Space Blog | 22. Februar 2016 | von Michael Schmidhuber

Am Anfang steht der In-Orbit-Test

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Antenna Mapping

Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, findet gerade der In-Orbit-Test statt. Und das wird noch mehrere Wochen dauern. Ein sehr wichtiger Test ist dabei das "Antenna-Mapping". Hierbei geht es darum, herauszufinden in welcher Richtung die Antennen wie stark abstrahlen und ob die Abdeckung am Boden den Erwartungen und Berechnungen entspricht. Hier spielen verschiedene Dinge herein. Zuerst, wieso "Antenna"? Es geht doch um einen Laser!

Schon richtig, aber Antennen gibt es auch. Nur die Übertragung zwischen Kundensatellit zum Relais-Satellit findet per Laser statt. Für die Übertragung von und zur Bodenstation geht das nicht so einfach. Der Laser kann z.B. nicht durch Wolken hindurchstrahlen. Also verwendet man für die Strecke zum Boden eine herkömmliche Funkverbindung über die sogenannte Feeder Link Antenne im "Ka-Band". Dieser Begriff steht für Frequenzen zwischen 27 und 40 Gigahertz. UKW-Rundfunk wird bei etwa 100 Megahertz übertragen, Handys senden bei etwa 2 Gigahertz. Je höher die Frequenz, desto mehr Daten lassen sich übertragen, man spricht von einer höheren Bandbreite. Eine der großen Antennenschüsseln des EB9B-Sateliten ist für die Übertragung zum Boden reserviert. Zusätzlich gibt es für EDRS-Zwecke noch eine weitere, schwenkbare Ka-Band Antenne - die Ka-ISL Antenne - für Verbindungen zu Satelliten, die keinen Laser an Bord haben. weiterlesen

Space Blog | 16. Februar 2016 | von Nicole Schmitz

Abschied von der Mario Zucchelli-Station, Datenauswertung und Ozeanographie - Teil 10

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Zwischen dem 6. und 11. Februar erkundeten die DLR-Forscher auf der MS Italica gemeinsam mit italienischen Ozeanographen die Terra Nova-Bucht.

Es ist Freitag, der 12. Februar 2016. Ich sitze in meiner Kabine auf der "Italica", die ich mit drei Kolleginnen teile: der Geologin Tina, der Geophysikerin Antonia und der Expeditionsärztin Ulrike. Es ist 14 Uhr nachmittags, wir haben gerade gegessen, vor unserem Bullauge treiben die Eisschollen vorbei, und wir vier sind alle damit beschäftigt, unsere Daten zu analysieren und erste Zusammenfassungen unserer Ergebnisse  aufzuschreiben.

Gestern Abend sind wir aus der Terra Nova-Bucht ausgelaufen. Mit zehn Fanfarenstößen der Schiffssirenen haben wir uns von der Mario Zucchelli-Polarstation verabschiedet. Ein Gänsehaut-Moment, und nicht wenige von uns mussten sich ein paar Tränen verkneifen. Aber der endgültige Abschied von der Antarktis liegt noch vor uns. Bevor wir uns auf den Rückweg nach Neuseeland machen, werden unsere italienischen Kollegen noch ihr Ozeanographie-Programm abschließen. Deshalb fahren wir gerade entlang der Küstenlinie Richtung Norden, nach Cape Hallet, wo noch Sedimentproben vom Ozeanboden genommen werden sollen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten fahren wir zurück nach Lyttleton, einem kleinen Hafen auf der neuseeländischen Südinsel, wo unsere Reise enden soll. weiterlesen

Space Blog | 15. Februar 2016 | von Michael Schmidhuber | 1 Kommentar

Das Kontrollzentrum geht in Betrieb - die erste Hürde ist genommen

Kontrollraum beim DLR in Oberpfaffenhofen
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Hochspannung im Kontrollraum beim DLR in Oberpfaffenhofen

Wie geplant wurde letzten Freitag der Betrieb der EDRS-Nutzlast aufgenommen. Anfangs mussten wir uns aber noch etwas gedulden, denn in dieser frühen Phase wurden alle Schaltkommandos noch vom Kontrollzentrum in Toulouse gesendet. Die Einzelkomponenten wurden der Reihe nach ausgeklappt und eingeschaltet. Wir konnten dies in den Daten (Schalterstellungen, Ströme und Temperaturen) verfolgen, mussten aber immer wieder etwas Phantasie einsetzen, da die Kollegen in Toulouse recht wortkarg waren.

