Space Blog | 26. April 2017 | von Heinz-Theo Hammes

SOFIA feiert gleich zwei Jubiläen in einer Woche

SOFIA Take-off
Quelle: NASA
SOFIA beim Start zum Functional Check Flight am 26. April 2007

Zweimal können wir uns in dieser Woche mit SOFIA freuen. Erst gestern jährte sich der Erstflug vom 25. April 1977 der "Flugzeugbasis" von SOFIA: Unter dem Kennzeichen N536PA flog die Boeing 747 SP für die ehemalige Fluggesellschaft PAN AM vor allem auf den langen Strecken nach Asien oder Südamerika. Es gibt auch Bilder des Flugzeugs in der Original-Lackierung und eine detaillierte Historie des Airframe 21441-306.

Und heute vor zehn Jahren, am 26. April 2007, hob die Boing das erste Mal mit dem SOFIA-Observatorium an Bord ab, nachdem das Flugzeug stark modifiziert und der Einbau von Teleskop und Türsystem abgeschlossen war. weiterlesen

Space Blog | 06. März 2017 | von Philip Kausche

T minus 13 Stunden - Vega bringt europäisches Auge ins All

Letzte Vorbereitungen am Sentinel-2B-Satelliten
Quelle: CNES, Le blog des lancements du CSG
Arbeiter überprüfen die Gangbarkeit der Solarpanele, damit sie sich später im All problemlos entfalten können.

+++ Update: Die Vega-Rakete ist gestern Nacht erfolgreich gestartet. Mehr dazu hier.+++

Nachdem Sojus und Ariane das europäische Startjahr erfolgreich eröffnet haben, folgt nun Vega mit dem ersten Start im Jahr 2017. Europas kleinste aktive Trägerrakete wird kommende Nacht um 2:49 Uhr deutscher Zeit starten. An Bord befindet sich der europäische Erdbeobachtungssatellit Sentinel-2B. Das Launch Event der ESA zum Start kann hier verfolgt werden.

Der zirka 1,1 Tonnen schwere Satellit wurde von Airbus Defence and Space für die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation ESA gebaut. Vega wird Sentinel-2B in eine 786 Kilometer hohe sonnensynchrone Orbitalbahn transportieren. So überfliegt der Satellit jeden Tag zur exakt selben Ortszeit dieselben Gebiete der Erde. Dadurch herrschen für optische Aufnahmen im sichtbaren Bereich immer ähnliche Beleuchtungsverhältnisse. Dies ist die beste Voraussetzung, um tägliche Veränderungen auf der Erde zu dokumentieren. Mit seiner hochauflösenden Kamera ist Sentinel-2B in der Lage, wichtige Informationen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Raumplanung oder Katastrophenmanagement mit zeitnahen Aufnahmen zu liefern. weiterlesen

Space Blog | 14. Februar 2017 | von Philip Kausche

Erster Ariane-Start in diesem Jahr

Ariane 5 auf dem Launchpad
Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - G. Barbaste
Die Ariane 5 ist bereit für den Start.

+++ Update: Der gestrige Start der Ariane 5 war erfolgreich. Er war damit der 77. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge. Die nächsten Starts aus Kourou sind geplant für den 6. März (Vega mit Sentinel-2B) und 21. März (Ariane 5 mit SGDC und KoreaSat-7). +++

Vor gut zwei Wochen eröffnete Sojus das europäische Startjahr 2017. Nun folgt Ariane 5 mit ihrem ersten Start in diesem Jahr. Der Schwerlastträger wird voraussichtlich um 22:39 Uhr deutscher Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, abheben. Der Start kann hier live verfolgt werden. weiterlesen

Space Blog | 27. Januar 2017 | von Philip Kausche | 3 Kommentare

Erster europäischer Start in diesem Jahr

Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - P. Baudon
Die Sojus auf dem Weg zum Startplatz. Das blaue Stahlkonstrukt unterhalb der Rakete ist die Vorrichtung, um die Rakete am Startplatz aufzurichten.

