewald, der in den 90er-Jahren für die deutsch-russische Mission im Sternenstädtchen zum Kosmonauten ausgebildet wurde, war vom 10. Februar bis 2. März 1997 an Bord der Raumstation MIR.


Credit: DLR (CC-By 3.0) 2015