Erst an Tag 3, dem Sonntag, kamen wir zum Zug. Am Nachmittag konnten wir das erste eigene Kommando, nun über das Pariser Kontrollzentrum, erfolgreich zum Satelliten schicken. Dieses erste Test-Kommando wurde ohne Probleme verschickt, dennoch war die Erleichterung groß, als über die Telemetrie bestätigt werden konnte, dass es am Satellit angekommen und bestätigt worden war. Die jahrelange Vorbereitung auf diesen Moment hat sich ausgezahlt und so manchem im Kontrollraum fiel ein großer Stein vom Herzen. weiterlesen

Space Blog | 10. Februar 2016 | von Jean-Pierre Paul de Vera

Besuch der Gondwana-Station, letzte Untersuchungen und wehmütiger Abschied - Teil 9

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Eisfall während des Fluges zur Mario Zucchelli Station

Ein noch unbekanntes Terrain war für uns (d.h. für Ernst und Nicole, weniger für mich) die von der italienischen Mario Zucchelli Station aus sichtbare deutsche Gondwana-Station und ihre Umgebung am anderen Ende der Terra Nova-Bucht. Die Station steht in der Sichtachse der italienischen Station aus vor der beeindruckenden Silhouette des 2732 Meter hohen Vulkans Mount Melbourne, genau auf einem Felsensporn, der ins Meer ragt und sich in unmittelbarer Nähe zu den imposanten Ausläufern des Campbell-Gletschers befindet. Sie wurde vor mehr als 30 Jahren von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als Basis für Expeditionen gebaut.

Der Grund, warum wir bei dieser Expedition nicht von Gondwana aus operieren konnten, sind die umfangreichen Bauarbeiten, die für die Modernisierung der Station durchgeführt werden. Damit waren wir auch zum größten Teil von der Logistik der Stationsleitung von Mario Zucchelli abhängig. Aufgrund des Wetters und der vorgerückten Zeit waren für uns die Arbeiten in der Küstenregion auf das Nötigste begrenzt worden. Es stand uns somit noch ein Flug bevor, den wir für den Besuch auf Gondwana eingeplant hatten. weiterlesen

Space Blog | 05. Februar 2016 | von Frank Wallrapp

Nach der Party ist vor der Arbeit - Heute geht's los

EDRS-Kontrollraum beim DLR in Oberpfaffenhofen

Letzten Freitag fand bei uns im Kontrollzentrum eine Feier anlässlich des Starts des EDRS-A Satelliten statt. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Unser Team hatte die Gelegenheit, unsere Arbeit zu präsentieren. Da der Start kurzfristig um zwei Tage verschoben worden war, konnten die ursprünglich geladenen VIPs nicht kommen. Stattdessen waren sehr viele lokale Pressevertreter da sowie viele Mitarbeiter und deren Familien.

Es war für uns sehr angenehm, denn anders als bei "normalen" Missionen am GSOC (Deutsches Raumfahrtkontrollzentrum) steuern wir diesmal nicht den Satelliten selbst, sondern nur die Nutzlast, die aber noch ausgeschaltet ist. Daher mussten wir nicht direkt nach dem Start mit der Arbeit beginnen. Wir greifen erst sieben Tage später, also heute, in das Geschehen ein. Seit Sonntag können wir aber schon ein wenig lauschen, da wir den gesamten Datenstrom des Satelliten (die Telemetrie) bereits jetzt empfangen können. weiterlesen

Space Blog | 03. Februar 2016 | von Jean-Pierre Paul de Vera

Flechten, Bakterien und eine Herausforderung für die Mars-Kamera - Teil 8

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Aufbau der Panoramakamera

Nachdem wir den letzten Schneesturm in unseren Zelten heil überstanden hatten, war erst einmal Geduld bei allen Beteiligten angesagt. Unser Camp besteht aus 21 Personen, die alle unterschiedliche wissenschaftliche Interessen und weit verteilte Arbeitsgebiete hier in North Victoria Land haben. Um die verschiedenen Orte zu erreichen, stehen uns zwar drei Helikopter zur Verfügung, aber trotzdem stellt die Einsatzplanung eine Herausforderung dar.

Unser Expeditionsleiter Andreas Läufer musste jedem in den wenigen Tagen, die als Zeitfenster durch das Wetter zur Verfügung standen, gerecht werden. Glücklicherweise arbeiteten wir an Standorten in "unmittelbarer" Nähe zu unserem Camp, was bedeutet, dass wir mit dem Helikopter nur zwischen 10 bis 20 Minuten unterwegs waren, um über schwierige Gletscherpassagen hinweg zu kommen. Zu Fuß hätte uns der Weg viel Zeit und Kraft gekostet, da wir viele Instrumente transportieren müssen. weiterlesen

Space Blog | 27. Januar 2016 | von Michael Schmidhuber

T minus 1 Tag: Ruhe vor dem Start? Weit gefehlt.