+++ Update: Die Sojus ist um 02:03 Uhr erfolgreich gestartet. +++

Auch in diesem Jahr versuche ich zu jedem Start aus Europa einen Blogbeitrag zu schreiben. Der erste ist für heute Nacht geplant. Um 2:03 Uhr deutscher Zeit soll eine "europäisierte" Sojus vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, starten. Hier geht's zur Live-Übertragung.

Warum die aus Russland stammende Sojus auch für Europa startet sowie Informationen über die technischen Details, können hier nachgelesen werden. weiterlesen

Space Blog | 20. Januar 2017 | von Ulrich Köhler

Gene Cernan (1934-2017) - Idol meiner Kindheit und Jugend

Quelle: NASA
Erschöpft, aber sichtlich zufrieden: Gene Cernan im Mondlandemodul nach seiner zweiten, siebeneinhalbstündigen und offensichtlich reichlich staubigen Exkursion auf dem Mond.

Am Montag dieser Woche ist jener Mann gestorben, der als letzter auf dem Mond war: Eugene "Gene" Andrew Cernan. Mit 82 Jahren, irgendwie doch viel zu früh, zumal wir vom DLR-Institut für Planetenforschung ihn von seinem Besuch 2013 noch als turbo-vital, fit und voller Energie in Erinnerung haben.

Quelle: DLR (Manuela Köhler)
Eugene Andrew Cernan, Kommandant von Apollo 17 und letzter Mann auf dem Mond (1934-2017), bei seinem Besuch im DLR 2013.

Cernan war der Kommandant der Mission Apollo 17 und als solcher war er der letzte, der eine Spur im Mondstaub hinterlassen hat. Nach drei Tagen auf dem Mond kehrte er am 14. Dezember 1972 mit dem Landemodul Challenger wieder zum Servicemodul zurück. weiterlesen

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Space Blog | 19. Dezember 2016 | von Thomas Terzibaschian

Zwei ungleiche Brüder - Warum 'kann' BIROS "AVANTI" und TET-1 nicht?

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
BIROS "fängt" BEESAT-4

Im Juni 2012 startete der Kleinsatellit TET-1 seine Mission ins All. Vier Jahre später, im Juli 2016, folgte ihm sein Bruder BIROS. Im Grundaufbau sind beide Satelliten nahezu identisch, identisch sind auch die Hauptnutzlastkameras für die Feuerfernerkundung. Zusätzlich tragen beide Satelliten unterschiedliche weitere Nutzlasten. Im November führten DLR-Wissenschaftler nun mit BIROS ein einzigartiges Experiment durch: AVANTI (Autonome Visuelle Anflug-Navigation und Target Identifikation), ein "Katz-und-Maus-Spiel" im Weltraum. weiterlesen

Space Blog | 08. Dezember 2016 | von Tom Uhlig

Rangieren im Orbit gegen den "Paprika-Effekt"

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Das Gravitationsfeld der Erde entspricht in macher Hinsicht einer Paprika: Die eigentlich an einem festen Orbit über der Erdoberfläche stehenden geostationären Satelliten driften in Richtung der Furchen - "energetisch günstiger"

Seitwärts einparken, das habe ich als "Landei" schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemacht - zumindest nicht in einer Großstadt wie München, wo Parklücken nur unwesentlich länger sind als mein Kleinwagen. Prompt brauche ich mehrere Anläufe, um eine einigermaßen angemessene Entfernung von der Bordsteinkante zu haben - die anderen Verkehrsteilnehmer sind freilich begeistert und applaudieren mit einem enthusiastischen Hupkonzert. Geschafft, vielleicht nur noch ein bißchen zurücksetzen, damit der knappe Rangierabstand gleichmäßig auf meinen Vorder- und Hintermann verteilt ist. Lustigerweise erinnert mich die Situation aus dem Straßenverkehr an den gestrigen Morgen im Kontrollraum, als Flugdirektorkollege Andreas Kolbeck und ich mit einem unserer geostationären Satelliten ein "Manöver geflogen" sind.

