Raumfahrt | 29. März 2018 | von Lysan Pfützenreuter

Von der Wüste auf den Mars: Suche nach Leben in der Atacama-Wüste

Atacama Airport
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Angekommen: Der Flughafen Desierto de Atacama, auch Flughafen Copiapó, in der Region Atacama in Chile.

Der Mensch beschäftigt sich schon lange mit der Frage wo er herkommt und wie das Leben ursprünglich entstanden ist. Aus der Sicht der Evolutions- und Astrobiologie ist es wahrscheinlich, dass erstes Leben auf unserem Planeten durch Mikroorganismen entstanden ist. Heute kann man immer noch auf Verwandte des ursprünglichen Lebens treffen, meistens in Form von Mikroorganismen. Zum Teil weisen diese Eigenschaften auf, welche sie vor Millionen von Jahren entwickelt haben: Beispielsweise eine enorme Strahlenresistenz, die heute aufgrund unserer Erd-Atmosphäre nicht gebraucht wird, oder die Widerstandsfähigkeit gegenüber Lebensräumen, in denen es fast kein Wasser oder organische Materie gibt. Auf der Erde gibt es nur noch sehr wenige dieser lebensfeindlichen Orte, die von Menschen unberührt sind. Die Atacama-Wüste im Norden von Chile bietet die einzigartige Möglichkeit, nach mikrobiellem Leben unter extremen Bedingungen zu suchen. Im Regenschatten der Anden mit Niederschlägen von weniger als einem Millimeter pro Jahr können nur die widerstandfähigsten Mikroorganismen überleben.

Die Kombination aus Trockenheit und Strahlung in der Atacama-Wüste kann man zudem mit den Bedingungen auf dem Mars vergleichen: Als sogenanntes Mars-Analogon bietet die Wüste die Möglichkeit, verschiedene Bodenbeschaffenheiten zu vergleichen, um so abzuschätzen, ob Leben auf dem Mars möglich sein könnte und unter welchen Bedingungen dieses Leben untersucht werden kann.

Die Expedition in die Atacama-Wüste wird von einem Forscherteam der Leibniz Universität in Hannover geleitet. Zudem unterstützen Studenten und junge Wissenschaftler die Mission und lernen dabei das Arbeiten im Feld. Vom DLR ist Florian Fuchs dabei, der für das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin mikrobielle Versuche anhand der Bodenproben durchführt. Vor der Expedition wurden bereits wissenschaftlich relevante Gebiete ausgewählt, so beispielsweise in verschiedenen Höhen, unterschiedlichen Böden und Regionen.

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
Auf dem Weg in die Atacama-Wüste: Flug über die Anden

Zurück im Labor werden alle Bodenproben auf verschiedene Parameter hin untersucht, dies reicht vom pH-Wert bis hin zur Bestimmung des Salzgehalts, damit die Proben untereinander verglichen werden können. Neben der aufwändigen Bodenanalyse werden die Proben molekularbiologisch untersucht, sodass mikrobielles Leben identifiziert und vielleicht sogar kultiviert werden kann. Mit den gesammelten Ergebnissen der Expedition können ökologische Zusammenhänge von Leben unter extremen Umwelteinflüssen analysiert und bewertet werden. Erkenntnisse über die Bodenbeschaffenheit und Mikrobiologie können zudem Hinweise liefern, wo man auf unserem roten Nachbarplaneten Spuren des Lebens vermuten kann.

 

 

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Über den Autor

Felix Fuchs arbeitet als Doktorand am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln in der Strahlenbiologie. In seiner Arbeitsgruppe, der Weltraummikrobiologie, erforscht er den Einfluss von simulierten Weltraumbedingungen auf Bakterien und Biofilme. zur Autorenseite

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