PRISMA Blog | 11. Mai 2011 | von Ralf Faller

Bodenstation Inuvik für PRISMA bereit

Antenne der Bodenstation Inuvik
Antenne der Bodenstation Inuvik

Die Bodenstation Inuvik wird seit 18. April 2011 für den PRISMA-Flugbetrieb genutzt. Seit Februar wurden die technischen und organisatorischen Voraussetzungen mit Hochdruck vorangetrieben, um dem Projekt eine alternative Station zur Nutzung bereitzustellen.

Die Antenne im kanadischen Inuvik gehört zum Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) und wird vom DLR in einer Deutsch-Kanadischen Kooperation in den kanadischen North West Territories betrieben. Seit ihrer Inbetriebnahme im August letzten Jahres wird sie bereits als Datenempfangsstation für die TanDEM-X Mission genutzt. Mit seiner geografischen Lage bei 67,9° Nord und 21.0° Ost jenseits des Polarkreises bietet der Standort für polare Satellitenmissionen wie PRISMA mit mehr als zehn möglichen Passagen pro Tag eine gute Abdeckung. Zudem bietet die Station eine interessante Alternative zur bisher genutzten Station in Kiruna, da ihre Kontakte mit PRISMA zu anderen, das heißt für europäische Nutzer günstigeren Tageszeiten stattfinden.

Antenne Inuvik

Antenne in Inuvik

Zu Beginn des Betriebs von PRISMA durch das GSOC Mitte März wurde zunächst nur die Station der Swedish Space Coorperation SSC im nordschwedischen Kiruna verwendet, die Kontakte mit den beiden Satelliten täglich zwischen Nachmittag und dem frühen Morgen - also eher zu ungünstigen Arbeitszeiten - erlaubte. Nach Einbeziehen der GSOC-Station in Weilheim drei Wochen später wurden Kiruna-Passagen durch Weilheim ersetzt, die Arbeitszeit für das Betriebsteam blieb aber dieselbe. Mit Inuvik ist es nun möglich, auch tagsüber, also zu normalen Bürozeiten, Kontakt mit PRISMA zu haben, und so wurde kurz vor Ostern auf Tagbetrieb umgestellt.

Der tägliche Betriebsplan sieht nun wie folgt aus:

  • 1-2 Passagen über Weilheim am frühen Morgen: zum Aufzeichnen von an Bord gespeicherten Daten und zur Überwachung der Telemetrie, also der Satelliten-Daten; dazu gehören der Betriebszustand, Temperaturen, die Energieversorgung usw.
  • 7 Passagen mit Weilheim und Kiruna zu Bürozeiten: für den aktiven Flugbetrieb, also mit Senden von Kommandos
  • 1-2 Passagen mit Weilheim am späten Nachmittag: wieder zum Aufzeichnen von gespeicherten Daten und zur Überwachung der beiden Satelliten

Das Hauptbetriebsteam, bestehend aus einem Flugbetriebsleiter, einem Spezialisten für Navigation und Bahn- und Lagekontrolle sowie einem Operator, ist nur während der sieben aktiven Passagen im Kontrollraum. Während der übrigen Passagen und an Wochenenden sehen die Operator des GSOC nach dem Rechten, es werden aber keine Kommandos zum Satelliten gesendet. Während der Nacht werden keine Passagen mehr genutzt. Im Bedarfsfall kann dieses Schichtkonzept natürlich angepasst werden.

Aktuell wird geprüft, ob noch eine weitere Bodenstation des DFD, O’Higgins in der Antarktis, für PRISMA eingerichtet werden kann. Diese Station stellt wegen ihrer geografischen Lage bei 63,3° Süd und 57,9° West eine interessante Alternative dar, denn Inuvik steht uns wegen der Mission TanDEM-X nicht immer zur Verfügung. Aber mehr dazu in einem späteren Blog-Beitrag. 

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Über den Autor

Ralf Faller ist seit 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Hauptabteilung für Raumflugbetrieb und Astronautentraining des DLR in Oberpfaffenhofen tätig. Sein aktuelles Aufgabengebiet umfasst robotische Raumfahrt- und Wartungsmissionen. zur Autorenseite

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