Die GEOs stehen ja von der Erde aus betrachtet an einer gleichbleibenden Position - und zwar in einer vorgegebenen Box, die sie nicht verlassen dürfen - im geostationären Orbit auf einer Höhe von 36.000 Kilometern über dem Äquator geht's eng her. weiterlesen

Space Blog | 05. Dezember 2016 | von Philip Kausche

Vorletzter Start von Kourou in diesem Jahr

+++ Update +++ Die Vega ist um 14:52 Uhr erfolgreich gestartet, der Satellit Göktürk-1 wurde knapp 57 Minuten später in seinem Orbit abgesetzt. Der nächste Vega-Start wird voraussichtlich im März 2017 stattfinden.

Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Erfolgreicher Start der Vega-Rakete.
Quelle: ESA/CNES/Arianespace - Photo Optique Video du CSG - JM Guillon
Ankunft der Spitze der Vega-Rakete am mobilen Startturm des Vega-Startplatzes in Kourou. Im Hintergrund der mobile Startturm, in dem bereits die Rakete auf ihren Passagier wartet.

Während wir in Deutschland gerade den zweiten Advent hinter uns gebracht haben und langsam auch dem Letzten klar wird, dass wir unweigerlich auf Weihnachten zugehen, herrscht auf dem europäischen Weltraumbahnhof noch emsiger Betrieb. Und fast so sicher wie das Weihnachtsfest am Ende des Monats, wird eine Vega-Rakete heute Nachmittag um 14:51 Uhr deutscher Zeit von Kourou aus in den Himmel starten. Übertragen wird der Start auf www.arianespace.com; der Livestream beginnt etwa 20 Minuten vor dem Start. weiterlesen

Space Blog | 18. November 2016 | von Lysan Pfützenreuter

Deutsch-brasilianische Kooperation besteht erste Feuertaufe

Als ich eintraf, ertönte bereits die erste Warnung über dem Standort: Noch 20 Minuten bis zum Test. Ab diesem Zeitpunkt heißt es für alle im Kontrollraum, sich bereit zu machen. Für alle anderen ist es ein Signal, den Gefahrenbereich des Teststands aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Der Kontrollraum füllt sich schnell. Alle Beteiligten nehmen ihre Plätze ein, dazu gehörten Verantwortliche für die Testvorbereitung und Testdurchführung, zusätzlich noch Sicherheitsbeauftragte, Feuerwehr und natürlich die Nutzer des Prüfstandes, deren Prüfling getestet werden soll. weiterlesen

Space Blog | 09. November 2016 | von Tom Uhlig

Außergewöhnlicher "Zuschauer" beim Simulationslauf für einen geostationären Satelliten

Käpt´n Blaubär beim GSOC
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Käpt´n Blaubär - Ein Zuschauer im Kontrollraum

Zahlreiche Codezeilen laufen über den großen Bildschirm in einem Kontrollraum des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums, kurz GSOC (German Space Operations Center). Alles Kommandos, die an einen Satelliten im All geschickt werden - diesmal ist es allerdings eine Simulation. Bei aller Konzentration, die wir bei unserer Arbeit brauchen, ein außergewöhnlicher Zuschauer ist ab und zu willkommen. Heute "schaut" uns Käpt‘n Blaubär, die beliebte Figur aus der Sendung mit der Maus, bei der Arbeit zu. Er hat gut lachen. Er hat keinen Stress. Wir dagegen sind sehr beschäftigt: Unter den aufmerksamen und erfahrenen Augen von Flugdirektor Franck Chatel und Mission Operations Director Ralf Faller testen wir gerade einen Satelliten in seiner "geostationären Box" aus - aber nur in der Theorie. In Wirklichkeit steht die kleinwagengroße Maschine noch in einem Reinraum und wartet auf ihren Transport nach Kourou.

Mit dieser Simulation wird unser Team auf ein komplexes Zusammenspiel trainiert, verschiedene Prozeduren und Kommandosequenzen, die fließend und fehlerfrei durchlaufen werden müssen. Unsere Flight Controller müssen mit den Tools an der Konsole wie im Schlaf umgehen können und stets wissen, wer mit wem interagieren muss, wo die notwendigen Daten und Dateien zu finden sind. Und auch unter Stress müssen Probleme mit dem Satelliten oder dem Bodensystem gelöst werden können. weiterlesen