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Der EDRS-Kontrollraum im Multimissions-Kontrollzentrums GSOC des DLR

Ganz knapp vor dem Start des EDRS-Betriebs startet mit diesem Beitrag der EDRS-Blog. Dieser soll die wichtigsten und spannendsten Momente der Mission darstellen und Einblicke in den täglichen Kontrollraumbetrieb ermöglichen. Hauptsächlich werden die im Betrieb beteiligten Personen von ihren Eindrücken und ihrer Arbeit berichten. weiterlesen

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Space Blog | 27. Januar 2016 | von Philip Kausche

Ein Satellit reist ausnahmsweise allein

Quelle: ESA/CNES/Arianespace
Bereit für den Start heute Nacht: die fertig montierte Ariane 5 ECA-Rakete in der Startzone.

UPDATE 28.01.2016 - Der gestrige Start der Ariane 5 war erfolgreich. Er war damit der 70. erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge seit 2003.

In der Nacht von Mittwoch, 27. Januar 2016, auf Donnerstag wird eine Ariane 5 ECA zum ersten Mal in diesem Jahr einen Satelliten ins All fliegen. Das Zeitfenster für den Start öffnet sich Donnerstag früh um kurz nach Mitternacht deutscher Zeit. Es wird von 0:20 bis 1:40 Uhr bestehen. In diesem Zeitfenster muss der Start erfolgen, um den Satelliten auf die für ihn vorgesehene orbitale Bahn zu befördern. Startort für die Ariane 5 ist wie immer der europäische Weltraumbahnhof in Französisch Guayana im Nordosten Südamerikas. Der Start kann hier live verfolgt werden. weiterlesen

Space Blog | 26. Januar 2016 | von Ernst Hauber

Muren in der Antarktis: Terrestrische Analoge für "Gullies" auf dem Mars - Teil 7

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Nein, dieses Bild zeigt natürlich nicht unseren Kollegen Ernst Hauber bei der Feldarbeit in der Antarktis... Leider ist es wegen der Abgeschiedenheit der Morozumi Range, in der sich das DLR-Wissenschaftlertrio gegenwärtig aufhält, mit nur einem einzigen Satellitentelefon nicht möglich, aktuelle Bilder zum DLR zu übertragen. Erst wenn die Expedition in der nächsten Woche wieder in der Gondwana-Station sein wird, können wir mit aktuellen Bildern aufwarten.

Wie schnell sich die Situation doch ändern kann: Gestern noch ein herrlicher Tag mit strahlendem Sonnenschein und "warmen" Temperaturen, bei denen man stundenlang ohne Handschuhe arbeiten konnte, und heute (21. Januar) ein Schneesturm, der die Sicht auf wenige Meter begrenzt und das gesamte Team in die Zelte zwingt... Eine gute Gelegenheit also, um unsere Arbeiten der letzten Tage Revue passieren zu lassen. Andererseits können die Stromgeneratoren bei diesem Wetter nicht laufen, also muss ich mich beeilen, denn der Akku meines angeblich zähen (aber schon etwas älteren) "Field Notebooks" schwächelt, und Aufladen wird erst wieder nach Abflauen des Sturms möglich sein.

Wir hatten vorgestern nach einem herrlichen Hubschrauberflug eine neue Gegend erkundet, die in der benachbarten Gebirgskette liegt, in der sogenannten Morozumi Range. Dort fällt eine Felsklippe einige Hundert Meter von einem Gletscher zum anderen ab und bildet eine imposante Steilwand, das De Goes-Cliff. In dieser Wand sind auf den Satellitenbildern Anzeichen für Hangtransportprozesse zu erkennen, die wir uns genauer ansehen wollten. Das sind Vorgänge, bei denen Material abgerutscht oder sonst wie verlagert wurde. Die dabei entstehenden Oberflächenformen ähneln nämlich Erosionsrinnen auf dem Mars, die seit ihrer Entdeckung vor 15 Jahren intensiv erforscht werden. weiterlesen

Space Blog | 20. Januar 2016 | von Ernst Hauber

Frostmusterböden und Panoramaaufnahmen mit der Marskamera - Teil 6

Antarktis-Karte
Quelle: Landsat Image Mosaic Of Antarctica (LIMA) / DLR
Antarktis-Karte mit den in Rot markierten Antarktis-Stationen. Rechts unten in Gelb gekennzeichnet ist die Lage der Helliwell Hills.

Nach einer ersten Erkundung der Helliwell Hills (Blogeintrag vom 12.01.2016) hatten wir in den letzten Tagen ausgiebig Gelegenheit, die Umgebung des Lagers weiter zu untersuchen. Das Wetter war ideal dafür, denn wir hatten wenig Wind, viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Der Wetterbericht, der jeden Tag von der Mario Zucchelli-Station durchgegeben wird, gibt Maximaltemperaturen von etwa minus fünf Grad Celsius an, die sich bei der geringen Luftfeuchtigkeit (20 bis 40 Prozent) durchaus nicht kalt anfühlen. Das sind beste Bedingungen, um längere Zeit an einer Stelle im Freien zu arbeiten. weiterlesen