Komm Blog | 12. August 2010

DLR-Webportal Nutzerumfrage - ein Überblick

DLR-Webportal Nutzerumfrage 2009 - ein Rückblick

In meinem letzten Blog-Eintrag "DLR startet neues Multimedia-Portal" bin ich bereits kurz auf die Benutzerumfrage des DLR Webportals eingegangen. Heute möchte ich mich diesem Thema etwas ausführlicher widmen.

Mitte September 2009 haben wir zwei Wochen lang mit professioneller Unterstützung der K12 Agentur für Kommunikation und Innovation eine Online-Befragung durchgeführt. Ziel der Befragung war es unter anderem, Ihre wertvollen Anregungen und Wünsche in die Weiterentwicklung des DLR-Webportals einfließen zu lassen. Der Start für das so genannte Re-Design des DLR-Portals, bei dem Aussehen und Funktionen der Website aktualisiert werden sollen, ist derzeit für Anfang 2011 geplant.

Damit wir das Online-Angebot optimieren können, ist es wichtig, die unterschiedlichen Nutzertypen genauer zu kennen. Denn Anforderungen und Erwartungen an Design und Funktionalität einer Website können sehr unterschiedlich sein. Der spezifsche Internet-Nutzertyp - zum Beispiel Männlich, gebildet, jung - wurde in den letzten Jahren von anderen Gruppen verdrängt. Die neuen Nutzer unterscheiden sich demnach nicht nur demografisch voneinander, sondern auch durch ein unterschiedliches Surfverhalten. Dabei allen Gruppen gerecht zu werden, ist eine echte Herausforderung. Ohne eine entsprechende Befragung wäre es unmöglich, das DLR-Webportal dahingehend zu verbessern.

Bewertung und Ergebnisse der Online-Befragung

Die Beteiligung war beeindruckend. Innerhalb von zwei Wochen haben 2663 Personen an der Befragung teilgenommen. 1680 Personen haben alle 13 Fragen vollständig beantwortet.

Zu Beginn der Befragung sollten sich die Teilnehmer einer Personengruppe zuordnen. Dabei standen folgende Gruppen zur Auswahl: Lehrer, Studenten, Schüler, Jobsuchende, DLR-Mitarbeiter und Partner, Wissenschaftler, Journalisten und Sonstige. Anschließend wollten wir wissen, welche Inhalte und Funktionen der Website als positiv und welche als negativ bewertet werden und welche Informationen und Funktionen aus Besucher-Sicht fehlen.

Grundsätzlich erhielt die Website eine überaus positive Bewertung. Das vorrangige Interesse der Befragten galt mit 58,8 Prozent den aktuellen Weltraumthemen, mit 28,3 Prozent den Luftfahrt-, mit 10,8 Prozent Energie- und mit 4,1 Prozent Verkehrsthemen. Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen erreichen wir mit unserem Webangebot nur in geringem Maß. Die stärkste Besucher-Gruppe stellen Menschen zwischen 40 und 49 Jahren dar, dicht gefolgt von den 30 bis 39-jährigen Besuchern. Bei allen Personengruppen steht das Rezipieren von Nachrichten im Vordergrund. Eine Ausnahme gab es natürlich bei den Jobsuchenden, deren vorrangiges Interesse den Stellenangeboten im DLR gilt.

Vorrangiges Interesse
Diagramm: Vorrangiges Interesse und zeitliche Nutzung der Besucher im DLR-Webportal. Bild: DLR.

Die Bewertungen zu Informationsgehalt, Verständlichkeit, Umfang sowie optischer Aufbereitung lag deutlich im oberen Mittelfeld. Leichte Schwächen bescheinigten die Befragten in Bezug auf Bedienbarkeit und dem Auffinden von Inhalten.

Insgesamt stehen mehr Bild- und Video- beziehungsweise Multimedia-Inhalte ganz oben auf der Wunschliste. Informationen zu einzelnen DLR-Projekten sollen noch stärker hervorgehoben werden. Unsere Besucher wünschen sich außerdem eine Differenzierung der Inhalte nach Zielgruppen sowie die Verbesserung der Navigation und der Übersichtlichkeit.

Zusammenschnitt, User-Wünsche

Die Befragten konnten in einem Freitext-Feld Wünsche zu Inhalten äußern. Die Bildmontage zeigt daraus einen Ausschnitt. Bild: DLR.

Erkenntnisse für das Re-Design

Eine für die Wissenschaftskommunikation und für das DLR generell sehr wichtige Zielgruppe - den Nachwuchs (14- bis 29-Jährige) - erreichen wir noch ungenügend. Das zukünftige Web-Design sollte deshalb junge Menschen stärker ansprechen. Das Website-Konzept muss mehr an deren Bedürfnisse angepasst werden. Was aber sind die Bedürfnisse von jungen Erwachsenen Menschen im Netz und was genau suchen sie dort?

Altersgruppen
Diagramm: Alter und Geschlecht der DLR-Webportalbesucher. Bild: DLR. 

Eine Antwort auf diese Frage liefern Studien zur Internet-Entwicklung in Deutschland, wie die bundesweite repräsentative ARD/ZDF-Online-Studie, die sich als Referenz in diesem Forschungsfeld etabliert hat.

Im März und April 2010 wurden für diese Studie insgesamt 1804 Erwachsene in Deutschland in einem ausführlichen Interview befragt. Demnach waren fast 50 Millionen erwachsene Menschen ab 14 Jahre im Frühjahr 2010 online (69,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland). Die Gruppe mit der höchsten Internetverbreitung ist mit 100 Prozent (2009: 97,5 Prozent) die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen. Bei den 30 bis 39-Jährigen sind es 89,9 Prozent, die das Internet nutzen. In der Gruppe der 40 bis 49-Jährigen sind es 81,9 Prozent, die das Internet nutzen, und bei den 50 bis 59 Jährigen sind es 68,9 Prozent. Das Schlusslicht bildet die Gruppe die 60-Jährigen mit 28,2 Prozent.

Die Nachfrage nach multimedialen Inhalten steigt ständig. 65 Prozent aller Onliner in Deutschland rufen Videos ab. 52 Prozent hören Audios wie Musikdateien, Podcasts und Radiosendungen im Netz. Das Verschicken von Emails und chatten sind vorrangige Funktionen, die junge Erwachsene im Netz nutzen, dicht gefolgt von der Informationsbeschaffung - und dies in allen denkbaren Bereichen. Informationen zu Wissenschaft, Forschung und Bildung stehen dabei auf den oberen Plätzen. Mit einem noch größeren Anteil an Bildmaterial und Video- beziehungsweise Multimediainhalten wollen wir deshalb das Angebot zu DLR-Themen auch für junge Erwachsene weiter ausbauen. Darüber hinaus wollen wir dem Wunsch nachkommen, Informationen zu einzelnen Projekten stärker hervorzuheben und die Navigation sowie die Struktur der Site zu verbessern.

Zwecks Umsetzung dieser Ziele haben wir im Mai 2010 Design-Agenturen aus ganz Europa aufgefordert, ein Konzept einzureichen. Dem Aufruf folgten zahlreiche Agenturen. Mehr zur Agenturauswahl und dem Verlauf des Re-Designprojekts werde ich im nächsten Blogeintrag berichten. Für den Moment kann ich jedoch verraten, dass sich am Ende der Ausschreibung die Agentur Synap aus Gelsenkirchen mit einem innovativen und überaus kreativen Konzept durchgesetzt hat.

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