Jan Woerners Blog
 
 

Vielfalt

11. April 2011, 15.34, Jan Wörner, 0 Kommentar/e
In den letzten Wochen wurde ich - neben meiner Arbeit als Vorstandsvorsitzender und den damit notwendigen Abstimmungs- und Planungsvorgängen - durch verschiedene "externe" Aktionen gefordert. Vom Vorstandsvorsitzenden des DLR erwartet man in den unterschiedlichsten Kreisen Aussagen, Positionen und Meinungen. Die Herausforderung für mich besteht nun darin, nicht der Versuchung zu erliegen, meine Äußerungen dem jeweiligen Publikum mit Blick auf größtmögliche Akzeptanz anzupassen, sondern konsequent und kohärent die Position des DLR und auch meine eigene Position zu vertreten. Die Bandbreite der letzten Wochen reichte von Fachgremien über Ehemaligentreffen bis zu einer Kirchenpredigt.

Aus der Vielzahl der Aktivitäten will ich an dieser Stelle nur einige wenige benennen, die hoffentlich geeignet sind, diese Bandbreite darzustellen.

Beginnen will ich mit dem 23. März 2011 und meinem Festvortrag anlässlich des 15. Jubiläums der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler, die vom Land Rheinland-Pfalz und dem DLR getragen wird. Inhaltlich ging es um "Technische Sicherheit und Konsequenzen für Konstruktionen“. Zwei Tage später, am 25. März 2011, durfte ich im Rahmen eines Internationalen Innovationsforums in München die strukturierten DLR-Aktivitäten im Bereich der Innovationsunterstützung darstellen. Als Keynote-Speaker bei den Aerodays in Madrid am 30. März 2011 konnte ich die Umsetzung der europäischen Luftfahrtstrategie Flightpath 2050 in konkrete DLR-Forschungs- und Technologieprojekte erläutern. Am 31. März 2011 wurde ich von ehemaligen Mitarbeitern des DLR in Köln zu einem Mittagessen eingeladen, um die aktuelle Situation des DLR darzulegen. Der 1. April stand dann ganz im Zeichen der Diskussion mit der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern (Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus) bezüglich der weiteren Aktivitäten am DLR-Standort Neustrelitz.

Jan Wörner bei seiner Predigt in der Darmstädter Stadtkirche am Sonntag, 3. April 2011. Bild: Privat.Auf Einladung des Pfarrers der Darmstädter Stadtkirche, Martin Schneider, hielt ich am Sonntag, 3. April 2011, eine Predigt in der vollbesetzten Kirche zum Thema Glauben und Wissen - eine besondere Herausforderung für mich als Verantwortlicher eines Forschungszentrums, einmal über den Alltag hinauszudenken.

Am folgenden Montag, 4. April 2011, galt es dann, im Rahmen einer Dialogplattform den Fragen der Ministeriumsvertreter bezüglich der geplanten Forschungsaktivitäten in den Forschungsbereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr und Energie der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) Rede und Antwort zu stehen. Am nächsten Tag fand dann in Berlin ganztags die Mitgliederversammlung der HGF statt, in der es galt, die unmittelbaren DLR-Themen und übergeordnete Positionen in Einklang zu bringen und zu vertreten. Abends hielt ich dann einen "Dinner-Speech" anlässlich eines Kleinsatelliten-Symposiums der International Academy of Astronautics (IAA).

EU-Kommissarin Quinn, DLR-Vorstandsvorsitzender Prof. Johann-Dietrich Wörner und NRW-Ministerin Schulze (v. l. n. r.). Bild: DLR.Wieder ein ganz anderes Publikum erwartete mich am folgenden Mittwochabend in Darmstadt: Ich hielt einen Vortrag zum Thema "All-Tag in Arheilgen", einem Ortsteil von Darmstadt. Dabei beleuchtete ich die DLR-Forschung und die Wirkung auf das tägliche Leben. Am 7. April 2011 besuchten die EU-Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn und die NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze das DLR in Köln und waren sichtlich beeindruckt von unseren Forschungsaktivitäten. Abends folgte ein Festvortrag bei der Leibniz-Sozietät Berlin anlässlich des 50. Jahrestages des Weltraumfluges von Juri Gagarin und einer Ehrung von Sigmund Jähn.

Der Abend des Freitags, 8. April 2011, war ebenfalls dem Thema Juri Gagarin gewidmet. Eine Pressekonferenz mit Autor Frank Schätzing und Klaus-Peter Willsch, Mitglied des Bundestags, wuchs zu einer munteren Diskussion über die Position der Raumfahrt aus. Die gemeinsame Auffassung war: Nach kaltem Krieg und entsprechender politischer Positionierung steht der Raumfahrt ein Paradigmenwechsel bevor, der durch globale Kooperation gekennzeichnet ist. Dabei dürfte auch der Ausgangspunkt der Raumfahrt, nämlich Neugier als kulturelles Erbe (vgl. hierzu auch Jules Verne) einen neuen Wert erhalten. Diese zunächst auf die Raumfahrt bezogene Positionierung ist auch auf andere (Forschungs-)Bereiche übertragbar, die in der Vergangenheit als nationale strategische Themen galten. 


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