Jan Wörner Blog | 06. März 2014 | von Jan Wörner | 1 Kommentar

"Fastelovend" ... mehr als nur Karneval

Jedes Jahr aufs Neue befindet sich Köln in der Karnevalszeit im Ausnahmezustand. Anders als an vielen anderen Orten konzentriert sich das Feiern nicht nur auf wenige Tage, sondern kann als Dauerzustand der "fünften Jahreszeit" angesehen werden. Die richtigen Kölner sind dabei unglaublich einsatzfähig: An bis zu fünf Tagen in der Woche wird ausgelassen gefeiert. Ein erster, nach außen sichtbarer Höhepunkt ist bekanntermaßen der 11.11. Ab diesem Datum überschlagen sich die Ereignisse, die schließlich in die tollen Tage von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag kulminieren.

Und jedes Jahr aufs Neue verändern sich die Kölner im Karneval. Aus sonst eher introvertierten, zurückhaltenden Menschen werden jetzt ausgelassen Feiernde. Als "Immi", also als jemand, der eher aus einer Karnevalswüste kommt, ist diese Veränderung besonders stark sichtbar, aber nicht ohne weiteres übernehmbar. Zwar versuche ich auch, zum Beispiel bei meiner Ansprache an Weiberfastnacht, das humorige Gemüt mit allerlei Sprüchen zu treffen, muss aber jedes Mal feststellen, dass mir das genaue Gespür für das Niveau fehlt: Inhaltsschwangere, sorgsam formulierte Sprüche führen nur zu müden Reaktionen, während der doch eher einfach gestrickte Reim "Wir brauchen keine Wellness, keine Akupunktur, denn DLR ist Wellness pur" heftigen Beifall erzeugt.

In diesem Jahr hatte ich die besondere Ehre im "Zoch" (Rosenmontagszug) mitfahren zu dürfen. Auf dem sogenannten Museumswagen konnte ich die unglaubliche Menge von Schaulustigen und Karnevalisten sehen, die abwechselnd singend und "Kamelle" rufend den Weg des Zugs säumten: Ein besonderes Erlebnis, um das mich viele Kölner extrem beneiden. In der Welt der Kölner bedeutet eine derartige Einladung mehr als alles andere, wie mir in diesen Tagen mehrfach gesagt wurde.


Karnevalistischer Blick auf die europäische Trägerpolitik im Kölner Rosenmontagszug. Credit: DLR CC-BY (3.0)

Das Besondere lag auch darin begründet, dass das Motto des Zuges "Zokunf, mir spingkse wat kütt" lautete und bei vielen Mottowagen die Raumfahrt eine Rolle spielte. So sah man die Kanzlerin als "Buzz Merkel, intergalaktische Kanzlerin", der Dom war als Rakete dargestellt und auf einem Wagen war die aktuelle Diskussion über die europäische Trägerraketenpolitik Ariane 5 ME versus Ariane 6 wiedergegeben.

Bild oben: DLR-Chef Jan Wörner beim Kölner Rosenmontagszug 2014. Credit: DLR CC-BY (3.0)
 

 

 

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Kommentare

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Gerhard Kowalski
07. März 2014 um 09:16 Uhr

Bitte keine halben Sachen, Herr Professor!

Nach diesem Seelen-Striptease will ich jetzt Ihr Kostüm sehen. Oder waren Sie etwa als Reinhold Ewald unterwegs?

Besten Gruß

Gerhard Kowalski